Zürich kämpft gegen die Urin-Seen

Damit das Züri-Fäscht nicht im Urin-Gestank versinkt, werden zusätzliche Toiletten aufgestellt. Zwei ERZ-Mitarbeiter kümmern sich zudem ausschliesslich um die Beseitigung von Pinkel-Geruch.

Die Schattenseiten des Züri-Fäscht: Nicht nur Urin, auch tonnenweise Abfall muss beseitigt werden.

Die Schattenseiten des Züri-Fäscht: Nicht nur Urin, auch tonnenweise Abfall muss beseitigt werden. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Viel Sonnenschein und über 30 Grad: Die Züri-Fäscht-Besucher und Organisatoren haben allen Grund zur Vorfreude. Dass bei dieser Hitze mehr getrunken wird, ist klar. Dass mehr gepinkelt wird, eine unangenehme Nebenerscheinung. Die Organisatoren des Züri-Fäscht haben vorgesorgt, sie bieten gemäss Geschäftsleiter Roland Stahel 50 Prozent mehr Toilettenplätze an: «Zu den fixen Anlagen kommen dieses Mal über 300 mobile WC-Anlagen mit rund 500 Plätzen.»

Hauswände und Bäume beliebt

Erfahrungsgemäss gibt es bei Grossanlässen in der Stadt Zürich trotzdem nie genug WC’s. Viele, vorwiegend männliche Festbesucher, ziehen Bäume und Hauswände den WC-Warteschlangen vor. Bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) hat man deshalb vorgesorgt. Ein Anti-Urin-Mittel hat man in rauen Mengen auf Lager. Zudem sind ERZ-Urin-Spürnasen im Einsatz: «Je nach Wetter werden ein bis zwei Mitarbeiter bis zu zwei Tage mit Anti-Urin-Mittel im Rückentank den schlechten Gerüchen nachgehen», erklärt ERZ-Sprecherin Leta Filli auf Anfrage.

Immer der Nase nach

Beim Anti-Urin-Mittel handelt es sich um ein Konzentrat, welches verdünnt und dann gesprüht wird: «Es funktioniert wie ein Desinfektionsmittel, welches Bakterien eliminiert. Ein Zitronenduft übertüncht zudem die schlechten Gerüche.» Die ERZ-Mitarbeiter gehen ihrer Nase nach oder folgen Reklamationen von Privatpersonen.

Auch abgesehen von der Urin-Problematik stellt das Züri-Fäscht eine grosse Herausforderung für die städtischen Reinigungsequipen dar. 185 ERZ-Mitarbeiter sind für das Einsammeln der Tonnen Abfall am nächsten Wochenende eingeplant. Überstunden seien so gut wie sicher. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.06.2010, 16:12 Uhr

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