Wohnungssuche: Die besten Tricks

Jede vierte Wohnung in der Stadt Zürich wechselt einmal pro Jahr den Mieter. Wer eine davon ergattern will, muss möglichst alle Suchmethoden erproben.

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Gerade mal 57 Wohnungen - die meisten davon im Kreis 11 - standen am 1. Juni dieses Jahres in der Stadt Zürich leer. Trotzdem werden am offiziellen Zügeltermin vom 1. Oktober zahlreiche Zügelwagen in der Stadt unterwegs sein. Das tönt paradox, ist aber erklärbar. Denn die geringe Zahl der leer stehenden Wohnungen täuscht darüber hinweg, dass die Fluktuation unter den Mietern gross ist: Rund 40'000 Menschen ziehen gemäss den Erhebungen des statistischen Amtes jedes Jahr aus der Stadt weg, und etwa gleich viele ziehen neu nach Zürich. Dazu kommen nochmals rund 40'000 Umzüge innerhalb der Stadt.

Bei einer durchschnittlichen Belegung von weniger als zwei Personen pro Wohnung bedeutet das, dass gut jede vierte Wohnung in der Stadt Zürich einmal im Jahr neu vermietet wird. Das heisst aber auch: Wer eine Wohnung sucht, hat trotz geringer Leerstandsquote Chancen, fündig zu werden. Nur, die Mehrzahl der frei werdenden Wohnungen kommt gar nie auf den offiziellen Markt, wird also nur in den wenigsten Fällen in der Zeitung oder im Internet inseriert. Zum einen erfolgen die Kündigungen nicht selten kurzfristig, zum anderen braucht es angesichts der riesigen Nachfrage nur wenig Aufwand, um einen Nachmieter zu finden. Ein Rundmail oder ein Abreissinserat in der Migros genügen meist, und die potenziellen Nachmieter stehen Schlange. Wer also eine der frei werdenden Wohnungen bekommen will, muss andere Wege gehen, als nur ein Abo bei den grossen Internet-Immobilienplattformen zu lösen:

Flugblätter

Wer das Quartier seiner Wahl schon kennt, steckt dort in alle Briefkästen ein Flugblatt mit den Angaben zur gesuchten Wohnung. So erfährt man von Wohnungen, die vielleicht erst in einigen Monaten oder kurzfristig frei werden. Die Aussicht auf eine Belohnung für eine Vermittlung erhöht die Chancen.

Rundmail

Ein kurzes Mail in regelmässigen Abständen an alle Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen fördert unter Umständen das eine oder andere Wohnungsangebot zutage. Zudem kann man die Angeschriebenen bitten, das Mail noch an weitere Kollegen und Freunde weiterzuleiten. Auch hier lohnt es sich, mit einer Belohnung zu winken - und sei es nur ein Nachtessen in der neuen Wohnung.

Vermittlungsbüros

Manche Vermieter ersparen sich die Mühe, ihre Wohnungen über Inserate oder das Internet anzubieten, und schalten ein Vermittlungsbüro ein. Die so angebotenen Wohnungen werden in der Regel nicht publiziert, sondern nur denjenigen Interessenten zugänglich gemacht, die beim Vermittlungsbüro angemeldet sind. Das verkleinert den Kreis der Interessenten, und man erhält nur Angebote, die auf das eigene Suchprofil zugeschnitten sind. Dafür ist in der Regel mindestens eine Monatsmiete als Entschädigung ans Vermittlungsbüro zu bezahlen. Die bekanntesten Vermittler in der Stadt Zürich sind das Büro Domino (www.dominozh.ch) und der Mata-Dienst (www.mata-dienst.ch).

Todesanzeigen

Eine etwas makabere, aber - wie man oft hört - bewährte Variante soll das Studium von Todesanzeigen in den Tageszeitungen sein. Wird aus der Anzeige klar, dass es sich beim Verstorbenen um eine Einzelperson gehandelt hat, sucht man im Telefonbuch die Adresse und versucht herauszufinden, wer der Vermieter der Wohnung ist - am einfachsten mit einem Anruf bei Nachbarn im gleichen Haus. So besteht die Chance, dass man sich beim Vermieter melden kann, bevor dieser unter Umständen überhaupt weiss, dass die Wohnung aufgrund des Todesfalles frei geworden ist.

Intranet

Grössere Betriebe verfügen in der Regel über ein Intranet, auf dem man als Mitarbeiter auch Inserate platzieren oder nach Inseraten suchen kann. Ein Blick ins Intranet des eigenen Arbeitgebers lohnt sich, und dort kostet ein Inserat nichts.

Gratisinserate

Quartierläden, aber auch die Filialen der Grossverteiler halten oft ein Anschlagbrett für Gratisinserate bereit. Entweder findet man dort Wohnungsangebote, oder man hängt ein eigenes Suchinserat auf.

Wartelisten

Viele Wohnbaugenossenschaften führen auch heute noch eine Warteliste. Teilweise kann man sich sogar via Internet darauf eintragen. Die Liste aller Baugenossenschaften im Kanton Zürich findet sich unter www.mietbar.ch. Achtung: Oft nützt die Eintragung nur dann etwas, wenn sie in gewissen Zeitabständen erneuert wird.

Wohnungstausch

In den letzten Jahren hat sich der Tausch von Wohnungen etabliert. Internetportale wie www.ronorp.ch und www.tauschwohnung.ch führen die Tauschwilligen zusammen.

Metasuchmaschinen

Längst nicht alle online inserierten Wohnungen sind auf den grossen Internetplattformen zu finden. Metasuchmaschinen wie www.alle-immobilien.ch durchsuchen diverse Inseratplattformen und zeigen zudem an, seit wann ein Inserat aufgeschaltet ist.

Spaziergänge und Velotouren

Neu erstellte Mietwohnungen werden meist erst inseriert, wenn der Bau schon ein Stück weit fortgeschritten ist. Bei Spaziergängen oder kleinen Velotouren durch Quartiere, in denen man sich einen Wohnsitz vorstellen könnte, spürt man schnell Baugruben für neue Wohnhäuser auf. Die Bautafel oder ein Anruf beim ausführenden Bauunternehmen führt dann zur Bauherrschaft. Dort wiederum erfährt man, ob, ab wann und zu welchen Preisen Wohnungen zu haben sein werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.09.2008, 08:24 Uhr

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