Zoo Zürich verliert Tigerdame Elena

Pfleger haben das Tier am Mittwochmorgen leblos in der Anlage gefunden. Vor ihrem Tod gab es noch Streit mit dem Tiger Sayan.

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In den vergangenen Tagen ging es mit dem Allgemeinzustand von Elena auf und ab und es kam laut Zürcher Zoo auch zu kleineren Auseinandersetzungen mit Tigermännchen Sayan, obwohl die beiden sich grundsätzlich gut verstanden haben. Elena stand deshalb unter tierärztlicher Kontrolle. Dennoch kam der Tod über Nacht unerwartet. Die genaue Todesursache wird nun im Pathologischen Institut der Veterinärmedizinischen Fakultät Vetsuisse der Universität Zürich untersucht.

Gibt es Ersatz für Elena? «Für uns ist klar, dass wir unbedingt wieder ein Tigerpärchen im Zoo haben wollen», sagt Zoo-Direktor Alex Rübel auf Anfrage. Weil der Zoo Zürich Teil eines europäischen Artenschutzprogrammes ist, kann er allerdings nicht selber entscheiden, ob und wann es Ersatz für Elena geben wird. Rübel: «Es wird sicher ein halbes Jahr verstreichen, bis der Ersatz für Elena gefunden ist und bei uns eintreffen wird.» Sorgen, dass sich Tigermann Sayan, jetzt allein im Gehege, in der Zwischenzeit langweilen könnte, hat Rübel keine. «Das ist kein Problem. Tiger sind von Natur aus Einzelgänger.»

Noch vor einem halben Jahr verkündete der Zoo Zürich die Ankunft des Tigers Sayan aus dem französischen Parc des Félins. Vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm bekam der Zoo grünes Licht, nochmals mit der alternden Elena zu züchten.

Schritt für Schritt wurde der gut zweijährige Sayan in den letzten Monaten an die über 14 Jahre alte Tigerdame Elena herangeführt. Die beiden Tiger haben sich schnell aneinander gewöhnt. Im Juli zeigte Elena sogar «Anzeichen einer Rolligkeit», wie der Zoo mitteilte. Sayan war aber nicht interessiert und es konnten auch keine Paarungen beobachtet werden.

Mutter von vier Jungen

Tigerlady Elena kam 2010 aus dem Tierpark Hellabrunn in München nach Zürich. Zusammen mit ihrem Partner Coto brachte sie 2011 vier Junge zur Welt, wovon drei überlebten.

Elena (links) mit ihrem Sohn Lailek. (Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini)

Anschliessend setzten die Tierärzte bei ihr viermal ein Hormonimplantat ein, um die weitere Zucht zu unterbrechen. Dies, weil ihre Gene im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm überrepräsentiert waren und für einen möglichen Nachwuchs kein guter Platz in einem anderen Zoo gefunden worden wäre.

Strenge Schutzmassnahmen

Der Amur- oder Sibirische Tiger ist der grösste Vertreter der Tiger. Männchen erreichen mit 180 bis gegen 300 Kilogramm ein stattliches Gewicht. In den 1940er-Jahren sank der Bestand der Amurtiger in der Wildnis auf rund 40 Tiere. Nur dank strenger Schutzmassnahmen hat sich der Bestand wieder erholt und wird gegenwärtig auf etwa 500 Tiere geschätzt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2018, 12:32 Uhr

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