Zürich hat kein Geld, um die Wege am Uetliberg zu flicken

Ein Sparbefehl des Parlaments zwingt Grün Stadt Zürich, die Sanierung von Wegen zu verschieben und auf den Ersatz von Buchsbäumen zu verzichten.

Der im Mai abgerutschte Föhreneggweg bleibt bis auf weiteres gesperrt.

Der im Mai abgerutschte Föhreneggweg bleibt bis auf weiteres gesperrt. Bild: Grün Stadt Zürich

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Der Föhreneggweg vom Albisgüetli auf den Uetliberggrat bleibt unpassierbar. Grün Stadt Zürich hat entschieden, die Reparatur auf unbestimmte Zeit zu verschieben, wie Sprecher Lukas Handschin sagt. Der steile Wanderweg ist im Mai nach heftigen Regenfällen abgerutscht.

Auch andere Instandsetzungen am Uetliberghang werden ausgesetzt. Grund für den Entscheid ist ein Gemeinderatsbeschluss von letzter Woche. Eine Mehrheit aus SVP, FDP, GLP, CVP, EVP und AL hat Grün Stadt Zürich eine Ergänzung zum Globalbudget versagt. Die Dienstabteilung hatte über 1 Million Franken zusätzlich zum ordentlichen Budget von 54 Millionen Franken beantragt.

Grün Stadt Zürich wollte damit die Kosten mehrerer unvorhergesehener Ereignisse decken. Die Reparaturarbeiten am Uetliberg waren mit 250 000 Franken veranschlagt. Dazu kam ein Mehrbedarf an Zuschüssen beim Personal von 270 000 Franken.

Hohe Schäden an Bäumen

Der grösste Posten betrug 500 000 Franken. Diesen Betrag wollte Grün Stadt Zürich dieses Jahr zusätzlich aufwenden, um Schäden an Bäumen und Sträuchern zu bekämpfen. Diese sind 2013 besonders hoch. So hat der Buchsbaumzünsler in Parkanlagen alle Hecken kahl gefressen, zum Beispiel im Beckenhofpark im Kreis 6. Zudem musste Grün Stadt Zürich diesen Frühling im Friedhof Nordheim auf Geheiss des Kantons zahlreiche Bergföhren roden, die von der Braunfleckenkrankheit geschädigt waren. Damit sollte verhindert werden, dass der Pilz auf den Käferberg übergreift.

Bei Platanen hat Grün Stadt Zürich dieses Jahr einen vermehrten Befall durch den Massaria-Pilz festgestellt. Da der Befall nur auf der Oberseite der Äste sichtbar ist, müssen Spezialisten in die Baumkronen klettern, was einen finanziellen Mehraufwand bedeutet.

Laut Lukas Handschin nehmen die Schäden in der Stadt durch sogenannte Schadorganismen tendenziell zu. «Die Auswirkungen sind unvorhersehbar und die Kosten nicht oder nur unpräzise berechenbar», sagt Handschin. Um Kosten zu sparen, hat Grün Stadt Zürich nun auch die Ersatzpflanzungen für die kahl gefressenen Buchsbäume gestrichen.Stadtratskandidat Samuel Dubno von den Grünliberalen ist überzeugt, dass die Einsparungen für Grün Stadt Zürich bei einem Budget von 54 Millionen Franken verkraftbar seien. Ereignisse wie Hangrutsche oder Schädlingsbefall seien nicht unvorhersehbar für die Dienstabteilung, sondern gehörten zum Betrieb. Die Kosten für solche Ereignisse müssten deshalb im ordentlichen Gobalbudget aufgefangen werden können. Dieses gebe der Abteilung die Freiheit, zu entscheiden, wie und wo sie was tun wolle.

Erstellt: 17.09.2013, 10:33 Uhr

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