«Auf welcher Bühne ich stehe, spielt keine Rolle»

Manon Schlittlers Musik klingt sanft, doch man sollte sich nicht täuschen: Die Zürcherin hat schon Sofas angezündet.

«Die Bahnhofstrasse ist überbewertet»: Manon Schlittler. Foto: Andrea Zahler

«Die Bahnhofstrasse ist überbewertet»: Manon Schlittler. Foto: Andrea Zahler

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Jede Woche beantworten Personen, die Zürich prägen, unseren Fragebogen und verraten uns, was die Stadt für sie ausmacht. Heute: Musikerin Manon Schlittler.

Sie haben soeben Ihr Debütalbum veröffentlicht. Wie gross ist der Konkurrenzdruck in der städtischen Musikszene?
Dass es den gibt, davon habe ich auch schon mal gehört.

Welches ist Ihr Züri-Soundtrack?
Ich bin auch eine Businessfrau, deshalb: «Girls» von Manon – also von mir. In diesem Lied geht es um lustige wie dramatische Geschichten aus der Kindheit meiner Schwester und mir. Im Kreis 4 etwa haben wir ein Sofa angezündet – natürlich nicht mit Absicht! Was da genau vorgefallen ist, ist bis heute ungeklärt.

Zu welcher Uhrzeit ist Zürich am schönsten?
Um 6.30 Uhr. Um diese Zeit ist die Stadt noch ruhig und erwacht langsam. Auch die Luft ist dann ganz klar.

Wo treffen Sie Freunde?
Im gemütlichen Maison Blunt oder auf dem Flohmarkt.

Welche Ecke Zürichs ist überbewertet?
Die Bahnhofstrasse!

Finden Sie den Zürichsee auch doof?
Im Winter nicht. Dann finde ich das Seeufer schön für einen gemütlichen Spaziergang mit heissen Marroni.

Mein perfekter Abend

Apéro
– Radler, zu Hause, 1.90 Franken

Nachtessen
– Mezze im Bebek an der Badenerstrasse, ca. 30 Franken

Drinks
– Amaretto Sour in der Raygrodski Bar, 18 Franken

Ausgang
– Jamsession in meinem Atelier mit Freunden, gratis

Ausgaben total:
ca. 50 Franken

Auf welcher Wiese schauen Sie gern in den Himmel?
Auf keiner Wiese, aber auf meinem Küchenbalkon. Auf einer Wiese ist mein Blick eher nach unten gerichtet.

Wo trinken Sie am Wochenende am liebsten einen Kaffee?
Das Café Lang macht den besten Latte macchiato, und im Steiner-Beck kaufe ich gerne den kalten Kaffee mit viel Milchschaum.

Funktioniert Zürich auch ohne Geld?
Definitiv! Ich bin gerade sehr sparsam unterwegs, die meisten Ausflüge gehen daher ins Grüne. Auch mit dem Velo ein unbekanntes Quartier erkunden, funktioniert wunderbar ohne dickes Portemonnaie.

Auf welchen Luxus können Sie nicht verzichten?
Ich bade lieber, statt zu duschen.

Welches Hintergrundbild ist auf Ihrem Smartphone zu sehen?
Das Cover meines neuen Albums «Streams».

Vor welcher Kulisse können Sie nicht widerstehen, ein Selfie zu machen?
Wenn die Abendsonne in meine Küche scheint. Der Raum leuchtet dann in einem unglaublich schönen und kitschigen Licht.

Die junge Zürcherin singt unter anderem über ihre Kindheit: «Girls» von Manon. Video: Youtube/Manon

Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Letzte Woche; wenig Schlaf und viel Arbeit waren die Auslöser.

Welches ist der Geruch Ihrer Kindheit?
Der Holzduft von Bauklötzen.

Wer oder was ist die Liebe Ihres Lebens?
Trommelwirbel: die Musik!

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Noch zu wachsen, nicht einmal die 1,60-Meter-Marke habe ich geschafft.

Wo findet einen in Zürich das Glück?
Das Glück finde ich bei mir zu Hause. Und noch mehr Glück gibt es nach einer Fahrt mit der Rigiblick-Bahn bei einem Spaziergang über den Dächern von Zürich mit Blick auf die Alpen.

Auf welcher Zürcher Bühne möchten Sie unbedingt spielen?
Der Ort spielt heute keine Rolle mehr, wichtig sind die Menschen: Wenn sich das Publikum auf meine Musik einlässt, kann es ein wunderbares Konzerterlebnis werden, egal wo.


Die 27-jährige Musikerin Manon Schlittler lebt – mit Ausnahme von drei Jahren in Winterthur – schon ihr ganzes Leben in der Stadt Zürich. Unter ihrem Vornamen schreibt sie sphärische Singer-Songwriter-Lieder, vor wenigen Tagen erschien ihr Debütalbum «Streams». Live tritt Manon unter anderem gleich zweimal im Kreis 4 auf: am 16.11. im Atelier Esther Rieser und am 23.1. im Club Sender.

Erstellt: 27.10.2019, 19:22 Uhr

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