Die Seeüberquerung aus der Luft

Tausende querten heute den Zürichsee. Der Anlass verstärkt gängige Klischees. Sonst ist er super.

Drohnenaufnahmen: Die ersten Schwimmer sind am Mittwoch um 14.30 Uhr zum anderen Ufer gestartet. (Video: Tamedia)

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Um 14.30 Uhr starteten die ersten Schwimmer zur diesjährigen Seeüberquerung. Die Gruppen starteten im Strandbad Mythenquai und schwammen rund 1500 Meter bis zum Strandbad Tiefenbrunnen. Die letzten Check-ins für den diesjährigen Schwumm zum anderen Ufer fanden um 17.15 Uhr statt.

Die erste Gruppe Seeüberquerer startet. (Video: Tamedia)

Das schöne daran: Niemand – also niemand Offizielles – stoppt die Zeit. Und so queren Menschen den See, denen sonst Schwimmen nicht so wichtig ist. Sie tragen eine Schwimmkappe mit Startnummer – aber aus rein organisatorischen Gründen. Damit sie zum richtigen Zeitpunkt losschwimmen, damit sie drüben ihr Schwimmsäcklein wiederfinden, damit sie auf dem See gut sichtbar sind.

Der Drang zur Goldküste hin

Schade bloss, zementiert der Traditionsanlass ein altes Klischee: Dass es drüben viel schöner ist. Dass eigentlich alle rüber wollen, an die Goldküste. Dass Abendsonne etwas fantastisches ist. Aber vielleicht überinterpretieren wir hier etwas – oder unterinterpretieren es.

Fall 1: Die Sache hat praktische Gründe, etwa, dass wackere Schwimmerinnen und Schwimmer Abendsonne schätzen, weil sie am späten Nachmittag einfach wärmender ist als Morgensonne. Fall 2: Die Sache hat Gründe, die unter der Wasseroberfläche liegen: Gegenströmung. Fies - oder den Genuss verlängernd. Alles eine Frage der Perspektive. (bra)

Erstellt: 11.07.2018, 14:41 Uhr

Deutlich weniger Schwimmer

Das Meer aus Badekappen ist in diesem Jahr etwas kleiner als sonst gewesen: An der Stadtzürcher Seeüberquerung vom Mittwoch haben 7743 Schwimmerinnen und Schwimmer teilgenommen. Einer der Hauptgründe für den Rückgang dürfte der neue Ticketverkauf sein.

In diesem Jahr setzten die Veranstalter erstmals auf eine beschränkte Teilnehmerzahl, einen Online-Vorverkauf und verbindliche Startzeiten. Spontanes Mitmachen war somit weniger gut möglich. Zudem wurde der ganze Anlass eine halbe Stunde vorverschoben.

Die Änderungen hatten Auswirkungen auf die Teilnehmerzahl: Von den 9000 Startplätzen, die zur Verfügung standen, wurden nur 7743 genutzt. Fast 1300 Tickets blieben liegen. Im vergangenen Jahr machten noch 10'000 Schwimmerinnen und Schwimmer mit.

Dies waren jedoch zu viele, weshalb das neue System eingeführt wurde. Offenbar wirkte dies nun aber etwas gar abschreckend. Man freue sich aber über jeden Schwimmer, der teilnehme, hiess es bei den Verantwortlichen auf Anfrage. Ob am Verkaufssystem im nächsten Jahr etwas geändert wird, ist noch unklar.

An der 1500 Meter langen Schwimmstrecke waren alle 50 bis 70 Meter Boote mit Rettungsschwimmern postiert. Diese mussten einige entkräftete Schwimmer herausziehen und per Boot ans andere Ufer bringen, grössere Zwischenfälle gab es jedoch keine.

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