Königsfamilie will Zürcher Luxushotel loswerden

Vier Jahre nach der Neueröffnung steht das Hotel Atlantis wieder zum Verkauf. Die Besitzer aus dem Emirat Katar verlangen 160 Millionen Franken.

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Soll neue Besitzer bekommen: Das Fünfsternhotel Atlantis am Fuss des Uetlibergs im Zürcher Kreis 3. Bild: ZVG Atlantis by Giardino

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Am Fuss des Uetlibergs stehen Veränderungen an. Gemäss einem Bericht der «Bilanz» soll das Fünfsternhotel Atlantis bald verkauft werden. Konkret nennt das Wirtschaftsmagazin eine Verkaufssumme von rund 160 Millionen Franken. Für diesen Betrag will die Besitzerin, die Königsfamilie von Katar, das Haus veräussern.

Der Immobiliendienstleister CBRE ist mit der Vermarktung des Atlantis beauftragt worden. «Ich kann bestätigen, dass die Eigentümerin des Hotels Verkaufsabsichten hat», sagt Georg Klormann, Associate Director bei CBRE, auf Anfrage. «Wir werden voraussichtlich im September mit dem Objekt auf den Markt gehen.» Weitere Angaben – auch über den angestrebten Verkaufspreis – will er zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.

Angebote unter Wert

Das «Objekt» umfasst 95 Hotelzimmer und Suiten, zwei Restaurants, einen Aussenpool und einen 1500 Quadratmeter grossen Spa-Bereich. Gemäss «Bilanz» sind bereits zwei Offerten für das Hotel eingegangen – und abgelehnt worden, weil sie unter den Preisvorstellungen der Eigentümer liegen. So soll der chinesische ­Milliardär Yunfeng Gao, dem auch das Palace Luzern und die Frutt Family Lodge in Melchsee gehören, 75 Millionen Franken für das ­Atlantis geboten haben.

Das zweite Angebot habe Patrick Liotard-Vogt eingereicht, ein Erbe des früheren Nestlé-CEO Pierre Liotard-Vogt. Ihm ist das Hotel immerhin 100 Millionen Franken wert. «Die Übernahme des Hotels Atlantis könnte ich mir gut vorstellen, sofern die Konditionen vernünftig bleiben», lässt sich Liotard-Vogt zitieren.

Atlantis-CEO nimmt Stellung

Dass die Auslastung des Hotels heute bei unter 50 Prozent liege, wie das Wirtschaftsmagazin behauptet, dementiert Atlantis-CEO Philippe Frutiger. «Die Auslastung sowie die Umsatzentwicklung entspricht unserem Businessplan und somit den Erwartungen der Eigentümer sowie der Giardino Group AG», sagt er.

Er blickt optimistisch in die Zukunft und stellt sich die Frage momentan nicht, welche Auswirkungen ein Verkauf des Hauses auf sein Unternehmen hätte. «Wir haben im Sommer 2014 gemeinsam mit den Eigentümern die Konzepte, das Service Design, die Positionierung sowie das Interior Design des Hotels entwickelt, den Umbau begleitet und den operativen Betrieb aufgebaut. Seit dem Opening führen wir das Hotel sehr erfolgreich», sagt Frutiger. Insbesondere das Restaurant Ecco, welches im ersten Betriebsjahr mit zwei «Michelin»-Sternen ausgezeichnet wurde, sowie die Rankings auf Tripadvisor, bei denen das Atlantis immer unter den Top 3 rangierte, würden dies beweisen.

Wo Mercury und Ali logierten

Mit dem Verkauf des Atlantis würde die bewegte Geschichte des Hotels am Fuss des Uetlibergs um ein Kapitel reicher. Das Etablissement, in dem in den 70er-Jahren Stars wie Steve McQueen, Freddie Mercury oder Muhammad Ali logierten, diente seit seinem Konkurs im Jahr 2004 unter anderem als Asylunterkunft und Studentenwohnheim. 2012 schliesslich kaufte Scheich Khalifa bin Hamad Al Thani das Hotel und liess es umfassend nach seinen Wünschen renovieren. Laut «Bilanz» hat er in den Kauf und die Sanierung rund 240 Millionen Franken investiert.

In der obersten Etage des denkmalgeschützten Hotels liess sich der Scheich eine Attikawohnung mit acht Schlafräumen einrichten. Weil er sich dabei nicht an die Bewilligung hielt und zu hoch baute, verzögerte sich die Hoteleröffnung mehrmals. Vor genau vier Jahren war es dann so weit: Das Atlantis by Giardino, wie es heute heisst, startete den Betrieb.

Bilder zum Umbau von 2015

Erstellt: 30.08.2019, 11:48 Uhr

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