Zauberpilz-Versuche unter der Leitung der Uni Zürich

Die Unversität Zürich will den Wirkstoff Psilocybin testen, der in einigen psychoaktiven Pilzarten enthalten ist. Die Methoden dazu sind aussergewöhnlich – und rufen Kritiker auf den Plan.

Enthalten den Wirkstoff Psilocybin, der LSD-ähnliche Rauschzustände verursacht: Halluzinogene Pilze.

Enthalten den Wirkstoff Psilocybin, der LSD-ähnliche Rauschzustände verursacht: Halluzinogene Pilze.

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Die Universität Zürich betreibt zwar schon seit Jahren Forschungsarbeit zur Wirkung von Psilocybin und verwandten Stoffen auf die Prozesse im Gehirn. Nun beschreitet die Hochschule allerdings neue und aussergewöhnliche Wege. Laut einem Bericht im «Blick» von heute Mittwoch werde im Dezember und März jeweils eine zehnköpfige Gruppe von Probanden für eine Woche auf die Rigi fahren. Dort, im Begegnungszentrum Felsentor, werden sie unter der Begleitung eines Zenmeisters unter dem Einfluss der Zauberpilze meditieren.

Franz Xaver Vollenweider, Professor für Psychiatrie und Leiter der Studie, erhofft sich von den Tests Erkenntnisse, die Menschen mit einer «gestörten Selbstregulation» zugutekommen könnten, lässt er sich zitieren. Es werde der Frage nachgegangen, ob die Einnahme der Pilze in Kombination mit der Meditation ein mystisches Erlebnis auslöse.

Entwicklung neuer Behandlungsmethoden

«Die Studie verspricht ein besseres Verständnis des menschlichen Bewusstseins, das bei psychischen Erkrankungen verändert sein kann», erklärt Vollenweiders Vorgesetzter, Professor Erich Seifritz, gegenüber dem «Blick». «Sie ist für die Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden höchst relevant – sowohl im Bereich der medikamentösen als auch der psychologischen Therapie.»

Psilocybinhaltige Pilze wirken ähnlich wie die chemische Droge LSD. Gemäss Betäubungsmittelgesetz sind sie illegal. Die Studie sei jedoch von der kantonalen Ethikkommission sorgfältig geprüft und bewilligt worden, sagt Seifritz.

Leichtsinnig und absurd

Der Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi, Mitglied der parlamentarischen Gesundheitskommission, bezeichnet die Testreihe der Uni als leichtsinnig und absurd. Er kündigt für die nächste Session einen Vorstoss an. «Drogen benebeln die Wahrnehmung und verwischen die Realität. Mystische Erlebnisse kann man auch haben, wenn man in die Kirche geht.» (tif)

Erstellt: 05.11.2014, 08:27 Uhr

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