Das ist neu am Züri-Fäscht 2019

Weniger Werbung, eine Drohnenshow und eine Zipline über die Limmat: Das erwartet Sie in zwei Wochen am Volksfest.

Die Besucherinnen und Besucher wälzen sich am Züri-Fäscht 2016 durch die Stadt – das Lenken dieser Menschenmassen wird 2019 verbessert.

Die Besucherinnen und Besucher wälzen sich am Züri-Fäscht 2016 durch die Stadt – das Lenken dieser Menschenmassen wird 2019 verbessert. Bild: Walter Bieri/Keystone

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In gut zwei Wochen beginnt das Züri-Fäscht 2019. Das Volksfest dürfte wieder viele Menschen anziehen – die Organisatoren erwarten je nach Wetter über das ganze Wochenende 2 bis 2,3 Millionen Besucherinnen und Besucher. Im Vergleich zur Ausgabe 2016 habe man Konzept und Organisation massiv angepasst, sagte OK-Präsident Albert Leiser heute Morgen vor den Medien.

Die wichtigsten Änderungen und neuen Attraktionen im Überblick:

Weniger Werbung, weniger Menschen

Über 2 Millionen Besucherinnen und Besucher – eine kaum vorstellbare Zahl. Doch es ginge noch mehr, sagt Albert Leiser: «Wenn wir das Züri-Fäscht stärker bewerben würden, könnten wir bei gutem Wetter auch 4 Millionen in die Stadt locken.» In Absprache mit dem Stadtrat habe man aber genau darauf verzichtet: Das Organisationskomitee schaltet keine klassische Werbung, damit die Stadt nicht zu voll wird.

Lediglich auf Flächen von Partnern oder der Stadt gäbe es vereinzelt Plakate, sagt Leiser. Ausserdem setze man verstärkt auf Social Media. Das neue Motto sei Qualität statt Quantität – man wolle ein breites Angebot, aber nicht zu viele Menschen in der Stadt.

Die Drohnenshow

Sie werden bereits als Alternative zu den grossen Feuerwerken gehandelt, noch bevor sie überhaupt stattgefunden haben: die Drohnenshows. Im Gegensatz zum Feuerwerk verursachen sie nämlich kaum CO2- und Feinstaub-Emissionen. Die Drohnenspezialisten der englischen Firma Skymagic präsentieren ihr Können im Norden Englands. Sie sind für die Show am Züri-Fäscht engagiert worden. Bild: PD/Skymagic

Doch auch abgesehen davon sei die von Musik begleitete Drohnenshow ein Höhepunkt, sagt Leiser. Es sei die erste dieser Grösse in der Schweiz. Das EWZ hat dafür mit Spezialisten zusammengearbeitet, die 150 Drohnen so programmieren, dass sie im Schwarm 3-D-Bilder an den Nachthimmel malen.

Verbessertes Crowd-Management

Einen Fokus will das Züri-Fäscht dieses Jahr auf die Verbesserung der Beobachtung und Lenkung der Menschenmassen, das sogenannte Crowd-Management, legen. Sicherheitschef Linus Eberhard spricht von einer deutlich feineren Überwachung dank besserer technischer Möglichkeiten.

Wie schon 2016 werde anonymisiert der Standort von Benutzern der Züri-Fäscht-App erhoben, um zu sehen, wo sich die Menschenmassen drängen. Neu sei, dass diese Daten deutlich feiner erhoben werden können. Ergänzt mit Informationen der Stadtpolizei und der Crowd Spotter, die direkt vor Ort Eindrücke sammeln, habe man einen besseren Überblick über die Menschenansammlungen denn je.

Mit den Daten der letzten Ausgabe habe man zudem die Anordnung der einzelnen Plätze optimiert und diese noch dezentraler angeordnet, sagt Eberhard. Und schliesslich könnten die Besucherinnen und Besucher über grosse Screens, die Züri-Fäscht-App sowie die sozialen Medien zielgenau informiert werden, sobald das nötig werde.

