Zürcher Velostrassen: Der Test mit Video

Die Stadt hat ihr Velostrassen-Pilotprojekt gestartet. Wir haben die Strecke getestet und Tücken gefunden.

Redaktorin Anita Merkt hat die Scheuchzerstrasse mit dem Fahrrad getestet.

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Die Farbe der Signalisierung ist noch nicht trocken, als wir da ankommen, wo die neue Zürcher Velostrasse beginnt. Arbeiter haben im Auftrag der Stadt soeben das letzte von rund 20 überdimensionalen Velopiktogrammen auf die Strasse gemalt. Eingangs der Scheuchzerstrasse ist neu das blau-weisse Schild «Velostrasse» angebracht. Eine Tafel darunter erklärt, was es damit auf sich hat: Wer die Scheuchzerstrasse entlangfährt, muss keinen Rechtsvortritt mehr gewähren. Weisse Haifischzähne und Vorfahrt-Gewähren-Schilder machen die einbiegenden Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam.

Seit gestern ist die Scheuchzerstrasse fast auf der ganzen Länge als Velostrasse ausgeschildert. Am Mittwoch wird auch die Affolternstrasse so markiert. Der TA hat getestet, wie schnell und sicher man als Velofahrende jetzt auf der Scheuchzerstrasse fährt. Die Stadt Zürich testet im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts die beiden Velostrassen während zehn Monaten.

Da die Scheuchzerstrasse eine 30er-Zone ist und ohnehin alle langsam fahren, scheint die Umstellung für die von rechts kommenden Fahrzeuge kein Problem zu sein. Sie tasten sich heran, schauen nach rechts und links und fahren erst los, wenn kein Velo heransaust. Selbst bei der kalten Bise sind das ziemlich viele. Die Scheuchzerstrasse war schon bisher ein Veloweg und wird intensiv als solcher genutzt.

Kritisch wird es bei der stark befahrenen Riedtlistrasse. Nichts weist darauf hin, dass die Velostrasse hier endet. Fahrradfahrer müssen dennoch stoppen. Da es hier streng bergauf geht, fällt das relativ leicht. Ein Hinweis wäre dennoch gut. Die Velostrasse ist ab hier unterbrochen. Hat man die Riedtlistrasse überquert, gilt wie früher rechts vor links. Erst bei der Röslistrasse weist wieder ein Schild auf die neue Velostrasse hin.

Zwei kritische Querstrassen sind die Langmauerstrasse und die Milchbuckstrasse. Hier fahre ich lieber vorsichtig heran und schaue, ob die querenden Autos auch anhalten. Am ersten Nachmittag des neuen Regimes tun sie das. Von beiden Seiten fahren die Autofahrer auf der Milchbuckstrasse langsam heran, schauen nach rechts und links – und fahren erst weiter, wenn sie keine Vorfahrt gewähren müssen.

Zumindest am Einweihungstag gibt es niemand, der gewohnheitsmässig durchfährt. Die neuen Schilder und Markierungen werden wahrgenommen und respektiert. Bis die Velofahrer sich darauf verlassen und sich trauen, auf der neuen Velostrasse ein schnelles Tempo beizubehalten, wird es aber wohl eine Weile brauchen.

Erstellt: 27.11.2017, 16:39 Uhr

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