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Anwohner erkämpfen Tempo 30 auf Zürcher Durchgangsstrassen

Der Stadtrat hat seine Meinung geändert: Im Zürcher Kreis 2 wird die Höchstgeschwindigkeit gesenkt – trotz Bus.

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Mutschellenstrasse, Waffenplatzstrasse, Brunaustrasse, Rieterstrasse und Brandschenkestrasse werden verkehrsberuhigt. Auf ihnen soll künftig Tempo 30 gelten. Das hat der Stadtrat beschlossen, wie er heute Montag mitgeteilt hat. Den Antrag hatte Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) gestellt.

Für diese Strassenabschnitte hat die Stadt neu Tempo 30 verfügt. Karte: Stadt Zürich
Für diese Strassenabschnitte hat die Stadt neu Tempo 30 verfügt. Karte: Stadt Zürich

Das ist eine Kehrtwende: 2016 hatte die Stadtregierung – damals war Richard Wolff (AL) Sicherheitsvorsteher – noch beschlossen, nur einen kurzen Abschnitt der Brandschenkestrasse zu beruhigen. Hauptargument war der Bus: Die Fahrzeuge der Linien 66 und 72 würden zu stark verlangsamt, monierten die VBZ.

Lärmschutz vor VBZ-Reisezeit

Darauf leisteten der VCS und rund 200 Anwohnerinnen und Anwohner Widerstand. Sie beharrten vor allem aus Lärmgründen auf Tempo 30. Das hat den Stadtrat zu einer neuen Güterabwägung veranlasst – mit dem Resultat, dass nun der Lärmschutz stärker gewichtet wird als die Reisezeit der VBZ-Passagiere.

Die Brandschenkestrasse (links) im Zürcher Enge-Quartier wird aus Lärmgründen beruhigt. Bild: Google Street View
Die Brandschenkestrasse (links) im Zürcher Enge-Quartier wird aus Lärmgründen beruhigt. Bild: Google Street View

Im Brunaugebiet sind ausgesprochen viele Leute vom Strassenlärm betroffen, schreibt der Stadtrat – rund 3000 Anwohnerinnen und Anwohner. Gemäss den letzten Erhebungen werde mit der Temporeduktion tags 26 Prozent und nachts 33 Prozent der übermässig belasteten Bevölkerung vor Lärm geschützt.

Unfallzahlen senken

Mit dem Beschluss will die Stadtregierung auch die Unfallzahlen in diesem Gebiet senken, schreibt er. Es weise derzeit hohe Unfallzahlen auf. Die Beruhigung kommt auch Schülerinnen und Schülern zugute, da sich überall Schulwege befinden.

Die Temporeduktionen werden in Kürze im Amtsblatt ausgeschrieben und sind rekursfähig. Das Bundesgericht hatte sich unlängst in einem Leitentscheid für Tempo 30 in den Städten ausgesprochen.

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