Nachtzuschlag und reduzierter Bierpreis

Zuerst die gute Nachricht: Die Getränke werden günstiger. Ging der halbe Liter Bier 2016 noch zu einem Rekordpreis von 7 Franken über die Theke, so kostet er dieses Jahr 6.50 Franken.

Dafür wird der Nachtzuschlag wieder eingeführt. Ganz nach dem Verursacherprinzip sollen damit jene zur Kasse gebeten werden, die für das Züri-Fäscht in die Stadt kommen, sagt Leiser. Wer den Nachtzuschlag nicht per Handy lösen will, hat neu die Möglichkeit, das an mobilen Ständen zu machen.

An solche Ständen können die Besucherinnen und Besucher den Nachtzuschlag lösen. Bild: hwe

Die Zipline über die Limmat

Adrenalin-Junkies bekommen am Züri-Fäscht traditionell einiges geboten. An einem Stahlseil über die Limmat sausen, das gehörte aber nicht dazu – bis jetzt. Wer einen neuen Nervenkitzel sucht, kann die Zipline vom Lindenhof zum Limmatquai ausprobieren.

Schlager auf dem Lindenhof

Und gleich noch eine Änderung betrifft den Lindenhof: Neu wird auf dem lauschigen Platz über der Limmat ein Biergarten betrieben. Und auch musikalisch verändert er sich: Hat bei den letzten Ausgaben Turbinenbräu noch gemeinsam mit dem Helsinki und dem Stolze-Openair jeweils abends ein Programm mit lokalen Musikern und Bands auf die Beine gestellt, soll dieses jetzt durch Schlagernächte abgelöst werden.

Turbinenbräu wolle die Organisation dieses kleinen Fests im Fest nicht mehr übernehmen, sagt Leiser. Deshalb habe man einen neuen Partner gesucht und mit dem Carlton auch gefunden. «Schlager ist eine ideale Ergänzung zum Biergarten.»

Den Vorwurf, dass damit ein weiterer Halligalli-Platz am Züri-Fäscht entstehe, lässt Leiser nicht gelten. Das Programm auf dem Lindenhof sei mit Essen und Volkstänzen von Gruppen aus aller Welt nach wie vor ein gediegenes. Und auch der Biergarten soll eine ruhige Alternative zu den lauteren Plätzen bleiben – trotz Schlager.

Freestyle.ch

Snowboarder, Skifahrer, Mountainbiker, FMX- und BMX-Fahrer zeigten am Freestyle.ch auf der Landiwiese jeweils ihr akrobatisches Können – bis 2014. Seither fehlen die Sponsorengelder für eine Neuauflage. Jetzt feiert der Event im Rahmen des Züri-Fäscht nach fünf Jahren sein Comeback.

Ein Motocross-Fahrer wirbelt beim Freestyle.ch 2011 durch die Luft. Bild: Nicola Pitaro

Die Organisatoren verzichten aber auf die grosse Schneeschanze und damit auf Snowboarder und Freestyle-Skifahrer. Das Freestyle.ch wird damit zur Zweiradveranstaltung: Freestyle-Motocross- und Mountainbike-Fahrer werden auf der Landiwiese ihr akrobatisches Können zeigen.

Leiseres Fest

Der Zürcher Stadtrat will am Züri-Fäscht 2019 strengere Lärmvorgaben für Bars und Konzerte. Grundsätzlich gilt eine Begrenzung auf 93 Dezibel bis 1.30 nachts und 90 Dezibel bis 5 Uhr morgens. Auf den zwei peripheren Festplätzen Blatterwiese und Landiwiese darf die Lautstärke bis 0.30 bis zu 96 Dezibel betragen, danach noch 93. Die strengeren Lärmvorschriften haben vonseiten Politik und Veranstalter zu Kritik geführt.

Erstellt: 18.06.2019, 15:30 Uhr

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