Temporäres Polizeivelo war Diebesgut

Ein Velofahrer leiht einem Polizisten auf Verfolgungsjagd sein Fahrrad. Später stellt sich heraus: Es war geklaut.

Dieses Rennvelo erleichterte einem Stadtpolizisten die Verfolgung – und bleibt vorerst herrenlos.

Dieses Rennvelo erleichterte einem Stadtpolizisten die Verfolgung – und bleibt vorerst herrenlos. Bild: Stadtpolizei Zürich

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Ein Polizist wird von einem Mann tätlich angegangen, der Täter flüchtet. Der Beamte nimmt zu Fuss seine Verfolgung auf. Dann verschafft ihm ein unbeteiligter Passant einen entscheidenden Vorteil: Er übergibt ihm ein Velo. Mit dem fahrbaren Untersatz gelingt es dem Polizisten, den Fliehenden einzuholen und zu verhaften.

Dieser Vorfall hat sich am 1. September kurz vor zehn Uhr auf der Piazza Cella an der Zürcher Langstrasse ereignet. Der Polizist habe dem Helfenden noch zugerufen, er könne sein Velo später auf der Regionalwache Aussersihl abholen, sagt Stapo-Mediensprecher Christian Spaltenstein. Doch er sei nie vorbeigekommen.

Mindestens 40-jähriges Velo

Dies, obwohl es sich nicht um irgendein Velo handelt: Das Bianchi ist ein Kultfahrzeug. Gemäss Fachleuten ist das Velo mit der Celeste-Lackierung mindestens 40 Jahre alt, der Polizist sass auf einem klassischen Brooks-Sattel.

Deshalb beschritt die Stadtpolizei einen unkonventionellen Weg, um nach dem Besitzer des Velos zu suchen: Sie hat ein Bild auf Twitter verlinkt und schreibt, es melde sich niemand, um das Velo abzuholen. «Wer kann uns da weiterhelfen?»

Eine Twitter-Userin äussert die Vermutung, vielleicht handle es sich ja um ein geklautes Velo. Das hoffe man nicht, es sei aber vorstellbar, sagte Mediensprecher Spaltenstein.

Nur Stunden später stellt sich heraus: Das Velo war tatsächlich geklaut, wie die Stadtpolizei ebenfalls über Twitter kundtat. Die gute Nachricht ist aber, dass die Stapo dank des Aufrufs den wahren Besitzer ausfindig machen und das edle Velo zurückgeben konnte.

(hwe/pu)

Erstellt: 05.12.2019, 11:28 Uhr

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