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Autofreies Zürich – So sieht die Kampagne aus

Mit roten Spielzeugwagen für eine Stadt ohne Autos. Für die Vision der Zürcher Jungsozialisten beginnt jetzt die Unterschriftensammlung.

Zu viel Verkehr für die Juso: Die viel befahrene Rosengartenstrasse in Zürich.
Zu viel Verkehr für die Juso: Die viel befahrene Rosengartenstrasse in Zürich.
Sabina Bobst

Eine Abstimmung hat die Initiative «Züri autofrei» bereits gewonnen: In einem Online-Voting während des vergangenen Sommers erhielt das Anliegen mehr Stimmen als jenes für die Aufnahme von 50'000 Flüchtlingen oder für einkommensabhängige Mieten. Die Juso beschloss daraufhin, das Projekt tatsächlich umzusetzen. Die Stadt hat die Initiative formell geprüft und heute deren Text im Amtsblatt veröffentlicht.

«Nun beginnen wir mit dem Sammeln der Unterschriften», sagt Nicola Siegrist, Vorstandsmitglied der Juso Stadt Zürich. Die erste Aktion ist für kommenden Sonntag geplant: «Wir wollen vor dem Mittag vom Bürkliplatz aus als Gruppe mit Bobby Cars und Scootern die Seebrücke überqueren», sagt er. Dazu sucht die Juso in den sozialen Medien bereits nach geeigneten Fahrzeugen.

Ziel der Initiative sei es, den motorisierten Individualverkehr radikal zu reduzieren, sagt Siegrist. Ganz frei von Autos würde die Stadt durch die Initiative aber nicht: Der Verkehr «zur Versorgung der Bevölkerung und des Gewerbes, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Dienste und des öffentlichen Verkehrs sowie zur Gewährleistung der Mobilität» soll von einem Verbot ausgenommen werden, heisst es im Initiativtext.

Das ausführliche Argumentarium zur Initiative zeigt, was die Juso mit ihrem Anliegen auch erreichen will: eine Diskussion über eine andere Stadt. «Bisher wurde die Städteplanung nach dem Verkehr gerichtet», sagt Siegrist. Wie wichtig die Strassen noch heute seien, zeige beispielsweise die Diskussion um den Rosengartentunnel. Weniger Verkehr in der Stadt würde mehr Lebensqualität, Gesundheit und Sicherheit bringen, so Siegrist.

Erfahrung von früheren Initiativen

Ob es aber an der Urne genügend sind, die den Argumenten der Jungsozialisten folgen werden, und ob es nur schon für einen Achtungserfolg reichen könnte, darüber will Siegrist nicht spekulieren. Auch frühere Initiativen der Juso hätten in der Stadt schon etwas bewegen können. Konkret meint er die Volksinitiative «Für ein weltoffenes Zürich – Kulturaustausch statt Fremdenfeindlichkeit». Deren Forderung: ein Kulturzentrum für 25 Millionen Franken an zentraler Lage. Der Stadtrat hat daraufhin einen Gegenvorschlag formuliert und darin 500'000 Franken für Projekte und Programmwochen gesprochen.

Die Forderung für ein autofreies Zürich ist radikal, das sei sich Siegrist bewusst. «Wir werden sehen, was für eine Dynamik die Initiative auslösen wird», sagt er. Dass sie zustande komme, hat er aber keinen Zweifel. Dazu muss die Juso in den kommenden sechs Monaten 3000 Unterschriften sammeln. Damit habe die Partei Erfahrung: «Und in Zürich leben genügend Menschen, die auch radikale Visionen über das Tagesgeschäft des Gemeinde- und Stadtrats hinweg tragen würden.»

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