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Brand beim Zürcher HB kostet Versicherung Rekordsumme

Das Jahrhundertfeuer am Bahnhofplatz belastet die Gebäudeversicherung so stark wie alle anderen Feuerschäden zusammen. Der Wiederaufbau dauert bis Anfang 2020.

Der Gebäudekomplex an der Ecke Bahnhofplatz/Bahnhofquai hat ein riesiges Not-Dach erhalten. (20.3.2019)
Der Gebäudekomplex an der Ecke Bahnhofplatz/Bahnhofquai hat ein riesiges Not-Dach erhalten. (20.3.2019)
Reto Oeschger
Bauleute arbeiten in schwindelerregender Höhe am Gebäude. (21.3.2019)
Bauleute arbeiten in schwindelerregender Höhe am Gebäude. (21.3.2019)
Reto Oeschger
Wie die ausgebrannten Häuser wieder aufgebaut werden, ist derzeit unklar.
Wie die ausgebrannten Häuser wieder aufgebaut werden, ist derzeit unklar.
Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich
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Der Brand beim Zürcher Bahnhofplatz in der Nacht auf den 25. August 2018 war ein ausserordentliches Ereignis. Das zeigt auch die Schätzung des Sachschadens durch die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ). Wie diese eine Meldung der «Zürichsee-Zeitung» bestätigt, geht sie von einer Summe von 25 Millionen Franken aus.

Damit ist aber nur die Hülle abgedeckt. Wie hoch der Schaden im Innern des Gebäudes war, ist noch nicht bekannt. Dieser dürfte sich wiederum in Grenzen halten, da die Hausteile wegen eines Umbaus leer waren.

Die 25 Millionen bedeuten fast die Hälfte der Gesamtsumme aller letztjährigen Feuerschäden im Kanton, die sich auf 55 Millionen belaufen. Bei der GVZ kann man sich nicht an ein derart grosses Einzelereignis erinnern. «Der Brand beim Hauptbahnhof war einer der teuersten Feuerschäden in der über 200-jährigen Geschichte der GVZ», sagt Martin Kull, Leiter Versicherung bei der GVZ. Der Wiederaufbau des Zunfthauses zur Zimmerleuten, das 2007 abgebrannt ist, kostete gut 17 Millionen, wobei die beiden Zahlen gemäss Kull nicht vollumfänglich vergleichbar sind.

Polizei hat Gegenstände sichergestellt

Die Ursache des Brands ist noch nicht bekannt. «Die Ermittlungen laufen noch immer auf Hochtouren», sagt Marco Cortesi, Infochef der Stadtpolizei Zürich. Die Brandermittler der Kantonspolizei hätten erst im Januar Zutritt zu allen Stockwerken gehabt. Es seien Gegenstände sichergestellt worden, es liefen noch immer Befragungen, sagt Cortesi. Noch sei unklar, wann ein Ergebnis vorliegen werde.

Unterdessen gehen die Arbeiten am Gebäudekomplex weiter. Der Brandschutt ist abtransportiert, ein gigantisches Notdach ist errichtet. Die Dachgeschosse sind abgetragen, hinter dem Baugerüst und den Blachen kaum sichtbar ist auf der Seite Bahnhofquai der Giebel. Er hat nach dem Brand fast schon ikonischen Wert erhalten, weil er kurzfristig gesichert werden musste und in allen Medien abgebildet wurde. Im September hat man die Strasse aufgrund des Windsturms Fabienne kurz sperren müssen – die Bausubstanz war damals noch zu wenig stabil.

Der Brand in der Nacht auf den 25. August war verheerend. (Video: Tamedia/Stadtpolizei Zürich)

Der Gebäudeeigentümer, die Immobilienfirma PSP Swiss Property, will die denkmalgeschützte Fassade wieder instand stellen. Der Komplex soll nach dem Wiederaufbau gleich aussehen wie vor dem Brand. Dabei verläuft alles planmässig, wie Reto Grunder sagt, Asset Manager bei der PSP. Die Arbeiten gestalteten sich anfangs schwierig – so wurde zum Beispiel mit hängenden Mulden gearbeitet.

Es entsteht ein Büroparadies

Laut dem Plan sollte man Anfang 2020 wieder so weit sein wie vor dem Brand. Danach folgen weitere Innenarbeiten, bis die Mieter im Frühjahr 2021 einziehen können. PSP investiert dafür 55 Millionen. An dieser Summe hat sich laut Grunder nichts geändert.

Die Brandruine aus der Luft am Tag danach. (Video: Tamedia/SDA)

Im Erdgeschoss wird auf der Seite Bahnhofplatz wieder der Computerverkäufer Dataquest seine Ladenfläche beziehen, die er schon zuvor hatte. Daneben sind noch zwei Verkaufsflächen frei für andere Anbieter, die noch nicht definiert sind. In den fünf Obergeschossen wird sich auf 4700 Quadratmetern der Workspace-Spezialist No18 einquartieren und Büroräumlichkeiten für Businessnomaden und andere anbieten.

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