Züri-Fäscht: Die Highlights

Neuer Besucherrekord, Drachenbootrennen, Tanzwiesen und Feuerwerk: Insgesamt drei Tage feiert Zürich die grösste Party der Schweiz. Die Höhepunkte.

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2,3 Millionen Besucherinnen und Besucher haben am Wochenende bei schönstem Sommerwetter das «Züri Fäscht» gefeiert. Teilweise war der Andrang so gross, dass es weder ein Vorwärts noch ein Rückwärts gab. Vor allem die beiden Feuerwerke von Freitag- und Samstagnacht zogen die Besucher in ihren Bann. Während jeweils einer halben Stunde leuchtete das ganze Seebecken in einem Lichtermeer und knallten die Feuerwerkskörper durch die Nacht.

Nicht nur für die Feuerwerke mussten die Festivalbesucher ihre Hälse in die Luft strecken. Viele Aktivitäten fanden in luftiger Höhe statt: Neben Fallschirmspringern und Flugshows sorgte besonders die Familie Bügler für staunende Gesichter unter den Festivalbesuchern: In 55 Metern Höhe balancierten sie auf einem Seil entlang der 230-Meter-Strecke zwischen den Türmen des Grossmünsters und der St.-Peter-Kirche.

Auf und im Wasser

Auch auf dem Wasser gab es viel zu sehen. Während sich auf der Limmat wiederholt Drachenboote ein Rennen lieferten, konnten Mutige über dem See mit einem Jet-Pack in die Lüfte steigen (siehe Video). Auch die Turmspringer bei der Quaibrücke, die waghalsige Sprünge von einem 20-Meter-Turm wagten, brachten manchen Besucher zum Staunen. In der Nähe des Hafens Riesbach durften Gefährte ins Wasser, die sonst wohl jegliche Prüfung der Wassertauglichkeit kaum bestehen würden: Fantasievolle Boote, teils richtig geschmückt, teils schlicht, die einzig durch PET-Flaschen über Wasser gehalten wurden (siehe Video).

Für Festivalbesucher, die von einer Seeseite zur anderen kommen wollten, gab es ein besonderes Highlight: Die Amphicars, die einzig fürs Züri-Fäscht zugelassen wurden und sonst in der Schweiz verboten sind. Die kleinen, wasser- und landtauglichen Autos mit Heckflossen, wie bei Karossen der Fünfzigerjahre, wurden zum beliebten Fortbewegungsmittel. Vor allem für jene Besucher, die sich den Weg durch die Menschenmassen am Bellevue ersparen wollten.

Partys und Kulinarisches

Natürlich war rund ums Seebecken auch fürs Partyvolk gesorgt. Dutzende DJs brachten die Tanzwütigen rund ums Seebecken in Schwingung. Während die Auswärtigen sich mehr zwischen Bellevue und Bürkliplatz zu wummernden Bässen bewegten, liessen die einheimischen Partygänger ihre Beine bei den Partymeilen der Zürcher Clubs wackeln. Besonders beim Hafen Riesbach, wo in kurzer Entfernung die Pfingstweide und Frieda’s Büxe auf die Dancefloors luden, oder bei der Rentenanstalt, wo das Hive zur Technoparty lockte (siehe Video).

Auch fürs leibliche Wohl wurde an Hunderten Ständen gesorgt. Während man rund ums Seebecken vor allem mit Fischknusperli, asiatischen Nudeln, Burgern und Süssigkeiten versorgt wurde, lohnte sich für Freunde der Kulinarik besonders der Besuch des Lindenhofs. Dort kochten 35 Vereine und Organisationen Spezialitäten aus der ganzen Welt. Der Lindenhof dürfte sich auch heute Abend als guter Ort erweisen, um das Züri-Fäscht stilvoll ausklingen zu lassen. Ab 18 Uhr locken neben den kulinarischen Highlights auch Konzerte auf den Aussichtspunkt im Stadtzentrum. Unter anderen wird dort Stiller Has seine Berner Chansons zum Besten geben.

Die Kehrseite

Die Drei-Tage-Party hatte aber auch ihre Kehrseite – im wörtlichen Sinn. Denn überall entlang der Festmeile türmte sich der Abfall bis in die frühen Morgenstunden. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Putzequipen von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) ihren Einsatz starten. Allein zwischen Bellevue und Rentenanstalt kehrten mindestens fünf Putzwagen den Schmutz der Nacht von den Strassen. Genaue Angaben zum Abfall und dessen Beseitigung will ERZ aber erst am Montag machen.

