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Juch-Baracken in Altstetten bleiben vorerst besetzt

Die Asylorganisation Zürich toleriert die Aktion von linken Aktivisten. Dagegen wehrt sich die FDP - und kritisiert Stadtrat Daniel Leupi.

Bis vor kurzem Testbetrieb für beschleunigte Asylverfahren, nun besetzt: Das Juch-Areal in Altstetten. Foto: Dominique Meienberg
Bis vor kurzem Testbetrieb für beschleunigte Asylverfahren, nun besetzt: Das Juch-Areal in Altstetten. Foto: Dominique Meienberg

Transparente versperren den Blick auf die Baracken, wo noch bis vor wenigen Wochen Asylbewerberinnen und -bewerber untergebracht waren: «Besetzt» und «Oises Dihei» ist da zu lesen. Seit dem Donnerstagnachmittag nehmen Aktivistinnen und Aktivisten das derzeit unbenutzte Juch-Areal in Beschlag, das eingeklemmt zwischen Industriegebiet, Autobahn und der Baustelle für die Swiss-Life-Arena in Altstetten liegt.

Am Freitagnachmittag bleiben die vermummten Besetzer hinter der Abschrankung und geben sich wortkarg. Man entscheide alle Schritte als Kollektiv, weshalb man nicht mit Journalisten reden wolle. Ansonsten gelte, was bereits in der Mitteilung am Donnerstag stand. Dort heisst es, mit der Aktion wolle man eine Begegnungszone für alle schaffen. Ausserdem richtet sie sich gegen das gestern eröffnete Bundesasylzentrum an der Duttweilerstrasse in Zürich-West, wo Asylverfahren beschleunigt abgewickelt werden.

Für ebendiese Verfahren betrieb die Asylorganisation Zürich (AOZ) in der ehemaligen Gastarbeiterunterkunft in Altstetten seit 2014 und noch bis September im Auftrag des Bundes eine Testunterkunft. Das Areal werde «vorerst» nicht geräumt, schrieb die AOZ am Freitagnachmittag in einer Mitteilung. «Wir sind total überrumpelt worden», sagt Direktor Thomas Kunz. Noch am Donnerstagmittag sei ein Mitarbeiter auf dem Areal gewesen, am Nachmittag war es bereits besetzt.

Die laufende Planung für die künftige Nutzung des Areals werde aber unabhängig von der aktuellen Situation weiterverfolgt. Die AOZ brachte in ihren Baracken auf dem Juch-Areal schon vor 2014 jahrzehntelang Asylbewerberinnen und -bewerbern für die Stadt Zürich unter. Das wolle man auch in Zukunft wieder, sagt Kunz. Das Gelände mietet die AOZ von der Stadt.

Mit Transparenten verhängte Gitterzäune: Die Besetzer lassen zurzeit niemanden aufs Gelände. Foto: Dominique Meienberg
Mit Transparenten verhängte Gitterzäune: Die Besetzer lassen zurzeit niemanden aufs Gelände. Foto: Dominique Meienberg

Die Besetzung verhindere aktuell einzig die genauere Beurteilung von Sicherheitsrisiken, die in der vergangenen Woche festgestellt worden seien. «Ein Gebäude senkt sich ab - wahrscheinlich wegen der benachbarten riesigen Baustelle für das neue ZSC-Stadion», sagt Thomas Kunz. Man werde die Besetzerinnen und Besetzer über die Risiken informieren.

Kein zweites Koch-Areal

Seit Ende 2018 hatte die AOZ die Hälfte der damals rund 300 Asylbewerber des Testbetriebs in der Messehalle 9 in Oerlikon untergebracht, weil zwei Baracken dem neuen ZSC-Stadion weichen mussten. Diese 150 Asylbewerber sind gestern ins neue Bundesasylzentrum an der Dutt weilerstrasse gezogen. Die bis vor kurzem in den Baracken auf dem Juch-Areal untergebrachten Asylsuchenden sind seit Anfang September im Bundesasylzentrum Embrach einquartiert.

Die FDP der Stadt Zürich forderte den Stadtrat gestern auf, das Areal sofort zu räumen. Man habe keinerlei Verständnis dafür, dass dies nicht bereits geschehen sei, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Es könne nicht sein, dass im Kreis 9 neben dem Koch-Areal ein weiterer rechtsfreier Raum entstehe. Die FDP kritisiert auch den städtischen Finanzvorsteher Daniel Leupi. Als Eigentümervertreter müsse er Strafanzeige einreichen.

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