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Beizer machen dank Rauchverbot mehr Umsatz

Das Rauchverbot mache ihnen das Geschäft kaputt, sagten viele Wirte vor der Einführung im Mai dieses Jahres. Doch für einige ist genau das Gegenteil der Fall.

Mehr Luft im Restaurant: Seit in der Bodega nicht mehr geraucht wird, macht das Lokal mehr Umsatz.
Mehr Luft im Restaurant: Seit in der Bodega nicht mehr geraucht wird, macht das Lokal mehr Umsatz.
Doris Fanconi

Als «Raucherhöhle» wurde die Bodega im Zürcher Niederdorf früher liebevoll bezeichnet. Doch die Einführung des Rauchverbots hat dem Lokal trotzdem nicht geschadet. Das Restaurant konnte in den letzten Monaten sogar neue Kunden dazugewinnen. «Das sind Gäste, die vor 20 Jahren zu unseren Kunden gehörten, sich aber mit den Jahren nicht mehr dem Rauch aussetzen wollten», sagt die Wirtin Brigitte Winistörfer heute in der NZZ. «Wir haben seit dem 1. Mai mehr Umsatz.»

Erst 15 Fumoirs defintiv abgenommen

Auch im Johanniter im Niederdorf macht sich das Rauchverbot bezahlt. Die Wirte stellten statt der Bar 38 zusätzliche Plätze zum Essen bereit. «An den Tischen generieren wir mehr Umsatz als früher an der Bar», zitiert die NZZ Mitinhaber René Plattner. Ein Fumoir eingerichtet hat er nicht: 100'000 Franken müsste Platter dafür investieren, und so viel sei ihm das Risiko nicht wert, sagt er.

Bisher hat das Amt für Baubewilligungen 50 Bewilligungen für Fumoirs erteilt – erst 15 davon sind vom Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich definitiv abgenommen. Dazu gehört jenes der Blue-Monkey-Bar beim Stüssihof. Der Geschäftsleiter Emanuel Fiegel ist zuversichtlich, dass die Kosten dafür amortisiert werden. «Wir sind mit der Auslastung sehr zufrieden.»

Tabakverkauf zurückgegangen

Gar nicht gut kommt das Rauchverbot dagegen im Restaurant X-Tra: Dort wird das Fumior zwar auch rege besucht, aber das Rauchverbot habe jede Art von Gemütlichkeit zum Verschwinden gebracht. Seit dem Mai verzeichne das Lokal am Limmatplatz finanzielle Einbussen von zehn Prozent.

Für Otto Brändli, Präsident der Lungenliga Zürich, ist die Einführung des Rauchverbots positiv ausgefallen – nicht zuletzt deswegen, weil Raucher auf die eine oder andere Zigarette verzichten. Tatsächlich sind im Detailhandel die Tabakumsatzzahlen seit dem Mai monatlich um bis zu neun Prozent gesunken.

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