Zähringerplatz künftig autofrei

Die 32 Parkplätze auf dem Zähringerplatz im Niederdorf sollen verschwinden. Der benachbarte Predigerplatz aber behält seine Parkplätze. Das hat der Gemeinderat entschieden.

Bald Geschichte: Parkierte Autos auf dem Zähringerplatz. Bild: PD.

Bald Geschichte: Parkierte Autos auf dem Zähringerplatz. Bild: PD.

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Eigentlich wollten die beiden grünen Gemeinderäte Markus Knauss und Gabi Kisker die Autos nicht nur vom Zähringerplatz verbannen, sondern gleich auch noch vom Predigerplatz. Hätten sie jedoch an dieser Forderung festgehalten, wäre ihr Postulat von den Grünliberalen nicht unterstützt worden – und hätte deshalb keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden. Unter diesem Druck änderte Knauss das Begehren ab. Das Postulat wurde mit 71 Ja- zu 47 Nein-Stimmen überwiesen.

Die Grünliberalen wurden damit zur Mehrheitsbeschafferin. Denn die Meinungen der restlicher Parteien sind in Parkplatzfragen altbekannt und änderten sich auch gestern kein bisschen: Die SP und die AL votierten mit den Grünen und den Grünliberalen, während SVP, FDP und CVP wortreich unterlagen.

«Trostlose Autoauf­bewahrungsstätte»

Das Anliegen, die beiden Plätze von den Autos zu befreien, ist ein altes. Schon vor über 30 Jahren forderten dies Quartierbewohner. Laut Knauss zu Recht: «Einer der schönsten Plätze in Zürich ist heute eine trostlose Autoauf­bewahrungsstätte.» Für das Niederdorf seien die Parkplätze dort «irrelevant», sagte er. Denn Hunderttausende von Kunden kämen mit dem öffentlichen Verkehr nach Zürich und würden dort einkaufen, wo sie sich am wohlsten fühlten: am Limmatquai und in der Europaallee, die beide autofrei seien. Zudem ist der historische Parkplatzkompromiss momentan gerade mit 179 Plätzen im Plus. Mit dem Postulat von Knauss ­würden 44 Plätze abgebaut.

Die Ratslinke kündige diesen historischen Kompromiss auf, stimme sie dem Postulat und damit dem Abbau der Parkplätze zu, sagte Mauro Tuena, SVP-Fraktionschef. Einen Kompromiss notabene, dem das Volk über den regionalen Richtplan zugestimmt habe. Das Gewerbe im Niederdorf leide heute schon genug, weil durch die Sperrung der Zähringerstrasse ab 19 Uhr bereits 50 Parkplätze wegfallen würden.

Gegenangebot der FDP

Marc Bourgeois von der FDP rechnete vor, dass jeder Parkplatz einen Umsatz von gegen 600'000 Franken pro Jahr ­generiere, darauf könne man nicht verzichten. Würden die Parkplätze wegfallen, bedeute dies ein Verlust von über 22 Millionen Franken fürs Gewerbe. Die FDP könnte dem geforderten Parkplatzabbau allenfalls dann zustimmen, wenn die Gegenseite bei einem Parkhaus am Central mitmachen würde. Dieses fordere seine Partei schon lange, sagte er.

Guido Tervisan von der GLP sagte, er habe sich bei der Dienstabteilung Verkehr über den historischen Kompromiss erkundigt. Die betroffenen Parkplätze seien heute noch nicht kompensiert. Der Abbau auf dem Predigerplatz sei ­j­edoch nicht zwingend.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.11.2014, 22:37 Uhr

Gestern im Gemeinderat

Metalle aus Abfall zurückgewinnen
Das Stadtzürcher Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz soll das Metall zurückgewinnen, das im Abfall angeliefert wird. Der Gemeinderat hat dafür einem Kredit von 38,9 Millionen Franken einstimmig zugestimmt. Das Parlament betrachtete das Vorhaben sowohl ökologisch als auch ökonomisch als sinnvoll. Die Zürcher sollen im ersten Halbjahr 2015 über den Kredit abstimmen. Zudem überwies der Rat ein Postulat der SVP. Dieses fordert, dass der Gebührenzahler vom allfälligen Gewinn der Metallrückgewinnung profitiert. Gemäss SP ist die Forderung allerdings bereits erfüllt.

Private Videoüberwachung regeln
Der Stadtrat soll prüfen, ob die Überwachung des öffentlichen Raums durch Videokameras Privater rechtlich geregelt werden darf. Der Gemeinderat hat einem Postulat von Peter Küng und Florian Utz (SP) mit 65 zu 41 zugestimmt. SVP und FDP waren dagegen, die Grünliberalen enthielten sich der Stimme.

Besondere Kommission für die BZO
Der Gemeinderat hat gestern eine Besondere Kommission (BK) für die Teil­revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) eingesetzt. Präsident ist Michael Baumer von der FDP, Vizepräsident Markus Knauss von den Grünen.

Mehr Sicherheit auf dem Trottoir
Der Stadtrat soll die Sicherheit auf dem Trottoir der Schaffhauserstrasse zwischen Bühlwiesenstrasse und der Bahnunterführung verbessern. Dies fordert das Parlament in einem Postulat der Grünliberalen. (zet)

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