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CVP lässt Attacke gegen Wolff von FDP-Lager bezahlen

Die Zürcher CVP greift den AL-Kandidaten frontal an. Das Geld für die Kampagne kommt hauptsächlich aus dem Camin-Lager.

Mit Inseraten wie diesen will die Zürcher CVP verhindern, dass AL-Kandidat Richard Wolff in den Stadtrat einzieht.
Mit Inseraten wie diesen will die Zürcher CVP verhindern, dass AL-Kandidat Richard Wolff in den Stadtrat einzieht.
PD
Dem Konkurrenten von FDP-Kandidat Marco Camin gelang im ersten Wahlgang ein überraschend gutes Resultat...
Dem Konkurrenten von FDP-Kandidat Marco Camin gelang im ersten Wahlgang ein überraschend gutes Resultat...
Walter Bieri
...und er setzt Camin (Bild) damit unter Druck. Nun ist klar: Die finanziell nicht auf Rosen gebettete städtische CVP muss für ihre Kampagne nichts aus eigener Tasche beisteuern. Die Gelder kommen vom Camin-Lager selbst.
...und er setzt Camin (Bild) damit unter Druck. Nun ist klar: Die finanziell nicht auf Rosen gebettete städtische CVP muss für ihre Kampagne nichts aus eigener Tasche beisteuern. Die Gelder kommen vom Camin-Lager selbst.
Steffen Schmidt, Keystone
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Nie war der Wahlkampf um den freien Stadtratssitz bissiger als in der Inserateserie, die diese Woche in Zürcher Zeitungen geschaltet wurde: «Ein solches Sicherheitsrisiko gehört nicht in den Zürcher Stadtrat!», warnt CVP-Stadtparteipräsident Markus Hungerbühler – weil Richard Wolff die 80er-Unruhen verteidigte.

«Ein solcher Verachter des Privateigentums gehört nicht in den Zürcher Stadtrat!», schimpft CVP-Gemeinderat Christian Traber – weil der AL-Kandidat Gartenzäune um Schrebergärten abbrechen will. Und CVP-Gemeinderätin Karin Weyermann hält den «Utopisten» Wolff für unwählbar, weil er sich für Tauschhandel ausspreche.

CVP-Quotes in FDP-Schrift

Die scharfe Kampagne erstaunt. Nicht nur wegen des ungewöhnlich angriffigen Tonfalls, den die christliche Mittepartei in den Inseraten anschlägt. Sondern auch, weil die CVP knapp bei Kasse ist. Im September 2011 war sie laut Hungerbühler «praktisch konkursit» – und musste Bettelbriefe verschicken. Seither ist die Stadtpartei daran, einen Schuldenberg von über 80'000 Franken abzutragen und Geld für die Erneuerungswahlen von 2014 auf die Seite zu legen. Da überrascht es, dass sie sich gleichzeitig so prominent ins Duell Camin-Wolff einmischt – und Inserate für mehrere Tausend Franken schaltet.

Prompt kam gestern der Verdacht auf, dass gar nicht die CVP hinter der Anti-Wolff-Kampagne stecke. «Ich würde fast wetten, dass dieses Inserat auch eine Art Tauschhandel und nicht von der CVP bezahlt ist», fand GLP-Gemeinderat Samuel Dubno. Und andere Politiker stellten fest, dass das Schriftbild in den vermeintlichen CVP-Inseraten doch sehr stark an den grafischen Auftritt der FDP erinnere.

Partei zahlt keinen Rappen

Zu Recht, wie CVP-Präsident Markus Hungerbühler jetzt gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigt: «Die Kampagne wird hauptsächlich vom Camin-Komitee bezahlt», sagt er. Er beteilige sich persönlich mit einem finanziellen Beitrag. «Das Budget unserer Partei wird dadurch aber nicht in Mitleidenschaft gezogen.» Auch die Idee für die Kampagne stammt von Camins Wahlkampfmanagern. So fand dessen Unterstützungskomitee, dass der Support von CVP, SVP, BDP und EVP für den FDP-Kandidaten vor dem 1. Wahlgang ungenügend gewesen sei. Das sollte sich vor der Ausmarchung vom 21. April ändern. Hungerbühler: «Wir sagen nicht nur, dass wir Camin unterstützen, sondern tun es auch im Gegensatz zu anderen Parteien.»

Der CVP-Präsident verteidigt auch den scharfen Tonfall, den die CVP-Leute in den Inseraten anschlagen. «Wir warnen vor Wolff – und stehen auch dazu.» Es sei Teil jedes Wahlkampfs, nicht nur für den eigenen Kandidaten zu werben, sondern auch den Kontrahenten anzugreifen, so Hungerbühler. Den Vorwurf, dass die CVP damit quasi für die FDP die «Drecksarbeit» erledige, weist der Parteipräsident und Gemeinderat zurück. «Wir lassen uns von gar niemandem vor den Karren spannen.»

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