Ab heute gibt es in Zürich legal Cannabis

Zum ersten Mal in der Schweiz können Raucher in Zürich Cannabis kaufen – ganz legal. Wozu das Gras gut ist und wie Kunden darauf reagieren, sehen Sie im Video.

«Damit haben wir den Nerv der Zeit getroffen. Immer mehr Leute möchten bewusster und ohne Zusatzstoffe rauchen»: Dario Tobler, Geschäftsführer Bio Can AG.

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Der Verkauf von Hanf als Rauchware ist seit heute zugelassen – ein Novum in der Schweiz. Die Bedingung: Der Wert der psychoaktiven Substanz THC muss unter einem Prozent liegen. «Das Gras wirkt damit nicht berauschend», sagt Dario Tobler, Geschäftsführer der Bio Can AG. Zwei Jahre lang war er bemüht, legales Cannabis zu züchten und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligen zu lassen.

Laut Tobler habe man damit den Nerv der Zeit getroffen: «Immer mehr Leute möchten bewusster und ohne Zusatzstoffe rauchen.» Das Cannabis «Cpure» enthalte kein Nikotin und keine sonstigen künstlichen Zusätze und sei in einem biologischen Anbau gezüchtet worden. Cpure diene als Tabakersatz und soll Raucher beim Entzug unterstützen.

Cpure enthält Spuren von THC, die bei 0,2 bis 0,3 Prozent liegen. Unter einem Prozent kann laut Tobler keine psychoaktive Wirkung entstehen. Alles über einem Prozent gilt als Betäubungsmittel und ist verboten. Erhältlich ist das legale Gras ab 18 Jahren im Drugstore Bio Top an der Konradstrasse 28 im Kreis 5. Ein Beutel à 10 Gramm kostet 24 Franken.

Stadtpolizei kontrolliert weiterhin

Der Stadtpolizei Zürich ist das Produkt bekannt: «Das Problem ist, dass mit blossem Auge nicht erkennbar ist, wie hoch der THC-Gehalt ist», sagt Medienchef Marco Cortesi. Wird also jemand mit Cpure von der Polizei kontrolliert, läuft alles ab wie bisher. Entweder gibt es ein Ordnungsbussenverfahren, das mit 100 Franken vor Ort erledigt werden kann, oder die kontrollierte Person wünscht ein ordentliches Verfahren. Das Cannabis würde dann beschlagnahmt und analysiert. Sofern der THC-Gehalt tatsächlich unter einem Prozent liegt, wird das Gras zurückgegeben.

«Wir werden jetzt zuerst einmal schauen, wie sich das Ganze entwickelt», sagt Cortesi. Bis Ende nächster Woche wolle die Geschäftsleitung der Stadtpolizei darüber entscheiden, wie mit Cpure umgegangen wird. Auch wer die entstandenen Kosten für die Analyse des Hanfs tragen wird, sei noch offen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.08.2016, 17:25 Uhr

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