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Auf «Mister Langstrasse» folgt eine Frau

Das Langstrassenquartier ist aus Sicht der Stadt sicherer und attraktiver geworden. Das Projekt Langstrasse Plus wird beendet, auf den Verantwortlichen Rolf Vieli folgt Alexandra Heeb.

Tritt das Erbe von Rolf Vieli an: Alexandra Heeb.
Tritt das Erbe von Rolf Vieli an: Alexandra Heeb.
Felix Schindler

Das Zürcher Langstrassenquartier ist in den letzten zehn Jahren sicherer und sauberer geworden. Darin sind sich die Stadt Zürich sowie Quartierbewohner einig. Aus Sicht von Stadtrat und Polizeivorsteher Daniel Leupi ist damit aber «noch nicht alles in Butter».

Vor allem der durch die Ausgehgesellschaft verursachte Lärm sei für die Bewohner des Langstrassenquartiers ein Problem, sagte Leupi am Dienstag vor den Medien in Zürich. «Dort stehen wir an». Auch im Prostitutionsgewerbe sei die Stadt Zürich weit von einem Zustand entfernt, der keine regelmässige Belastung mehr darstelle.

Skandalöse Zustände

In vielen anderen Bereichen habe sich die Situation im Langstrassenquartier in den letzten zehn Jahren aber deutlich verbessert, sagten Renata Taiana, Präsidentin des Quartierverein Kreis 4, sowie Leupi. 2001 hätten Drogen, Dreck und Gewalt das Gebiet beherrscht. «Der Zustand war skandalös», sagte Leupi. Nun sei das Quartier dank des Projekts «Langstrasse Plus» attraktiver.

Da der Erfolg des Projekts sichtbar sei, werde es in der bisherigen Form nicht mehr weitergeführt, sagte Leupi. Eine Ansprechperson, an die sich die Bevölkerung in Sicherheitsfragen wenden könne, sei aber weiterhin wichtig. Deshalb setzt Leupi eine «Delegierte Quartiersicherheit» ein. Sie ist nicht mehr nur für das Langstrassenquartier, sondern das gesamte Stadtgebiet zuständig.

Die Stelle übernimmt Alexandra Heeb. Die 35-Jährige tritt das Amt am 1. September 2011 an. Sicherheit sei ein Grundbedürfnis jeder Gesellschaft, sagte Heeb. Sie freue sich auf ihre Aufgabe. Heeb arbeitete bereits im Stadtzürcher Sozialdepartement. Dort leitete sie ein Projekt zur Fanarbeit zwischen dem FC Zürich und dem Grasshopper-Club Zürich.

Vom Mordpflaster zum Paradies

Heeb tritt die Nachfolge von Rolf Vieli an. Dieser war der Quartierbevölkerung während den letzten zehn Jahren als «Mister Langstrasse» bekannt. Die Latte sei 2001 hoch gelegt gewesen, sagte Vieli. Er habe damals rund um die Uhr Anrufe von Personen aus dem Gewerbe erhalten. Diese beklagten sich «in voller Verzweiflung», das florierende Drogengeschäft verjage die Kunden.

Damals hätten Schlagzeilen wie «Mordpflaster Langstrasse» für Ängste gesorgt. «Wem sein Leben lieb war, der ging nicht an die Langstrasse», sagte Vieli. Mittlerweile herrschten im Langstrassenquartier in vielen Bereichen «paradisische Zustände».

Die Anwohner fühlten sich im Quartier sicher. Sie plage aber eine neue Angst: Viele fürchteten, ihre Wohnungsmieten bald nicht mehr bezahlen zu können, sagte Vieli. Er hoffe deshalb, dass Liegenschaftsbesitzer nicht nur an das grosse Geld, sondern auch sozial und damit langfristig denken.

SDA/ep

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