Zürichs erstes 1-Zimmer-Hotel

Am Freitag eröffnet die neue Milchbar beim Paradeplatz – mit einem Hotelzimmer. Man kann es aber nicht einfach buchen.

Im Endspurt: Milchbar-Chef Michel Péclard (links) und Geschäftspartner Florian Weber.

Im Endspurt: Milchbar-Chef Michel Péclard (links) und Geschäftspartner Florian Weber. Bild: Ginger Hebel/Tagblatt der Stadt Zürich

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Kurz vor der Eröffnung ist die Milchbar noch eine Baustelle. Aber es ist wie so oft: Auf die letzte Sekunde wird dann doch alles fertig. Gastronom Michel Péclard kennt das, er ist gelassen. Und er weiss: Er bietet etwas Besonderes. Eine Bar mit einem einzigen, exklusiven Hotelzimmer, eingerichtet von Künstler Max Zuber. Der Clou: Man kann es nicht buchen, sondern nur ersteigern. Wer den Zuschlag erhält, schläft unter der teuersten Bettdecke der Welt. Sie ist aus isländischen Eiderenten-Daunen.

Die neue Milchbar wiederum ist Cafébar, Minirestaurant und Delikatessengeschäft in einem. 2012 wurde sie bereits als Provisorium geführt, danach wurde sie umgebaut und wird jetzt mit neuem Konzept und neuem Interieur eröffnet, mit amerikanischen Feuerwehrdecken, weissen Marmorplättchen an den Wänden und einem feudalen Kronleuchter aus Paris, der die Arkade erstrahlen lässt. «Wir haben lange überlegt, was in Zürich fehlt, denn schicke Restaurants gibt es genug», sagt Péclard. Er wollte eine Cafébar mit Marktkonzept eröffnen, etwas Unkompliziertes, Lässiges, wo man sich trifft, trinkt und isst.

Kaffee stiehlt der Milch die Show

Von der Decke hängen Schinken, in der Theke präsentieren sich erlesene Käse, Wurstwaren, frisch geräucherte Fische und Brote, alle glutenfrei, hergestellt in der eigenen Bäckerei. Wer Lust auf Delikatessen hat, der kann sie von früh bis spät vor Ort geniessen oder mitnehmen, dasselbe gilt für die vielen verschiedenen Weine aus der Wandregal-Vinothek. Auch die Teller, Spiegel, Tische und Stühle kann man kaufen.

In der neuen Milchbar spielt Kaffee die Hauptrolle. Die aktuelle Barista-Schweizer-Meisterin bereitet die Kaffeespezialitäten vor den Augen der Gäste zu: türkischen Kaffee, japanischen Kaffee – den man übrigens kalt trinkt. «Danach ist man die nächsten 24 Stunden hellwach», sagt Péclard und lacht. Auch stehen sechs verschiedene Arten von Filterkaffee im Angebot. «In Amerika liegt Filterkaffee im Trend, hier noch nicht, doch das wird noch kommen», ist er überzeugt.

Saftpresse aus New York

Wer einen Vitaminschub will, kann sich seinen eigenen Saft pressen lassen, das Angebot reicht von Green Smoothies über Gemüsesäfte bis hin zum Weizengrassaft – einer weiteren Neuheit in der Stadt. Weil es dafür eine spezielle Saftpresse benötigt, sind Michel Péclard und Geschäftspartner Florian Weber extra nach New York gejettet und haben sie mitgebracht. Und wie schmeckt der Wunderdrink? «So, als würde man in ein Büschel Gras beissen. Gewöhnungsbedürftig, aber supergesund.» Weizengrassaft verfügt über einen hohen Gehalt an Antioxidantien und zahlreiche Vitamine und Vitalstoffe.

Die Milchbar ist künftig von morgens um fünf bis Mitternacht geöffnet, dadurch können sich hier Menschen treffen, die von der Arbeit kommen und zur Arbeit gehen.

Erstellt: 14.01.2015, 11:24 Uhr

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