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Als die Fräuleins noch stolz waren

In ihrem Buch «Ledig und frei» porträtiert Daniela Kuhn zwölf betagte Frauen, die nie geheiratet haben. Eine unter ihnen ist Adelheid Senn.

Adelheid Senn in ihrem Zimmer im Alterszentrum Klus Park.
Adelheid Senn in ihrem Zimmer im Alterszentrum Klus Park.
Annette Boutellier

Ledige Frauen hiessen früher Fräulein. Heute tönt das abwertend, vor einem halben Jahrhundert empfanden Frauen dies nicht als diskriminierend. Der Ausdruck deutete darauf hin, dass die betreffende Frau noch sehr jung war, oder dass sie vielleicht nicht heiraten wollte und sich so am Rande der Gesellschaft positionierte. Warum taten Frauen dies? In ihrem Buch «Ledig und frei» ist die Autorin Daniela Kuhn den Lebensgeschichten von zwölf Frauen nachgegangen, die ledig blieben. Sie leben heute im Alterszentrum Klus Park in Zürich. Eine der porträtierten Frauen ist die 90-jährige Adelheid Senn. Sie war lange als leitende Laborantin im Stadtspital Waid tätig. Sie wird im Buch als eigenwillige, selbstbestimmte Frau beschrieben. Ihre Privatsphäre gibt sie nicht preis, Beziehungen und Freundschaften bleiben tabu. «Über gewisse Dinge spreche ich nicht», macht sie der Autorin von Anfang an klar.

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