Wo das «UFO» von der Sihlporte gelandet ist

Sie galt als verschollen, doch jetzt gibt es Neuigkeiten von der futuristischen Verkehrskanzel, die bis Ende der 70er-Jahre an der Zürcher Sihlporte stand.

Von Zürich in den Aargau: Der einstige Kontrollturm der Stadtpolizei steht nun als Tower auf dem Flugplatz Buttwil.

Von Zürich in den Aargau: Der einstige Kontrollturm der Stadtpolizei steht nun als Tower auf dem Flugplatz Buttwil. Bild: Flugschule Eichenberger/Tripadvisor

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Der extravagante Turm thronte von 1959 bis Ende der 70er-Jahre an der Kreuzung von Urania-, Sihl- und Talstrasse. Bei dem «UFO» handelte es sich um eine Verkehrskanzel der Zürcher Stadtpolizei, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnetkürzlich berichtete. Im Innern sassen Angestellte der Stadtpolizei vor einem Schaltpult und regelten von Hand die Signalanlagen für den Verkehr. Nicht nur an der Sihlporte existierte ein solcher Kontrollturm, sondern auch an der Walche, während die Kanzel am Bellevue eine etwas andere Form hatte.

Ein zweites Leben als Tower

Nach ihrer Demontage Ende der 70er-Jahre verlor sich die Spur der Kanzel von der Sihlporte. Die Stadtpolizei mutmasste, der Turm sei verschrottet worden. Doch jetzt haben Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet den «UFO»-Turm ausfindig gemacht: auf dem Flugplatz Buttwil AG, wo er lange als Tower für den Flugbetrieb diente.

«Die Familie Eichenberger, die den Flugplatz Buttwil betreibt, hatte das Häuschen circa 1976 erworben», schreibt Jakob Meier, der damals gerade das elterliche Landmaschinengeschäft in Birri Aristau übernommen hatte. Die Flugplatzbetreiber hätten ihn beauftragt, den Kontrollturm auf dem Flugplatz montieren zu helfen. «Ich musste mit meiner mobilen Schweissanlage ausrücken und den Unterteil des Kontrollturms auf eine neue Metallsäule schweissen.»

Die Verkehrskanzel an der Sihlporte in den 70er-Jahren. Bild: Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich

Meier kannte die Glaskanzel von der Sihlporte gut, weil er in den 60er-Jahren jeweils an Samstagnachmittagen mit seinen Eltern per Auto zum Einkaufen nach Zürich gefahren war. «Als Bub beneidete ich die Polizisten, die dort drin ihren Arbeitsplatz hatten. Sie flössten Respekt ein.»

Im Innern: drei Webcams

Matthias Fehr von der Flugschule Eichenberger AG bestätigt, dass es sich beim Tower in Buttwil um eine ehemalige Verkehrskanzel aus Zürich handelt. Allerdings könne niemand mehr mit Sicherheit sagen, ob es sich um die Kanzel von der Sihlporte oder um jene von der Walche handelt. Für den Flugbetrieb werde der Tower heute allerdings nicht mehr gebraucht.

Noch immer seien im Innern des «UFOs» die Funkanlage und andere technische Einrichtungen vorhanden. Zudem seien im Tower drei Webcams installiert, die jeweils aktuelle Bilder vom Flugplatz liefern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.12.2018, 12:15 Uhr

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