Wie der neue Baudirektor den Kanton Zürich verändern will

Martin Neukom kündigt einen Kurswechsel an. Wo er Millionen einsparen möchte und was er sich für Klima-Ziele gesetzt hat.

Hat seine Wunschdirektion erhalten: Der Grüne Martin Neukom. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Hat seine Wunschdirektion erhalten: Der Grüne Martin Neukom. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

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Herr Neukom, Sie peilten als grüner Regierungskandidat die Baudirektion an. Jetzt haben Sie es geschafft – zufrieden?
Martin Neukom: Ja, ich bin sehr zufrieden. Ich habe im Wahlkampf gesagt, ich wolle beim Klimaschutz etwas erreichen, und das kann ich am ehesten in der Baudirektion. Mein Ziel ist, dass der Kanton Zürich in diesem Bereich vorwärtsmacht.

Sie vermeiden den Begriff «Pionierkanton».
Zunächst müssen wir tatsächlich aufholen. In Zukunft würde ich aber gerne aus Zürich einen Pionierkanton im Klimaschutz machen. Das kann ich aber nicht versprechen. Auch lässt sich dies nicht in einer einzigen Legislatur bewerkstelligen.

Wie viel wird das kosten?
Wichtig ist mir, dass Klimaschutzmassnahmen nicht nur kosten, sondern wirtschaftlich positive Effekte haben. Sie sollen Impulse für neue Entwicklungen geben.

Welche werden Ihre weiteren Schwerpunkte sein?
Das tönt jetzt vielleicht unspektakulär, ist aber enorm wichtig in der Direktion: Die Reorganisation des Immobilienmanagements. Diese habe ich schon in der Kantonsratskommission begleitet und ist deshalb wichtig, weil wir hier einen grossen Hebel haben, was die effiziente Nutzung unseres Gebäudeparks angeht. Wenn wir 1 oder 2 Prozent weniger Fläche brauchen, können wir jährlich mehrere Millionen Franken einsparen.

Apropos Immobilienamt: Könnte man dieses nicht in eine andere Direktion verpflanzen, um die riesige Baudirektion abzuspecken?
Die Baudirektion ist tatsächlich gross. In diesem Fall würde die bestehende Schnittstellenproblematik allerdings nur in eine andere Direktion verfrachtet.

Weitere Schwerpunkte?
Ich sehe im Bereich Naturschutz und insbesondere Artenschutz Nachholbedarf. Hier will ich vorwärtsmachen, da der Artenschwund irreparabel ist. Und wir kennen die Auswirkungen auf die Umwelt nicht, wenn eine Art verschwindet.

Wie sind Ihre ersten atmosphärischen Eindrücke im Regierungsrat?
Ich habe ein sehr gutes Gefühl und den Eindruck, dass wir auf der menschlichen Ebene gut auskommen werden. Das ist eine gute Grundlage für eine gute Politik.

Was sagen Sie dazu, dass die Baudirektion als Schlüsseldirektion taxiert wird?
Ehrlich gesagt nervt mich das ein bisschen. Es gibt keine Schlüsseldirektionen und unwichtige Direktionen. Das würde ja bedeuten, dass zum Beispiel die Gesundheitsdirektion unwichtig ist. Diese aber setzt jährlich Milliarden um. Ausserdem ändert sich die Einschätzung dauernd. Vor vier Jahren wurde die Finanzdirektion als Schlüsseldirektion genannt. Alle Direktionen sind wichtig.

Erstellt: 06.05.2019, 20:16 Uhr

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