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Billige Zürcher Wohnungen werden viel teurer

Bei einem Fünftel der subventionierten Wohnungen in der Stadt steigen die Mieten, weil Beiträge vom Bund wegfallen. Um bis zu 90 Prozent.

Von Beat Metzler
Karikatur: Felix Schaad
Karikatur: Felix Schaad

Ende März bekam Klara Wild* jenen Brief, vor dem sich alle Mieter fürchten: die Ankündigung der Mieterhöhung. Bei Wild wird der monatliche Zins ab August von 657 Franken auf 984 steigen (mit Nebenkosten), was einem Aufschlag um die Hälfte entspricht.

Bei der Hauseigentümerin handelt es sich nicht um eine private Verwaltung, die ihre Möglichkeiten bis ans Limit ausreizt. Klara Wild lebt in einer subventionierten Alterswohnung der Siedlung Tiefenbrunnen, einem langen Backsteinbau aus dem Jahr 1991, der sich im Besitz der Stadt Zürich befindet. «1000 Franken für 55 Quadratmeter sind fürs Seefeld immer noch sehr günstig. Aber mit meiner kleinen Rente wird es schwierig.» Pro Monat bezieht Wild knapp 3000 Franken. Als alleinerziehende Mutter arbeitete sie Teilzeit, eine Pensionskasse hat die frühere Theaterfrau keine. «Künftig werde ich wohl Ergänzungsleistungen beanspruchen und mich dadurch beim Staat verschulden müssen. Das ist mir sehr unangenehm», sagt die 68-Jährige. Die Mieterhöhungen treffen alle 25 subventionierten Alters- und Behindertenwohnungen der Siedlung Tiefenbrunnen. Der Aufschlag fällt bei Klara Wild längst nicht am höchsten aus. Die Monatsmiete einer anderen Alterswohnung springt von 315 Franken auf 743 (ohne Nebenkosten). Die durchschnittliche Erhöhung in der Siedlung liegt laut städtischer Liegenschaftenverwaltung bei rund 90 Prozent.

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