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Bitte keine Fleischesser

Die Mieter einer Wohnung im Zürcher Seefeld müssen aussergewöhnliche Kriterien erfüllen. Einziehen dürfen nur Vegetarier.

tif

Die 6-Zimmer-Wohnung liegt gemäss einem Artikel des «Tagblatts der Stadt Zürich» nur wenige Gehminuten vom Seeufer entfernt an der Mainaustrasse im Zürcher Mühlebachquartier. 4500 Franken Miete werde für die 185 Quadratmeter grosse Maisonettewohnung im «sanft renovierten Jugendstilhaus» monatlich verlangt. Doch sie solle nur an eine Familie vermietet werden, die vegetarisch lebe, heisst es weiter. Die Liegenschaft gehört der Paula-und-Eduard-Giger-Stiftung, die dort eine Lebensschule im Sinne der Mazdaznan-Lehre betreibt. Ihre Anhänger lehnen den Fleischkonsum grundsätzlich ab.

Wohnungsbewerber zu befragen, ob sie Vegetarier seien, ist gemäss Walter Angst vom Mieterverband Zürich nicht verboten. «Wenn der Mieter aber später in der Wohnung oder im nahe gelegenen Wurststand eine Bratwurst isst, würde eine Kündigung von der Schlichtungsbehörde nicht gestützt», sagt er gegenüber dem «Tagblatt». Auch wenn Mietinteressenten Fragen nach ihren Essgewohnheiten nicht wahrheitsgetreu beantworteten, könne ihnen daraus kein Nachteil entstehen.

Trotzdem rät Angst dazu, bei der Wohnungssuche auch auf das «Wohnklima» in einer Liegenschaft zu achten. «Sonst könnten unterschiedliche Vorstellungen zur Lebensführung zu unangenehmen Konflikten führen.» Es könne durchaus vorkommen, dass die Schlichtungsbehörde eine Kündigung allein schon deshalb als rechtmässig betrachtet, weil so der Hausfriede wiederhergestellt werden könne.

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