Zehn neue Tempo-30-Strassen in Zürich

Zwecks Lärmschutz hat die Stadt auf weiteren Strassenabschnitten Tempo 30 eingeführt.

Auf diesen zehn Abschnitten (rot) gilt neu Tempo 30. Man kann durch Scrollen die Karte vergrössern.


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Schon wieder Ärger für die Automobilverbände ACS und TCS: Im letzten Juli waren es 17 Strassenabschnitte in der Stadt Zürich, auf denen die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer herabgesetzt wurde, jetzt sind 10 weitere hinzugekommen:

  • Kalchbühlstrasse
  • Widmerstrasse (zwischen Albis- und Kalchbühlstrasse)
  • Nordstrasse (zwischen Stampfenbach- und Kornhausstrasse)
  • Hegibachstrasse (zwischen Hegibach- und Klusplatz)
  • Hornbachstrasse (zwischen Seefeld- und Bellerivestrasse)
  • Flurstrasse (zwischen Freilager- und Rautistrasse)
  • Freihofstrasse
  • Freilagerstrasse
  • Köschenrütistrasse (zwischen Birchstrasse und Katzenbach)
  • Zehntenhausstrasse

Damit hat die Stadt in diesem Jahr auf 27 Strassenabschnitten Tempo 30 vorgeschrieben. Es handelt sich um einfache Umsignalisationen, aber ohne bauliche Massnahmen wie Verengungen oder versetzte Parkplätze. Die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h ist Teil der Strassenlärmsanierung, zu der der Bund die Gemeinden verpflichtet hat. In Zürich werden auf rund 230 Strassenkilometern die Grenzwerte der eidgenössischen Lärmschutzverordnung überschritten, was etwa ein Drittel der Wohnbevölkerung betrifft. Die Lärmschutzverordnung schreibt überdies vor, dass Massnahmen an der Quelle des Lärms vorzuziehen sind, also beim rollenden Verkehr zum Beispiel mit Geschwindigkeitsreduktion. Erst wenn das nicht möglich ist, kommen Lärmschutzfenster infrage.

Vollbeschäftigung für Gerichte

Tempo 30 in Wohngebieten zwecks besserer Lebensqualität und Sicherheit kennt die Stadt Zürich schon lange: 134 Zonen mit einer Strassenlänge von etwa 300 Kilometern. Neu ist Tempo 30 mit Bezug auf die Lärmschutzverordnung und auf überkommunalen Strassen. Auf mehr als 100 Strassen und Strassenabschnitten hat das Sicherheitsdepartement – früher Polizeidepartement genannt – in den letzten sechs Jahren Tempo 30 verfügt, angefangen im Stadtkreis 2, endend in den Kreisen 1, 4 und 5. Die meisten wurden von ACS und TCS angefochten mit dem Argument, weniger Geschwindigkeit bringe mehr Stau und behindere auch den öffentlichen Verkehr. Die Stadt dagegen argumentiert, die Verlangsamung des Verkehrs von 50 auf 30 Stundenkilometer senke den Lärm in den angrenzenden Wohnungen um 2,5 bis 3 Dezibel, was eine spürbare Verbesserung bedeute.

Die über 80 Einsprachen der Automobilverbände sind auf verschiedenen Ebenen hängig – vom Statthalter bis zum Bundesgericht. Inhaltlich hat das höchste Gericht noch nicht entschieden, doch fällte es im Sommer einen Zwischenentscheid: Die Beschwerden, die vom Verwaltungsgericht entschieden sind, haben keine aufschiebende Wirkung. Das heisst, die Stadt kann Tempo 30 signalisieren auch ohne letztes Urteil aus Lausanne. Jetzt tut sie das, wo keine baulichen Massnahmen geplant sind. Wenn Tempo 30 keine Auswirkungen auf den Verkehr ausserhalb der Stadt hat, darf die Stadt 30 km/h auch auf überkommunalen Strassen einführen – aber nur signalisieren, nicht umbauen. Während die Tempo-30-Politik der Stadt den Autoverbänden viel zu weit geht, geht sie dem VCS und der Organisation Umverkehr viel zu wenig weit. Umverkehr fordert Tempo 30 auf allen Strassen mit übermässigem Lärm. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.10.2017, 11:24 Uhr

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