Zum Hauptinhalt springen

Als die Seufzerbrücke dem Verkehr weichen musste

Das Holz-Bijou zwischen Bahnhofquai und der ehemaligen Papierwerdinsel verschwand 1950. Heute rollen an dieser Stelle Autos durch die Unterführung.

Aus heutiger Sicht ein idyllischer Anblick: Zeitgenossen fanden das «gedeckte Brüggli» für hässlich.
Aus heutiger Sicht ein idyllischer Anblick: Zeitgenossen fanden das «gedeckte Brüggli» für hässlich.
Photochrom (Keystone)

Entstiege heute ein vor 200 Jahren geborener Stadtzürcher am Bahnhofquai einer Zeitmaschine, wäre er wohl verloren. Im Jahr 2010 wälzt sich am linken Limmatufer, südlich der Bahnhofbrücke, eine Autokolonne durch die Unterführung. Rechts am Wasser steht der Coop im sogenannten Globus-Provisorium. Und an der Ecke in Richtung Hauptbahnhof drücken Passanten ihre Nase ans Schaufenster, um die neusten Apple-Gadgets zu begutachten. Vor 60 Jahren war an diesem Flecken Zürichs alles anders. Damals stand hier ein nennenswertes Bauwerk der Stadt: die Fussgängerbrücke aus Holz, im Volksmund als «ds gedeckte Brüggli» bekannt. Sie verband den heutigen Bahnhofquai mit der damaligen Papierwerdinsel – bis sie 1950 dem zunehmenden Verkehr zum Opfer fiel.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.