Zwei SVPler hadern mit ihrem Wahlerfolg

Die bekannten Lokalpolitiker Mauro Tuena und Roger Liebi sind gestern in den Kantonsrat gewählt worden. Jetzt haben sie ein Problem.

Im Dilemma: Mauro Tuena (links) und Roger Liebi.

Im Dilemma: Mauro Tuena (links) und Roger Liebi. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mauro Tuena ist im Zürcher Wahlkreis 6+10 glänzend gewählt worden. Der SVP-Fraktionspräsident im Gemeinderat überholte gar Bezirksgerichts-Vizepräsident Bruno Amacker und landete auf dem Spitzenplatz. Stadtparteipräsident und Gemeinderat Roger Liebi startete im Kreis 3+9 auf Platz 3 der Liste, überholte den langjährigen Kantonsrat Lorenz Habicher und landete gleich hinter Roland Scheck auf Platz 2.

Scheck ist wie Tuena und Liebi Gemeinderat. Und er ist dort Vizefraktionspräsident. Roland Scheck ist 2011 in den Kantonsrat nachgerutscht und übt ein Doppelmandat aus, wobei er sich aufs Stadtparlament konzentriert. Liebi schliesst ein Doppelmandat aus, wie er auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. Er ist bereits vor vier Jahren ins Kantonsparlament gewählt worden, trat aber nach kurzer Zeit zurück, weil zwei Parlamentsmandate und die Arbeit auf einer Bank zu viel waren. Tuena weiss noch nicht, ob er zwei Mandate will oder überhaupt möglich sind. Der Computerfachmann muss mit seinem Arbeitgeber reden: SVP-Nationalrat Alfred Heer.

Geköpfte SVP-Gemeinderatsfraktion?

Liebi wie Tuena sagen, dass sie sich freuen über die gestrige Wahl und dass sie die Wahl annehmen – fürs Erste. «Alles andere wäre nicht richtig gegenüber den Wählern», sagt Tuena. «Die Wahl ist ein Auftrag der Bevölkerung», betont Liebi. Die Frage, ob sie an Weihnachten im Kantonsrat sitzen, wollen beide aber nicht beantworten und verweisen auf parteiinterne Gespräche, die nun stattfinden müssten. Das Problem: Ohne Liebi und Tuena wäre die Gemeinderatsfraktion quasi geköpft.

Roger Liebi nennt einen weiteren Faktor. Aus seinem Wahlkreis 3+9 sind nun mit Scheck und ihm zwei Vertreter aus dem Kreis 3 gewählt und keiner (wie der von Liebi überholte und abgewählte Lorenz Habicher) aus Altstetten, wo die SVP fast doppelt so stark ist.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.04.2015, 12:45 Uhr

Artikel zum Thema

«Liebi ist ein schlechter Verlierer»

Stadtrat Martin Waser (SP) nennt die neuste SVP-Attacke gegen den Hafenkran einen «formalistischen Leerlauf», der nur Geld koste. Mehr...

«Wir erwarten von Marco Camin, dass er nicht so sehr herumeiert»

SVP-Stadtparteipräsident Roger Liebi fordert vom FDP-Stadtratskandidaten Marco Camin, dass er im Wahlkampf auch bürgerliche Anliegen aufs Tapet bringt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Freudensprung: Ein türkischer Mann zelebriert das Ende des Fastenmonats Ramadan in Istanbul. (17. Juni 2018)
(Bild: Emrah Gurel/AP Photo) Mehr...