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Antirassismus-Demo in Zürich nach Anschlag in Hanau

Am Freitagabend zogen über 200 Menschen in einer friedlichen Kundgebung vom Stauffacher zum Helvetiaplatz.

Daniel Pfeifer
Die Antirassismus-Kundgebung startete am Stauffacher.
Die Antirassismus-Kundgebung startete am Stauffacher.
Daniel Pfeifer

Die Hintergründe des Terror-Anschlags von Hanau waren noch gar nicht aufgearbeitet, da versammelten sich am Donnerstag in Deutschlands Städten bereits die Menschen zu Mahnwachen. Die Angst vor einer Zunahme rechtsextremem Terrors in Deutschland machte Schlagzeilen von der New York Times bis Al Jazeera. Und sie ist Anlass für weitere Demos und Kundgebungen in Deutschland und auch der Schweiz.

Auch in Zürich. Am Freitagabend veranstalten diverse Rassismus- und Faschismuskritische Gruppierungen eine Kundgebung vor der Kirche neben der Tramstation Stauffacher. Über 200 Menschen jeden Alters gedachten der zehn Opfer des Anschlags von Hanau und warnten vor einer Eskalation des rechten Terrors in Europa. «Die Tat von Hanau kam nicht aus dem Nichts», rief eine junge Aktivistin mit dem Spitznamen Yildiz über einen Lautsprecher in die Menge.

Immigranten gegen Rassismus

Zur Zürcher Kundgebung aufgerufen hatte das «Kräftebündnis der demokratischen Kräfte» oder IDGB («Isviçre Demokratik Güç Birligi»). Dort sind Türken, Kurden, Syrer, Aleviten und viele weitere Gruppen aktiv. Mit Unterbrechungen ist IDGB in Zürich schon seit Jahren aktiv, unter anderem auf Erdogan-kritischen Demonstrationen.

Vom Stauffacher zogen die Demonstranten zum Helvetiaplatz.
Vom Stauffacher zogen die Demonstranten zum Helvetiaplatz.

Offiziell bewilligt war die Demonstration am Freitagabend nicht. Werbung dafür machten vor allem anarchistische und sozialistische Medien und Gruppierungen wie das Bündnis für Sozialismus BFS oder die Revolutionäre Jugend Zürich. Deshalb auch der Titel «Kein Fussbreit dem Rassismus und Faschismus!»

Auch bei dem kurzen Demozug vom Stauffacher an den Helvetiaplatz gingen Antifagruppen voran. Mit Blick auf die Ausschreitungen bei der Anti-WEF-Demo vor wenigen Wochen war die Stadtpolizei Zürich zwar erneut vor Ort, hatte aber abgesehen von einer zehnminütigen Strassensperrung nichts zu tun.

«Nicht mehr wegschauen»

«Als Ausländerin kannst du nicht mehr einfach wegschauen,» erklärte Yildiz nach der Veranstaltung. In Deutschland waren es vor allem auch kurdische Gemeinschaften, die ebenfalls am Freitag auf die Strasse gingen, um mehr Schutz für ihre Mitglieder zu fordern. Sowohl dort als auch in Zürich wurden politische Parteien wie die AfD und die SVP für ihre aufstachelnde Rhetorik kritisiert.

Nach den Ansprachen löste sich die Kundgebung um 18.40 Uhr am Helvetiaplatz wieder auf. Die Demo in Zürich wird landesweit nicht die einzige bleiben. Am Samstagnachmittag ruft «Basel Nazifrei» zu einer Anti-Rechts-Demonstration auf dem Basler Barfüsserplatz auf. Vorne dran wird auch wieder IDGB stehen.

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