Auch führte der Alkoholkonsum zu einigen tätlichen Auseinandersetzungen. Laut Polizeisprecher Michael Wirz kam es besonders in der zweiten Hälfte der Nacht auf Sonntag zu einzelnen Schlägereien und Tätlichkeiten. «Es mussten Verletzte ins Spital gebracht werden.» So wurde kurz nach 22.30 Uhr ein Mann mit lebensgefährlichen Schnittverletzungen in einen Sanitätsposten eingeliefert. Er war am Sechseläutenplatz von zwei Unbekannten angegriffen und mit einer abgebrochenen Flasche verletzt worden.

Rund 600 Verletzte behandelt

Sechs Verletzte gab es in der späten Nacht und am frühen Morgen. So gerieten mehrere Männer an der Bellerivestrasse aneinander. Dabei zog sich ein 37-jähriger Kopfverletzungen zu und musste ins Spital gebracht werden. Ein 19-Jähriger kam mit Schnittverletzungen zu einem Sanitätsposten. Wie er sich verletzt hat, ist nicht bekannt.

Bei einer Auseinandersetzung zwischen vier Männern am Bahnhofsplatz erlitt ein 21-Jähriger Schnittverletzungen, als er eine abgebrochene Flasche abwehren wollte. Die Polizei fahndet in diesem Fall nach zwei unbekannten Männern. Bei einer Schlägerei am Limmatquai wurden drei Männer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren leicht verletzt. Einer der Beteiligten flüchtete nach der Auseinandersetzung. Dabei stürzte er und brach sich einen Arm.

Auch kam es nach dem Feuerwerk vom Samstag «an mehreren Stellen zu Engpässen, weil viele Besucher gleichzeitig den Heimweg antreten wollten», wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt. Die Menschenströme konnten sich zeitweise nicht fortbewegen. Einzelne Personen haben sich leicht verletzt, weil sie versuchten, über den Zaun in den Garten des Hotels Baur au Lac zu kommen. Die Polizei öffnete darauf ein Tor, um die Menschen in den Garten einzulassen.

Auch in der Nacht auf Samstag kam es zwischen Alkoholisierten zu einzelnen Schlägereien, insgesamt sieben Personen mussten ins Spital gebracht werden. Zudem versuchte eine Gruppe von über 160 Rockern, auf das Festivalgelände zu gelangen, was die Polizei verhinderte. Bei der Kontrolle der Rocker stellte sie 140 Waffen sicher.

Ebenfalls in der Nacht auf Samstag kollidierten zwei Trams beim Hauptbahnhof . Dabei wurden sechs Personen leicht und zwei Personen mittelschwer verletzt.

Schutz & Rettung hat von Freitagabend bis Sonntagmorgen gut 600 Personen behandelt. Häufig waren Schnittverletzungen, Blasen an den Füssen, Kreislaufprobleme oder übermässiger Alkoholkonsum.

Positiv fällt auch die Bilanz der SBB aus. Es habe keine Unfälle, keine Verspätungen und keinen Vandalismus gegeben, sagte SBB-Sprecher Stephan Wehrle der Nachrichtenagentur sda. 450 zusätzliche S-Bahnen waren im Einsatz. Mehrere Extrazüge verkehrten nach Bern, Basel, Luzern und Chur. Ausserdem gab es über 1000 zusätzliche Tram- und Busverbindungen.

(Mit Material der SDA) (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.07.2013, 15:06 Uhr

Hopp, hopp, hopp: Drachenbootrennen auf der Limmat. (Für Video Bild anklicken.) (Bild: Tages-Anzeiger)

Tanzen bis zum Mittag: Party beim Hafen Riesbach. (Für Video Bild anklicken.) (Bild: Tages-Anzeiger)

Züri-Fäscht am Sonntag

Auch heute Sonntag können Partyhungrige noch bis Mitternacht weiterfeiern.

Welche Highlights das Programm zu bieten hat, finden Sie hier.

Und wo die einzelnen Highlights zu finden sind, sehen Sie hier.

Mit PET-Flaschen ins Wasser: Test mit Recycling-Booten vor dem Rennen. (Für Video Bild anklicken.) (Bild: Tages-Anzeiger)

Mit Sicherheit nass: Jetpack über dem Zürichsee. (Für Video Bild anklicken) (Bild: Tages-Anzeiger)

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