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Babini und der Alkohol

Der Zürcher Gemeinderat Mario Babini ist betrunken und ohne Versicherung Auto gefahren. Dafür hat er nun einen Strafbefehl und eine hohe Busse kassiert.

Erneut wegen Alkohol Probleme mit der Justiz: Ex-SVP-Gemeinderat Mario Babini.

Erneut wegen Alkohol Probleme mit der Justiz: Ex-SVP-Gemeinderat Mario Babini. Bild: Urs Jaudas

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Der parteilose Zürcher Gemeinderat Mario Babini ist erneut mit der Zürcher Justiz in Konflikt geraten - diesmal als Blaufahrer. Gemäss einem jetzt eröffneten und rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I für besondere Untersuchungen ist Babini in der Nacht auf den 28. April 2015 mit seinem Auto erheblich angetrunken durch die Stadt Zürich gefahren.

Er war um 5.25 Uhr auf der Hohlstrasse in Richtung Langstrasse unterwegs, als er bei der Verzweigung Marmorgasse von der Polizei gestoppt wurde. Er hatte laut Strafbefehl mindestens 1,03 Promille Alkohol im Blut.

Ohne Haftpflichtversicherung unterwegs

Allerdings blieb es nicht nur bei der vorsätzlichen Blaufahrt. Aufgrund der Polizeikontrolle kam heraus, dass Babini über mehrere Wochen hinweg wiederholt herumgefahren war, obwohl der Analyst über keine vorgeschriebene Haftpflichtversicherung mehr verfügte. Allfällige Unfallopfer hätten daher in finanzielle Schwierigkeiten geraten können.

Die zuständige Staatsanwältin Judith Vogel hat Babini wegen vorsätzlichen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie mehrfachem fahrlässigen Fahren ohne Haftpflichtversicherung zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 270 Franken - insgesamt 13'500 Franken - verurteilt. Hinzu kommt eine Busse von 2700 Franken, die der Ex-SVP-Politiker bezahlen muss. Genauso wie die Verfahrenskosten von rund 2400 Franken.

Alkohol schon früher ein Problem

Babinis Alkoholkonsum hatte ihn schon früher in Schwierigkeiten gebracht. Er wurde Ende Juni 2014 von der Polizei festgenommen, da er in einer Zürcher Bar in angetrunkenem Zustand herumgepöbelt hatte. Bereits einen Monat zuvor soll er an der Bederstrasse eine Bierflasche gegen die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos geworfen haben.

Babini verbrachte 101 Tage in Untersuchungshaft und hätte sich im März 2015 wegen Drohung, Tätlichkeiten, Sachbeschädigung und weiteren Delikten vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten sollen.

Gutachten entlastete Babini

Es stand aus der Sicht der Staatsanwaltschaft aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens damals sogar die «kleine Verwahrung» zur Debatte. Doch daraus wurde nichts, da die Geschädigten kurz vor dem Prozess ihre Anträge zurückzogen.

Dank eines ergänzenden psychiatrischen Gutachtens kam der heute 59-jährige Gemeinderat auch um eine Massnahme herum. Im Gutachten hiess es, dass Babini wieder geistig gesund sei und keinen Klinikaufenthalt mehr brauche. Es war von einer «manischen Phase» im Juni 2014 die Rede gewesen. (sda/pu)

Erstellt: 20.07.2016, 09:48 Uhr

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