Bürgerliche wollen Ticketerias der VBZ retten

Auf Ende Jahr sollen zwei der sechs Billett-Verkaufsstellen in der Stadt verschwinden. Opposition kommt neben der SP auch von SVP und FDP.


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Sechs Ticketerias gibt es noch auf dem Stadtgebiet: Albisriederplatz, Bellevue, Hauptbahnhof, Paradeplatz, Goldbrunnenplatz und Schwamendingen. Die beiden letztgenannten sollen noch dieses Jahr verschwinden, wie der Zürcher Verkehrsverbund ZVV im letzten Herbst entschieden hat.

Dagegen gibt es jetzt Opposition – und zwar ausgerechnet von bürgerlicher Seite. So haben die SVP-Gemeinderäte Bernhard im Oberdorf und Heinz Schatt, beide von Schwamendingen, im Januar ebenso wie die FDP-Vertreter von Wiedikon und Albisrieden, Raphaël Tschanz und Albert Leiser, Ende Februar entsprechende Vorstösse eingereicht. In zwei Postulaten fordern sie den Stadtrat auf, sich beim ZVV für den Erhalt der Verkaufsstellen einzusetzen.

«Die Ticketeria am Goldbrunnenplatz wird rege benutzt, vor allem von älteren Leuten und Menschen mit Sehbehinderung», sagt Raphaël Tschanz. Das Aufsuchen eines weit entfernten VBZ-Schalters sei für diese Kundengruppe keine Alternative. Er habe im Wahlkampf immer wieder erfahren, dass die Billett-Verkaufsstelle einem echten Bedürfnis entspreche.

SP sammelte über 3500 Unterschriften

Doch nicht nur SVP und FDP setzen sich für die beiden Verkaufsstellen ein. Bereits im Herbst haben die SP Sektionen Zürich 3 und 12 Unterschriften für den Erhalt der zwei Ticketerias gesammelt. Vor einigen Tagen haben sie der verantwortlichen FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh 3538 Petitionsunterschriften übergeben. Zudem reichte die SP zusammen mit der CVP und SVP im Kantonsrat ein Postulat zur Erhalt dieser beiden Verkaufsstellen ein.

Mit der geplanten Schliessung der beiden Billett-Verkaufsstellen auf Ende 2018 umfasst das städtische Verkaufsnetz noch vier Ticketerias. Bereits vor drei Jahren wurden die Verkaufsstellen am Sternen Oerlikon und am Central geschlossen, im Jahr 2012 erwischte es die Tickteria am Limmatplatz.

Verkaufsstellen in städtischen Bahnhöfen

ZVV-Mediensprecher Stefan Kaufmann sagt zur Redimensionisierung des Verkaufsnetzes, dass die Grundversorgung auch in Zukunft gewährleistet sei. Er erwähnt, dass in der Stadt Zürich nicht nur an den VBZ-Verkaufsstellen Billette gekauft werden können, sondern auch an den Bahnhöfen Altstetten, Oerlikon, Stadelhofen, Enge, Tiefenbrunnen und im HB.

Der Trend gehe immer mehr Richtung Selbstbedienung und Online-Verkauf. Im letzten Jahr ist nur noch jedes zehnte Billett am Schalter erworben worden. Es würden bereits mehr Billette über die digitalen Kanäle bezogen als am Schalter. Nummer 1 seien aber immer noch die Billett-Automaten. Zwei Drittel aller Fahrkarten würden dort gekauft.

Erstellt: 08.03.2018, 12:58 Uhr

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