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AL-Politiker erhebt Mobbing-Vorwurf gegen Lehrmeister

Sein Sohn sei von einem Malermeister aus dem Betrieb gemobbt worden, weil sei Vater ein «Sozi» sei, sagt der Zürcher AL-Gemeinderat Mischa Schiwow. Der Beschuldigte wehrt sich.

Erhebt happige Vorwürfe: AL-Gemeinderat Mischa Schiwow. Foto: Christian Senti/AL
Erhebt happige Vorwürfe: AL-Gemeinderat Mischa Schiwow. Foto: Christian Senti/AL

Gemeinderat Mischa Schiwow (AL) macht dem ehemaligen Lehrmeister seines Sohnes schwere Vorwürfe: Seit der Zürcher Malermeister im Februar herausgefunden habe, dass der Vater seines Lehrlings für die Alternative Liste kandidiere, habe er diesen heruntergemacht und «mit Beschimpfungen über Sozis und die Alternativen» eingedeckt.

Gegipfelt hätten diese in einer Aussage vom 27. April: «Wäre mein Vater in der AL, dann würde ich mich fremdschämen und mich vor ihm verstecken.» Schiwows Sohn habe zuvor die Frage bejaht, ob sein Vater am 1.-Mai-Umzug teilnehmen werde. Dieser Vorfall sei für seinen Sohn zu viel gewesen. Er habe den Betrieb kurz vor der Lehrabschlussprüfung verlassen und bestreite diese jetzt alleine.

Vorwürfe zurückgewiesen

Aussergewöhnlich an diesen Vorwürfen ist, dass Schiwow sie öffentlich an der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Mittwoch als persönliche Erklärung vortrug – unter dem Titel «Mobbing und Sippenhaft». Sein Sohn kenne zwar seine politischen Ideen und sei mit ihnen auch einverstanden. Aber er gehöre selber keiner politischen Organisation an. «Der Lehrmeister betreibt nicht nur Mobbing, sondern nimmt meinen Sohn sozusagen in Sippenhaft für meine politische Gesinnung», kritisiert Schiwow.

Der beschuldigte Malermeister weist die Vorwürfe auf Anfrage von Redaktion Tamedia zurück. «Es ist zwar richtig, dass ich mit meinem Lehrling das politische Gespräch gesucht habe und dabei auch meine von seinem Vater abweichende Meinung vertreten habe», sagt er. Falsch sei aber, dass er den jungen Mann heruntergemacht habe. Auch könne er sich nicht daran erinnern, gesagt zu haben, er würde sich an seiner Stelle für den Vater schämen und sich vor ihm verstecken.

Mittlerweile habe er sich bei Mischa Schiwow brieflich entschuldigt, so der Malermeister – was der AL-Gemeinderat bestätigt. «Ich finde es schade, dass die Schiwows nicht früher das Gespräch gesucht haben», sagt der Lehrmeister. Jetzt werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, und die Situation sei verfahren. Auf Anrufe reagiere Mischa Schiwow nicht. «Mir war nicht bewusst, dass unsere politischen Diskussionen eine solche Belastung für meinen Lehrling darstellen.»

Kritik an SVP-Gemeinderat

Im Gemeinderat vorgetragen hat Schiwow den Fall, weil es auch im Parlament Personen gebe, die «solches Gedankengut schüren und gegen die Linken aufhetzen». Er erinnert an ein Votum aus dem Jahr 2016, als SVP-Gemeinderat Urs Fehr während der Debatte zur Kündigung der Neumarkt-Subventionen sagte: «Wenn man ein AL-Kind ist, dann hat man die Arschkarte gezogen.»

Sein Sohn habe einen mehrseitigen Bericht verfasst und seinem Lehrmeister und dem Lehrlingsamt geschickt, sagt Mischa Schiwow. Darin werden nicht nur die Mobbingvorwürfe, sondern weitere Sachverhalte wie die Betriebssicherheit bemängelt. Heute stellt er diesen Brief auch dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit zu.

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