Zürichs Kunsthochhaus überlebt in neuer Form

Die Photobastei, eine temporäre Fotoausstellung in einem Hochhaus, war ein Grosserfolg. Jetzt darf Kulturmanager Romano Zerbini sie an einem ganz anderen Ort fortführen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie war wohl Zürichs erfolgreichste Fotoausstellung aller Zeiten. Die Photobastei, angelegt als Zwischennutzung eines ehemaligen UBS-Hochhauses am Schanzengraben, lockte während neun Monaten rund 100'000 Besucher an. Ende August musste sie die Pforten schliessen. Jetzt wird das Haus am Schanzengraben für den Umbau vorbereitet.

So kommt es wie gerufen, dass mitten in Zürich neue Lokalitäten frei werden. Romano Zerbini, der Initiator der Photobastei, kann sein Projekt am Sihlquai 125 fortsetzen. Die Stadt hat die dortige Liegenschaft vom Kanton für eine knapp vierjährige Zwischennutzung übernommen (siehe Kasten).

Ähnliches Programm auf weniger Raum

Bis vor kurzem gingen in dem Gebäude nahe beim Limmatplatz die Fotostudentinnen und -studenten der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) ein und aus. Sie sind inzwischen im Neubau auf dem Toniareal untergebracht. Dafür hat Zerbini Spielraum für längere Zeit erhalten. Er rechnet mit einem Quadratmeterpreis von 85 Franken.

Die Räume der ehemaligen Kunstgewerbeschule sind zwar kleiner als am Schanzengraben – es sind bloss zwischen 600 und 700 Quadratmeter – dafür ist aber eine mehrjährige Zwischennutzung garantiert. «Ich will hier Ähnliches auf die Beine stellen wie am Schanzengraben», sagt der Kulturmanager. Das heisst: Er plant Dauerausstellungen von zeitgenössischen Fotografien und will Stellwände vermieten an Berufsfotografen, Stiftungen, Agenturen und Hochschulen. Zudem hat er vor, ein Café einzurichten, wo die neusten Fotobücher aufliegen.

Die Marke Photobastei

Zerbini benützt einen Begriff aus dem IT-Umfeld, um sein jüngstes Kind zu benennen: Aus der Photobastei 1.0 wird die Photobastei 2.0. Der stadtbekannte Kulturmanager hat inzwischen einiges Gewicht in der Zürcher Szene. Peter Haerle, Leiter Kulturförderung der Stadt Zürich, bezeichnete die Photobastei am Schanzengraben gar als «Leuchtturmprojekt» für die Stadt.

Zerbini ist bereits dabei, den Umzug vom Hochhaus am Schanzengraben ins Haus am Sihlquai vorzubereiten. Er freut sich auf die neuen Räume, die zuvor noch umgebaut werden. Das Logo Photobastei wird er beibehalten, es ist zu einer Marke geworden. Die neuen Räume sollen frühestens im März 2015 eröffnet werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.11.2014, 11:41 Uhr

Ein neuer Hotspot für Kreative

In zwei Häusern am Sihlquai plant die Stadt einen Hotspot der Kreativität und Innovation. Bisher hat die Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) die rund 5500 Quadratmeter genutzt. Nun übernimmt die Stadt die Räume für eine Zwischennutzung bis August 2018.
Ziel ist es, dass sich junge Kreative und erfahrene Kunst- und Kulturschaffende gegenseitig befruchten, vernetzen und austauschen. Verwaltet werden die Räume vom Jugendkulturhaus Dynamo, einem Angebot der Sozialen Dienste. Die Raumbörse-Dynamo vermietet sie an junge Stadtzürcher aus dem nichtkommerziellen Kreativbereich weiter, die Ateliers, Musik- oder Projekträume suchen.
Ein Teil der Räume ist bereits belegt. Die Stiftung Binz39 und das Zürcher Kinderballett-Theater sind langjährige Nutzer und können bleiben. Neu dazukommen neben der Photobastei das Projekt Next, das Gemeinschaftsarbeitsplätze für IT- und Kommunikationsprofis vermietet, und die Foundation Manifesta, die die europäische Kunstbiennale 2016 in Zürich organisiert. (mq)

Artikel zum Thema

Luxusbüros statt Fotoausstellungen

Zehntausende haben die Photobastei besucht, das Hochhaus für Fotografie. Ende August ist Schluss. Romano Zerbini, der illustre Organisator, sucht nun ein neues Gebäude. Mehr...

Mehr Kunst in den Aussenquartieren

Zürichs Innenstadt ist für Künstler zu teuer geworden. Aber auch anderswo kann Kultur stattfinden – so das Fazit einer Diskussionsrunde in der Photobastei. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Blogs

Mamablog Erstklassig unterwegs als Schwangere

Sweet Home Best of: Die 10 Gebote der Kochkunst

Die Welt in Bildern

Prinzessin auf der Rose: Während des jährlichen Seerosenfestes in Taipeh posiert ein Mädchen auf einem der gigantischen Exemplare für ein Foto. (16.August 2018)
(Bild: Tyrone Siu) Mehr...