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Als in Zürich Monster im Wahlkampf umgingen

Hochfliegende Pläne, harte Abstimmungskämpfe, Gewinner und Verlierer. 125 Jahre Zürcher Politik in einer digitalen Zeitreise.

Gegen das Verkehrschaos in der Stadt: Als in Zürich das Thema einer Tiefbahn aktuell war, 1962.
Gegen das Verkehrschaos in der Stadt: Als in Zürich das Thema einer Tiefbahn aktuell war, 1962.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
Zehn Gründe gegen die Tiefbahn: «Dafür 600 bis 1000 Millionen gute Steuerfranken hinauszuwerfen, ist ungeheuerlich», heisst es in diesem Inserat von 1962.
Zehn Gründe gegen die Tiefbahn: «Dafür 600 bis 1000 Millionen gute Steuerfranken hinauszuwerfen, ist ungeheuerlich», heisst es in diesem Inserat von 1962.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
Zweimal Nein zu einer Mogelpackung: Stadionabstimmung in Zürich 2003.
Zweimal Nein zu einer Mogelpackung: Stadionabstimmung in Zürich 2003.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
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Das waren noch Zeiten, als in Zürich die Pläne für den Bau eines U-Bahn-Netzes für Gesprächsstoff sorgten. In den 1970er-Jahren war dies der Fall. Die Linie hätte von Dietikon über Schlieren, den Zürcher Hauptbahnhof, Oerlikon und Opfikon zum Flughafen Zürich geführt. Daraus wurde nichts. Das Projekt wurde im Herbst 1973 von den Stimmberechtigten des Kantons Zürich deutlich bachab geschickt.

Die U-Bahn als eines der brisanten politischen Themen vergangener Zeit lebt nun in einer Serie noch einmal auf. Einmal im Monat lädt die Stadt Zürich die Bevölkerung zu einer Reise durch die Zeit im Internet ein. Der zweite Teil widmet sich der Zürcher Politik.

Ja oder Nein: Verschiedene Abstimmungsinserate um 1891.
Ja oder Nein: Verschiedene Abstimmungsinserate um 1891.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
Sorge bei konservativen Kreisen: Hütet Euch vor Gross-Zürich! Eine Anzeige aus dem Jahr 1929.
Sorge bei konservativen Kreisen: Hütet Euch vor Gross-Zürich! Eine Anzeige aus dem Jahr 1929.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
Eingemeindung gleich Finanzausgleich: Dieses Inserat von 1931 wirbt für ein Ja.
Eingemeindung gleich Finanzausgleich: Dieses Inserat von 1931 wirbt für ein Ja.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
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Unter anderem sind dabei die Stadterweiterungen von 1893 und 1934 thematische Schwerpunkte. Obwohl die beiden Vorlagen von der Faktenlage her unbestritten waren, sorgten sich damals vor allem konservative Zürcher Kreise darüber, in einem «Gross-Zürich» ihre Heimat zu verlieren. Inserate und Flugblätter aus jener Zeit illustrieren die politische Debatte.

1892: Die Demokraten rufen zur Wahl des Stadtrats auf.
1892: Die Demokraten rufen zur Wahl des Stadtrats auf.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
1919: Die freisinnige Partei bittet um Unterstützung für den Kampf gegen den Bolschewismus.
1919: Die freisinnige Partei bittet um Unterstützung für den Kampf gegen den Bolschewismus.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
1983: Die SVP ruft dazu auf, Arbeitsplätze zu retten und die Bürokratie zu stoppen.
1983: Die SVP ruft dazu auf, Arbeitsplätze zu retten und die Bürokratie zu stoppen.
Baugeschichtliches Archiv Zürich
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Gustav Gull baut neues Stadthaus

Nach der Stadterweiterung war schnell klar: Es braucht mehr Platz. Für die neuen zusammengelegten Ämter mussten mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt werden. Die neue Stadtverwaltung brauchte ein neues Gebäude. Das erste Stadthaus baute Arnold Geiser an der Ecke Fraumünsterstrasse/Kappelergasse. Von 1898 bis 1900 erweiterte Stadtbaumeister Gustav Gull das Gebäude zum heutigen Stadthaus.

Stadthauserweiterung: So sah die Baustelle im Jahr 1899 aus. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)
Stadthauserweiterung: So sah die Baustelle im Jahr 1899 aus. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)

Eigentlich war das Stadthaus noch grösser geplant gewesen. Vorgesehen war, die Schipfe und das Ötenbachareal zu überbauen. Das heutige Stadthaus wäre dann verkauft und als Geschäfts- oder Warenhaus genutzt worden. Dazu kam es nicht.

Modell von Gustav Gull zur geplanten Überbauung des Ötenbachareals. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)
Modell von Gustav Gull zur geplanten Überbauung des Ötenbachareals. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)

Ein Stadtrat verweigert sich

Die Erweiterung Zürichs brachte es mit sich, dass die öffentliche Hand mehr zu tun hatte. Der Stadtrat wurde von sieben auf neun Mitglieder aufgestockt. Sobald das neue Stadthaus fertig gebaut war, tagte der Stadtrat einmal wöchentlich im Stadtratssaal des zweiten Stocks. Das folgende Bild von 1921 zeigt eine typische Sitzungsszene, allerdings nur mit acht Mitgliedern. Das neunte Stadtratsmitglied, Alfred Traber, ist nicht auf dem Bild. Er weigerte sich standhaft und wollte sich nicht malen lassen. Damit dies nicht so auffiel, griff der Maler zu einem Trick: Er bildete vor Trabers Pult den Stadtratsweibel ab.

Sitzung des Stadtrats 1921. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)
Sitzung des Stadtrats 1921. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)

Im Gegensatz zu damals trifft sich der Stadtrat heute nicht mehr an Einzeltischen, sondern an einem runden Tisch.

Von Pestalozzi bis Mauch

In den ersten Stadtrat wurden vier Vertreter aus der Altstadt, zwei Aussersihler sowie je ein Vertreter aus Enge, Riesbach und Oberstrass gewählt. Gut lassen sich auch anhand der Sitzverteilungen im Stadtrat die politischen Phasen in der Stadtgeschichte seit 1892 nachvollziehen. Beispielsweise dominierten die Demokraten in den ersten drei Legislaturen bis 1901 oder der Landesring der Unabhängigen, der von 1949 bis 1982 mit zwei Sitzen vertreten war.

Video: Die Stadtpräsidenten Zürichs

Von Hans Konrad Pestalozzi bis Corine Mauch. (Video: Stadt Zürich)

Mehr Informationen finden Sie unter www.stadt-zuerich.ch/digitale-zeitreise.

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