Bis zu 50 Bussen pro Nacht wegen Nachtfahrverbots

Zürich weitet die automatische Kontrolle von Nachtfahrverboten aus. Ein lukratives System.

Gibt es mittlerweile nicht mehr: Die Barriere an der Zähringerstrasse.

Gibt es mittlerweile nicht mehr: Die Barriere an der Zähringerstrasse. Bild: Reto Oeschger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stadt Zürich baut Barrieren ab. Jene rot-weiss gestreiften Querlatten, die in bestimmten Wohnquartieren unbefugte Autofahrer nachts an der Durchfahrt hinderten. Stattdessen installiert die Stadt vermehrt Kameras, um das Nachtfahrverbot durchzusetzen. Neu weitet sie die automatischen Zufahrtskontrollen per 4. Februar auf die Gebiete Langstrasse Ost und Altstadt rechts der Limmat aus, wie die Stadt am Dienstag mitteilte.

«Markant weniger Autos»

Die automatisierten Zufahrtskontrollen sind heute bereits im Gebiet Zähringer-/Häringstrasse und Langstrasse West im Einsatz. Gemäss Mitteilung der Stadt hat sich das neue Regime bewährt. «Die Erfahrungen zeigen, dass die Anwohnenden mit dieser Massnahme während der Nachtstunden besser vor verkehrsbedingtem Lärm geschützt werden können, da markant weniger Autos unerlaubt zufahren», schreibt die Stadt.

Und so funktioniert die Kontrolle: Die Kameras werden abwechslungsweise an verschiedenen Standorten aufgestellt. Das Gerät erfasst das Nummernschild des Fahrzeugs und prüft, ob eine Zufahrtsbewilligung vorhanden ist. Liegt keine vor, wird der Fahrzeuglenker gebüsst, werden die erfassten Daten anschliessend gelöscht.

Lukrative Kontrollen

Die Kontrollen erweisen sich als lukrativ. Gemäss einem Sprecher der Dienstabteilung Verkehr büsst die Stadt in den beiden heute bereits mit Kameras ausgerüsteten Gebieten pro Nacht im Schnitt je zwischen 15 und 25 Autofahrer. Die Busse kostet 100 Franken. Macht man die «Milchbüechli»-Rechnung, ergibt das Bussgeldeinnahmen von jährlich zwischen 1 und 1,8 Millionen Franken.

Die Bussen scheinen zu wirken. Denn während eines ersten Versuchs im Sommer 2017 wurden im Gebiet Langstrasse West im Schnitt pro Nacht noch 50 Autofahrer gebüsst. Die Zahl hat sich also in der Zwischenzeit halbiert. Damals nahm die Stadt innert rund vier Monate 650’000 Franken Bussgeld ein. Die Dienstabteilung Verkehr wehrte sich aber gegen Abzockervorwürfe. Monetäre Aspekte seien von gänzlich untergeordnetem Interesse, sagte damals ein Sprecher. Bei der Einführung habe es keine Erwartungen ans Finanzielle gegeben. Das Ziel sei es, das Nachtfahrverbot mit verhältnismässigen Mitteln durchzusetzen, sagte der Sprecher.

Vor knapp vier Jahren gab es in Zürich noch über 70 Barrieren zur Durchsetzung von Verkehrsanordnungen wie etwa Nachtfahrverbote. Rund die Hälfte davon wurde von privaten Sicherheitsdiensten bedient. Der Stadt war das allerdings zu teuer, sie hielt die Kosten von über 1 Million Franken für unverhältnismässig. Deshalb entschied die Stadt 2016, diese abzuschaffen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.01.2019, 12:16 Uhr

Artikel zum Thema

Falschfahrer zahlen in Zürich Hunderttausende Franken Bussgeld

Eine neue Kamera im Kreis 4 erweist sich als profitabel für die Stadt. Jede Nacht werden im Schnitt 50 Automobilisten erwischt. Mehr...

Kreis 4: Kamera kontrolliert Nachtfahrverbot

Autos, die nachts im Geviert Lang-, Schönegg-, Feld- und Hohlstrasse parkieren, werden automatisch erfasst. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Fanliebe: Kurz vor dem sechsten Spiel des NBA Finals zwischen den Toronto Raptors und den Golden State Warriors herrscht im Fansektor grosse Anspannung. (Toronto, 13. Juni 2019)
(Bild: Chris Helgren ) Mehr...