Bäume statt Parkplätze an der Sihlfeldstrasse

Die Stadt Zürich will im Kreis 3 einen kleinen Platz schaffen, wo vorher eine Strasse war. Den Grünen geht das zu wenig weit. Sie wollen die Grünfläche verzehnfachen.

Die Parkplätze auf der rechten Seite des bereits bestehenden Parks wollen die Grünen aufheben, um die Grünfläche zu vergrössern. Foto: Fabienne Andreoli

Die Parkplätze auf der rechten Seite des bereits bestehenden Parks wollen die Grünen aufheben, um die Grünfläche zu vergrössern. Foto: Fabienne Andreoli

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Die Stadt Zürich hebt an der Kreuzung der Kalkbreite-, Zurlinden- und Sihlfeldstrasse im Kreis 3 ein Teilstück der Sihlfeldstrasse auf und plant stattdessen einen Quartierplatz mit einem Dutzend neuen Bäumen. Doch die Grünen wollen mehr.

Ihn habe gefreut, dass das Tiefbauamt von Stadtrat Richard Wolff (AL) endlich einmal den Mut habe, die Aufhebung einer Strasse in Betracht zu ziehen, sagt Gemeinderat Markus Knauss. Leider habe die Stadt eine Chance verpasst, mehr Grün zu schaffen. Sie plane eine isolierte Grünfläche, wo etwas Grösseres mit ganz anderer Ausstrahlung entstehen könnte, sagt Knauss. «An Stelle eines Platzes mit ein paar Bäumen und knapp 200 Quadratmetern wäre eine Grünfläche von 2000 Quadratmetern möglich.»

Mehr Grün, weniger Blech

Dafür müsse man aber Altes mit Neuem verbinden. Mit dem Alten meint Knauss den bereits bestehenden Park zwischen der Zurlinden- und der Sihlfeldstrasse. Um diesen näher an den neuen Quartierplatz heranzubringen, will er rund 15 Parkplätze aufheben, die rechtwinklig zur bestehenden Parkanlage an der Sihlfeldstrasse stehen. Er reichte heute Mittwoch gemeinsam mit seiner Rats- und Parteikollegin Gabi Kisker im Gemeinderat ein entsprechendes Postulat ein.

Die Sihlfeldstrasse diene auf dem Teilstück zwischen dem neuen Quartierpark und der Haslerstrasse ohnehin nur noch der Erschliessung der Parkplätze. «Diese Fläche wird mit einer Grünfläche viel besser genutzt», sagt Knauss. Im Quartier Sihlfeld gehe der Autobesitz seit Jahren zurück, entsprechend könne man hier problemlos Parkplätze streichen.

Grünraum gegen Hitzeinseln

Im Postulat denkt Knauss darüber nach, nicht nur die Parkplätze direkt am neuen Quartierpark aufzuheben, sondern die Grünfläche noch zu vergrössern: «Eine Erweiterung entlang des Spielplatzes bis zum Brupbacherplatz wäre ebenfalls sinnvoll», schreiben Knauss und Kisker. Dafür müssten weitere Parkplätze aufgehoben werden.

Statt Parkplätze um jeden städtebaulichen Preis zu erhalten, sei ein anderes Problem sei nämlich viel drängender: Die lokale Anpassung an die Folgen des Klimawandels, konkret etwa die Bildung von Hitzeinseln. Diesen könne man nur mit der konsequenten Schaffung von Grünräumen entgegenwirken.

Erstellt: 04.09.2019, 17:15 Uhr

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