Zum Hauptinhalt springen

«Es lag nicht an unserem Konzept»

Die bisherige Bauschänzli-Wirtin Stéphanie Portmann nimmt Stellung zum Verlust der Sommerbeiz. Zum Grund hat sie eine Vermutung.

Die 32-jährige Stéphanie Portmann jobbte schon als Jugendliche auf dem Bauschänzli.
Die 32-jährige Stéphanie Portmann jobbte schon als Jugendliche auf dem Bauschänzli.
PD

Am Freitag wurde publik, dass der Zürcher Stadtrat die Ausflugsbeiz mitten in der Stadt Zürich ab 2019 einem neuen Gastronomen vermietet. Zum Handkuss kam die mächtige Candrian-Gruppe, welche ihre Basis im Zürcher Hauptbahnhof hat und zahlreiche Restaurants in der Stadt Zürich führt. Die Candrian-Crew trumpfte mit einem 365-Tage-Grill, einer Spielecke, einem Glacéstand und einer Lounge auf. Daneben sollen wie bisher ein Biergarten, ein Selbstbedienungsrestaurant und ein bedienter Teil die Zürcherinnen und Zürcher sowie die Touristen anziehen. Auch kündigten die neuen Pächter an, eine beträchtliche Summe in die Auffrischung des traditionellen Betriebs zu investieren.

Das Nachsehen hatten die bisherige Pächterin. Stéphanie Portmann, Chefin der Fred-Tschanz-Gruppe, führte das Bauschänzli persönlich und hätte dies gerne weiterhin getan. Sie hatte schon als Jugendliche auf dem Bauschänzli gejobbt. Damals war es noch in den Händen ihres Grossvaters und Odeon-Chefs Fred Tschanz, der das Kleinod mitten in der Limmat 1992 übernommen hatte.

Bauschänzli-Chefin mit 27 Jahren

Tschanz erfand 1996 das Zürcher Oktoberfest, das in der Folge landauf, landab kopiert wurde. Sein Herzblut galt dem Bauschänzli. Seine damals 27-jährige Enkelin führte den Inselbetrieb bereits mit grossem Engagement, als Tschanz Ende 2012 starb. So bewies Stéphanie Portmann etwa, dass sie wie die aus München geholten «Wiesn»-Kellnerinnen locker zehn Mass Bier an den Gästetisch tragen kann.

Mit dem Bauschänzli verliert die Tschanz-Gruppe eine Prestigeadresse. Ihr bleiben das Odeon, das «8001» im eigenen Hotel Leoneck sowie das Hotel Walhalla. Nun nimmt die ausgebootete Bauschänzli-Chefin gegenüber Redaktion Tamedia erstmals Stellung:

Frau Portmann, wie stark schmerzt Sie der Verlust des Bauschänzli?

Zurzeit erstaunt mich insbesondere, weshalb unsere Bewerbung abgelehnt wurde. Denn konzeptionell scheint sie nahezu identisch mit jener zu sein, welche den Zuschlag erhalten hat.

Wie viel Prozent des Umsatzes verliert die Tschanz-Gruppe?

Dazu äussere ich mich nicht.

Was war aus Ihrer Sicht der Grund für den Verlust? Haben Sie zu wenig Mietzins geboten?

Die kommunizierten Erneuerungen decken sich mit den Vorschlägen aus dem von uns eingereichten Dossiers. Ich gehe daher nicht davon aus, dass es am Konzept lag.

Ein Wort zur Candrian-Gruppe: Sind Sie offen für eine Zusammenarbeit am Oktoeberfest?

Wir sind freundschaftlich miteinander verbunden.

Wie steht es um das Rebranding der Tschanz-Gruppe?

Unser Fokus liegt voll auf dem Dinnerspektakel «The 5», welches vom 2. Februar bis zum 3. März auf dem Bauschänzli stattfindet: 5 Starköche, 5 Gänge, 5 Welten – eine kulinarische und virtuelle 360-Grad Weltreise neuster Generation. Das Rebranding erfolgt wie geplant.

Das Bauschänzli wird neu vermietet:

Das Bauschänzli erhält nächstes Jahr einen neuen Pächter.
Das Bauschänzli erhält nächstes Jahr einen neuen Pächter.
Doris Fanconi
Die Candrian-Gruppe von Martin Candrian, hier in seiner Jules-verne-Bar, hat den Zuschlag erhalten.
Die Candrian-Gruppe von Martin Candrian, hier in seiner Jules-verne-Bar, hat den Zuschlag erhalten.
Sabina Bobst
Im Januar, nach dem Trubel vom Oktoberfest und dem Circus Conelli, ist es auf dem Bauschänzli sehr ruhig.
Im Januar, nach dem Trubel vom Oktoberfest und dem Circus Conelli, ist es auf dem Bauschänzli sehr ruhig.
Doris Fanconi
1 / 15

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch