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Bieridee des Jahres gesucht

Darauf kann natürlich nur ein Professor kommen. Einzig aus der lichten Höhe des ETH-Elfenbeinturms sieht es gut aus, die Trams in der Innenstadt unter die Erde zu verbannen. Aber wir Medien – in der Saure-Gurke-Zeit ohnehin?– blasen solche Planspielereien nur zu gern zu «wichtigen Debatten» auf. Dabei ist die Idee, Trams platzsparend unter der Bahnhofstrasse rollen zu lassen, einfach die Fortsetzung der Verdichtungshysterie mit anderen Mitteln. Einzig dank Verdichtung, so wird doziert, kann Zürich die Massen beherbergen, die nach «Downtown Switzerland» strömen. Dabei geht vergessen, dass zu viel Verdichtung genau die Qualität Zürichs zerstört, um derentwillen halb Deutschland, und Berner, Walliser und Luzerner sowieso, ihren Lebensmittelpunkt hierher verlegen: Die Annehmlichkeiten einer Grossstadt in der Kulisse eines Provinzfleckens, wo man im Tram durch die Strassen tuckert, statt in U-Bahnen herumzudüsen.
Eine Bieridee ist es keine, obwohl Bier dabei eine wichtige Rolle spielt. Hier geht es um das ungewollte und von niemandem vorhergesehene Zusammenspiel zweier Gesetze: Das erste heisst Rauchverbot und gilt seit gut einem Jahr. Das zweite existiert weit länger und untersagt Beizern, ihre Gäste nach 24 Uhr vor  dem Lokal zu bewirten. Was nichts miteinander zu tun haben scheint, bewirkt den für Raucher unangenehmen Nebeneffekt, dass sie nach Mitternacht ihre Getränke zum Qualmen nicht mit nach draussen nehmen können. Denn dies wird bereits als Bewirtung angesehen. Diese Einschränkung mindert das Rauchvergnügen, zwingt den Beizern eine Aufpasserrolle auf («Mit Glas darfst du hier nicht raus!»), macht der Polizei mehr Arbeit und bringt sogar den lärmgeplagten Nachbarn nichts, weil die Raucher sowieso draussen quatschen, ob mit Bierglas oder ohne. Eine klassische Lose-Lose-Lose-Lose-Situation also.
Warum fahren Züribergler und Witiker ungern Velo? Weil die Hügel zu ihren Quartieren steil ansteigen. Deshalb fordern die GLP-Gemeinderäte Guido Trevisan und Ann-Catherine Nabholz den Bau von Veloliften, welche die Zürcher Bergler vom Trampeln befreien. Das klingt einleuchtend, zudem kennt man im Land der Skilifte keine Hemmungen solchen Geräten gegenüber. Wenn nur Velolifte – bisher gibt es weltweit erst einen im norwegischen Trondheim – keine solch ungelenken Konstruktionen wären. So muss der Velopilot seinen Fuss auf eine Metallplatte stellen, die in einer Schiene liegt und Bein samt Fahrer den Hügel rauf schiebt. Das sieht anstrengend-unelegant aus und würde den Velofahrern ein dümmliches Image verpassen. Als günstige Alternative könnte Zürich allen Berglern in Broschüren vorrechnen, dass sie durch das Nach-Hause-Pedalen den Kaufpreis ihres Fitnessstudio-Abos einsparten.
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