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Das Hardturm-Stadion gerät in Schieflage

Die SP fordert in den Wohnneubauten beim neuen Fussballstadion mehr gemeinnützige Wohnungen – und droht mit dem Scheitern des Projekts.

So sollte es dereinst aussehen: Das neue Hardturm-Stadion mit den benachbarten Wohnanlagen. Visualisierung: Nightnurse Images
So sollte es dereinst aussehen: Das neue Hardturm-Stadion mit den benachbarten Wohnanlagen. Visualisierung: Nightnurse Images

Als das Projekt «Ensemble» im Sommer 2016 präsentiert wurde, erntete es viel Zustimmung, von links bis rechts. Endlich sollte die Stadt Zürich beim Hardturm wieder ein richtiges Fussballstadion bekommen. Neben dem Stadion sind eine Siedlung mit 174 gemeinnützigen Wohnungen sowie zwei Hochhäuser mit rund 600 Wohnungen im mittleren Preisbereich geplant. Dank der Wohnungen soll es möglich werden, dass die gesamte Anlage von privaten Investoren erstellt wird – Zürich käme damit zu einem neuen Stadion, ohne Geld aus der Stadtkasse aufzuwerfen. Die Stadt gäbe lediglich die Baurechte günstig ab.

Wie die NZZ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, ist das «Ensemble»-Projekt aber inzwischen zum Gegenstand einer politischen Auseinandersetzung geworden – damit verbunden ist das Risiko, dass am Ende das Stadionprojekt scheitert.

Ein Drittel günstige Wohnungen

Konkret geht es um den Anteil an gemeinnützigen Wohnungen. Die SP verlangt, dass dieser höher sein müsse als bisher vorgesehen – nämlich nicht nur 174 von 774 Wohnungen, sondern ein Drittel. Die Sozialdemokraten berufen sich auf das in der Gemeindeordnung festgesetzte Ziel, dass in Zürich bis 2050 jede dritte Mietwohnung eine gemeinnützige sein müsse. Die SP störe sich grundsätzlich daran, dass auf städtischem Land teure Wohnung gebaut werden sollen, mit denen ein Privater eine Rendite erzielt, sagt SP-Co-Präsidentin Garbiela Rothenfluh. Dem Quartier bringe das überhaupt nichts.

Ob die SP das Gesamtprojekt scheitern lassen würde, wenn ihre Forderung unerfüllt bliebe, lässt Rothenfluh offen. Die Diskussionen seien noch nicht beendet, betont sie. Aktuell wird das Geschäft von einer Gemeinderatskommission vorbereitet. Schon jetzt ist klar, dass die Debatte im Gemeinderat hitzig wird. Lehnt die SP die Baurechtsverträge ab, steht nämlich das ganze Projekt auf der Kippe – zumal die SP-Forderung auch von Grünen und AL unterstützt wird. Die drei Parteien zusammen haben künftig die Mehrheit im Gemeinderat.

Dass das Stadion akut gefährdet ist, hat auch das Bauunternehmen HRS gemerkt, welches das Projekt «Ensemble» realisieren will und zusammen mit dem Anlagefonds der Credit Suisse ebenso als Investorin auftritt. Gemäss NZZ laufen derzeit Verhandlungen, wie und wo der Anteil an gemeinnützigen Wohnungen erhöht werden könnte.

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Video: Das neue Hardturmstadion

Der bisherige Stand der Planung im Modell. Video: TA

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SDA/han

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