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Atlantis-Besetzer dürfen einen Raum behalten

Der neue Atlantis-Mieter Werner Hofmann glaubt nicht, dass sich die Aktivisten an das Ultimatum halten werden.

Werner Hofmann im Gartensaal: Hier könnten die Besetzer kulturelle Anlässe durchführen.
Werner Hofmann im Gartensaal: Hier könnten die Besetzer kulturelle Anlässe durchführen.
Dominique Meienberg

Am Donnerstagnachmittag hat sich Werner Hofmann, der neue Mieter des ehemaligen Hotel Atlantis im Triemli, mit den Aktivisten getroffen, die das Gebäude seit zwei Wochen besetzt halten. Dabei hat er ihnen folgenden Kompromiss angeboten, wie er gestern auf Anfrage sagte: Bis Montagmorgen um 7 Uhr müssen die rund 20 Besetzer einen unterschriftbereiten Vertrag abliefen. Darin müssen sie darlegen, wie sie den rund 300 Quadratmeter grossen Gartensaal nutzen wollen. Diesen Teil des Gebäudes würde Werner Hofmann den Besetzern unentgeltlich überlassen und zusätzlich die Wasser-, Strom- und Heizungskosten übernehmen.

«Letzte Chance»

«Aber ich verlange, dass drei namentlich genannte Personen die Verantwortung übernehmen», sagt Hofmann. Er fordert, dass sich die drei Personen mit einem amtlichen Papier ausweisen. Die Besetzer müssen sonst bis Montagmittag um 12 Uhr das Hotel verlassen, damit die Umbauarbeiten für die Studentenwohnungen reibungslos vorangehen können. Hofmann betont, dass dies das letzte Ultimatum sei. Falls die Besetzer weiterhin im Hotel bleiben, werde die Polizei das Gebäude räumen. Gefragt, wie er die Chancen für eine friedliche Lösung einschätze, gibt er sich wenig optimistisch: «20 Prozent, dass die jungen Leute freiwillig gehen, 80 Prozent dass die Polizei einschreiten muss.» Der «Oberhäuptling» der Besetzer sei nämlich bei den Gesprächen nicht anwesend gewesen, begründet Hofmann seine pessimistische Prognose.

Laut Hofmann dürfe der Gartensaal nicht zum Wohnen genutzt werden, sondern nur für kulturelle Anlässe wie Musik- oder Theateraufführungen. Ob die Besetzer dabei kommerzielle oder nicht kommerzielle Veranstaltungen durchführen, sei ihm egal. Die Aktivisten hatten in der Vergangenheit davon gesprochen, im ehemaligen Fünfsternehotel am Fusse des Uetlibergs alternative Kulturprojekte durchzuführen.

Am Donnerstagmorgen haben die ersten Umbauarbeiten begonnen. Rund 30 Arbeiter waren damit beschäftigt, das alte Mobiliar zu entsorgen, die Teppiche aus den Zimmern zu reissen und die ersten Malerarbeiten zu tätigen. Bauleiter Walter Hollenstein rechnet damit, dass bis Ende Monat die ersten 70 Zimmer bezugsbereit sind. Insgesamt sollen 150 Studenten im ehemaligen Hotel eine Bleibe finden. Der Mietpreis für ein Zimmer liegt bei rund 350 Franken.

Opfer eines Amoklaufs

Hofmann, der in Buchs eine Sanitärfirma und eine Firma in der Immobilienbranche besitzt, ist im letzten Januar von einem amoklaufenden Mitarbeiter mit fünf Kugeln niedergestreckt und schwer verletzt worden. Jetzt hat sich der 59-Jährige aber wieder voll erholt.

Er habe schon längere Zeit nach einer Liegenschaft gesucht, in der er günstige Zimmer für Studenten anbieten könne. Als er beim Hotel Atlantis fündig wurde, nahm er mit der Besitzerin der Liegenschaft, einer Firma aus dem Kanton Waadt, Kontakt auf. Der Vertrag läuft bis Dezember 2011, allenfalls noch ein Jahr länger. Er hofft, das Atlantis-Projekt kostendeckend durchführen zu können.

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