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Autofrei – wie machen es die anderen?

Wir blicken über den Tellerrand und schauen, wie man den Verkehr in anderen Städten in den Griff bekommt. Bewerten Sie die fünf Ansätze.

Autofreie Rosengartenstrasse? In Zürich eine Utopie.
Autofreie Rosengartenstrasse? In Zürich eine Utopie.
Ennio Leanza, Keystone

Die Zürcher Juso lancierten gestern die Initiative «Züri autofrei». Ist dies wirklich die Lösung für die Stadt Zürich oder gäbe es allenfalls noch andere Wege, dem Verkehr zu begegnen? Wir haben uns umgeschaut und möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser, bewerten lassen: Welchen dieser fünf Ansätze würden Sie sich für unsere Stadt wünschen?

1. Spanien: Madrid

Bild: Keystone / Juan Carlos Hidalgo

Die spanische Hauptstadt hat seit Jahren ein Abgasproblem. Mehrere Jahre hintereinander wurde die von der EU vorgegebene Obergrenze überschritten. Die Stadtverwaltung reagierte und verbannte 2015 alle Autos rund um den Platz Puerta del Sol. Die Altstadt bleibt für Anwohner per Auto erreichbar, während andere PW nur noch eingeschränkt ein paar wenige Hauptstrassen nutzen dürfen. Die Verkehrsströme sind kameraüberwacht, und Nichtanwohner, die illegal ins Zentrum fahren, werden gebüsst. Zudem ist 2014 eine smarte Parkuhr eingeführt worden: Wer parkiert, gibt sein Autokennzeichen ein. Das Automodell wird erkannt, und Besitzer von Wagen mit hohen Schadstoffwerten werden aufgefordert, eine höhere Parkgebühr zu bezahlen.

2. Norwegen: Oslo

Bild: Keystone / Cornelius Poppe

Oslo soll zur ersten autofreien Hauptstadt Europas werden. Ab 2019 dürfen im Zentrum der norwegischen Stadt nur noch Busse und Trams verkehren. Privatautos werden aus der Innenstadt verbannt. Durch den verringerten Autoverkehr soll der Ausstoss klimaschädlicher Gase in der rund 618'000 Einwohner zählenden Gemeinde reduziert werden. Im Gegenzug wird in insgesamt 60 Kilometer Fahrradstreifen und öffentlich zugängliche Elektrofahrräder investiert. Die radikale Massnahme wird viele Parkplätze überflüssig machen. Dort sollen soziale Treffpunkte und Parks entstehen.

3. Italien: Venedig

Bild: Keystone / Christian Beutler

Die italienische Inselstadt mit rund 260'000 Einwohnern und einem Vielfachen davon an Touristen ist seit jeher autofrei. Die Wagen müssen in einem der Parkhäuser auf dem Festland oder am Bahnhof abgestellt werden. Haupttransportmittel sind, neben den traditionellen Gondeln, Schiffe und Boote.

4. Finnland: Helsinki

Bild: Keystone / Peter Schneider

Die Verkehrsplanerin von Helsinki, Sonja Heikkilä, hat grosse Ziele: Bis 2025 möchte sie die Infrastruktur der finnischen Hauptstadt so aufrüsten, dass Privat-PW überflüssig werden. Via Smartphone-App werden Transportangebote wie Elektroautos, Carsharing-Möglichkeiten, Velos sowie Busse und Bahnen miteinander vernetzt. Der Kunde kann sich digital je nach Wetterlage und Tageszeit die passende Mobilitätsform zusammenstellen.

5. Vereinigte Arabische Emirate: Masdar City

Bild: Keystone / United Arab Emirates Handout

Es wird futuristisch: Im Herzen der Wüste Abu Dhabis in den Arabischen Emiraten soll die Null-Emissionen-Stadt Masdar City entstehen. Das Ziel ist klar: kein CO2, kein Müll. Geplant von öffentlicher Hand, wird seit 2008 eine Stadt gebaut, die mit innovativer Technologie zu einem internationalen Vorbild für ökologische Planung werden soll. Energie soll einzig durch Sonne und Wind gewonnen werden, während selbstfahrende Mini-Autos durch die vielen Grünflächen fahren. 2016 hätte das Projekt abgeschlossen und Masdar City eröffnet werden sollen. Eine Journalistin vom britischen «The Guardian» besuchte Masdar City im Februar letzten Jahres und berichtete, dass die Stadt bisher noch einer Geisterstadt gleiche.

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