Am Bahnhof Stadelhofen wird es süss und süsser

Chocolatier Läderach eröffnet seine vierte Filiale in Zürich – in nächster Nähe von Sprüngli und Vollenweider.

Neueröffnung, rechtzeitig vor Ostern: Die neue Filiale von Läderach am Stadelhofen. Foto: Reto Oeschger

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Der süsseste Flecken Zürichs ist seit heute das Schoggidreieck am Stadel­hoferplatz: Sprüngli – Vollenweider – Läderach. Zumindest oberirdisch. Sprüngli führt im Bahnhof selbst noch eine weitere Filiale. Dort, wo das Restaurant Bahnhof Stadelhofen 25 Jahre lang seine Gäste verköstigte, eröffnet Chocolatier Läderach seine vierte Zürcher Filiale. Pünktlich auf das grosse Fest der süssen Osterhasen.

Im Zürcher Schoggidreieck werden natürlich weder Schiffe noch Flugzeuge verschwinden, dafür sehr viele gute Vorsätze. Denn widersteht man der neuen Versuchung vis-à-vis dem Bahnhof Stadelhofen, stösst man ein paar Schritte weiter schon auf die nächste, den Sprüngli. Trotzt man auch dieser Verlockung, wartet keine hundert Meter weiter Chocolatier Vollenweider aus Winterthur. Diese Konzentration von Schoggi­masse bereitet dem Neuen am Stadelhoferplatz keine Sorgen: «Wir fühlen uns nicht als Konkurrenten, sondern eher als Mitbewerber», sagt René Rechsteiner, Geschäftsführer der neuen Filiale. Läderach sei ein reiner Chocolatier, der keine weiteren Confiserie-Produkte produziere. Ebenso wenig gibt es Sandwiches, Getränke oder Kaffee wie bei Sprüngli und Vollenweider. «Daher werden wir das Angebot am Stadelhofen eher ergänzen als konkurrenzieren», sagt der Geschäftsführer. Läderach, der die grösste Ladenfläche im Schoggi­dreieck aufweist, schaut gelassen in die Zukunft, denn «mit der Eröffnung des vierten Geschäftes in Zürich erschliessen wir nicht nur das Zürcher Seefeld, sondern auch das rechte Seeufer». Und weil Schweizerinnen und Schweizer grosse Schokoladenesser sind, sei das Potenzial für gute Geschäfte vorhanden.

Wie viel Schokolade Läderach jeden Tag an den Mann respektive die Frau bringen will, bleibt Betriebsgeheimnis. Nur so viel: Der Chef selbst isst täglich davon, aber «in gesunden Massen», was natürlich «eine Ermessensfrage ist». Laut Chocosuisse jedenfalls, dem Verband Schweizerischer Schokoladenfabrikaten, haben Schweizerinnen und Schweizer letztes Jahr 68'264 Tonnen Schokolade vertilgt, das entspricht fast zwölf Kilogramm pro Person.

Geschminkte Schoggihasen

Für das bevorstehende Ostergeschäft ist die neue Filiale gewappnet. Osterhase Cleo, der bei Läderach seit drei Jahren für Furore sorgt, hat Nachwuchs bekommen. In limitierter Auflage und Übergross soll er heuer daherkommen. «Frischschoggi», die der Kunde selber abbrechen und wägen kann, bleibt nach wie vor Läderachs Spezialität. Davon gibt es 20 bis 24 Sorten, je nach Saison.

Der Kunde hat also künftig am Stadelhofen die Qual der Wahl. Denn auch der kleine Familienbetrieb Vollenweider aus Winterthur, der bereits seit sechs Jahren die süssen Gelüste der Zürcherinnen und Zürcher befriedigt, wirbt mit seiner Auswahl: «Unsere Produkte werden täglich frisch und von Hand gefertigt.» Zu Ostern wollen sie mit ihren von Hand in Vintage-Formen gegossenen und geschminkten Schokoladehasen im Chanel-Kleid punkten.

Die Auslage beim dritten im Bunde, Sprüngli, wirkt mit aneinandergereihten Cuba-Pralinen-Schachteln eher nüchtern. Dennoch ist CEO Tomas Prenosil von der neuen «revolutionären Produktelinie» überzeugt. Angst vor dem neuen Mitstreiter hat er nicht. «Konkurrenz kann sich auch positiv auswirken und das Geschäfts ankurbeln», sagt Prenosil. Zudem habe die Confiserie Sprüngli seit 1836 ihren festen Platz in Zürich und ihre Truffes du Jour seien die frischesten der Welt, gibt der CEO an. Was die Positionierung betreffe, «fühlen wir uns in einem anderen Segment, auch wenn es Berührungspunkte gibt». Zu Ostern wartet Sprüngli mit einer eigenen Idee auf: «Wir lancieren unseren neuen Hasen Nico.» Dieser lasse sich mit einer persönlichen Grussbotschaft beschriften.

Service hat Priorität

In einem Punkt sind sich Schoggi­hersteller Vollenweider, Sprüngli und Läderach einig: Der Service hat Priorität. Einheitliche Kleidung ist ein Muss und gehört bei allen zum Gesamtkonzept. Und wenn es nach den Kundinnen und Kunden geht, so muss sich im Zürcher Schoggidreieck niemand sorgen. Alle Befragten kaufen «nach Lust und Laune dort, wo es sie gerade hinzieht», und sie freuen sich, dass ihnen am Stadelhoferplatz ab heute noch mehr Süsses zur Verführung bereitsteht.

Das Glarner Familienunternehmen Läderach übernahm 2004 41 Geschäfte der Merkur-Kette. Zehn Jahre später belief sich der Umsatz des 1962 gegründe- ten Geschäfts auf 110 Millionen Fran-ken. Chocolatier Läderach beschäftigt 700 Mitarbeitende und produziert jährlich fast 1300 Tonnen Schokolade. Die Ware wird in 50 eigenen Chocolaterien in der Schweiz und Deutschland verkauft sowie über Vertriebspartner auch im Nahen Osten und in Asien.

Erstellt: 11.03.2015, 22:53 Uhr

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