Die Kosmos-Gründer: Einst Freunde, jetzt erbitterte Gegner

Der Konflikt um das Zürcher Kulturhauses dreht sich auch um eine zerbrochene Männerfreundschaft, um grosse Träume und kleine Streitereien.

Grosse Pläne: Bruno Deckert und Samir kurz vor der Eröffnung des Kosmos im August 2017. Foto: Reto Oeschger

Grosse Pläne: Bruno Deckert und Samir kurz vor der Eröffnung des Kosmos im August 2017. Foto: Reto Oeschger

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Dies ist die Geschichte einer Zerrüttung. Eine Geschichte von grossen Utopien und kleinen Streitereien. Erzählt ohne Schadenfreude und Besserwisserei. Denn ihr Erzähler hat einst ähnliche Projekte wie das Zürcher Kulturhaus Kosmos mitbegründet: eine Haus­genossenschaft gegen die Immobilienspekulation, eine Zeitung gegen den Druck der grossen Inserenten, eine ­Patientenstelle gegen den Standes­dünkel der Götter in Weiss. Alle gestartet als Utopien und rasch bedroht durch Streits und Animositäten. Irgendwann rauften die Beteiligten sich zusammen, und die meisten Projekte sind bis ­heute quicklebendig, wenn auch eine Nummer kleiner.

«Zu gross», sagt der Schriftsteller und Verfassungsrechtler Bernhard Schlink zu Utopien. Zu gross sind jetzt auch die Vorwürfe, die sich die beiden Lager machen: Bruno habe einem Putsch des rechten Lagers zum Durchbruch verholfen, das Kulturhaus Kosmos werde zum unpolitischen Bling-Bling-Ort. Die Verlierer seien Erblinke, die ihr schlechtes Gewissen mit unerreichbar hohen moralischen Ansprüchen kompensieren. Bruno habe Brudermord begangen. Und umgekehrt: Es gehe jetzt darum, den Unfug von Samir zu stoppen. Wer sich nicht wehre, mache sich schuldig.

Steff Fischer ist ein Bauchmensch, er brauchte keine Fachliteratur, um zu begreifen, dass die Erdgeschosse öffentlich zugänglich sein mussten.

Und dies ist folglich auch die Geschichte der Utopien aller Beteiligten. Der Erzähler teilt mit den Akteuren die Generation und viele Hoffnungen: Steff und Samir sind Freunde und Mitstreiter aus den bewegten Zürcher Achtzigerjahren, Bruno, aufgewachsen auf der deutschen Seite des Bodensees, tauchte erst später in der Szene auf, als er 1999 das Sphères gründete: ein beispielhaftes Pionierprojekt in der Kombination von Buchladen, Bar und Bühne im damals leblosen «Züri West». Bruno stand als ruhiger, besonnener Kopf im Hintergrund und freute sich, als der Ort nach fünf Jahren aus den roten Zahlen kam. Mitgeholfen hatte der Zufall: der neue Uferweg entlang der Limmat, die Fussgängerbrücke zur Höngger Seite.

Wie die Idee entstand

Bruno wollte seine funktionierende kleine Utopie vergrössern: Eine Küche sollte dazukommen, der Raum sollte grösser werden, und dazu kam der Wunsch, mit seinem Jugendfreund ­Silvio ein gemeinsames Projekt zu stemmen. Die beiden kannten sich von den Zeugen Jehovas, Brunos Mutter war ihnen beigetreten, als er sechsjährig war. Beide haben sich erst als junge Erwachsene von den Zwängen dieser Sekte befreien können, was meist den Bruch mit der eigenen Familie bedeutet. Bruno studierte in Zürich und Basel Psychologie und ging in seiner Doktorarbeit der Frage nach, wie sich die Zeugen Jehovas gegen Fakten immunisieren, die ihrem Glauben zuwiderlaufen. Dreimal hat diese Sekte im vergangenen Jahrhundert den Weltuntergang prophezeit und damit ihre «Schafe» für den Gotteskrieg gegen den Satan und das darauf folgende tausendjährige Friedensreich eingestimmt.

Wie viele Befreite machte er seine neue Freiheit zum Programm: Der freie Austausch von Ideen, Meinungen und Analysen stand im Mittelpunkt seiner Projektidee «Geld und Geist». Bar, ­Bühne, Buch sollten eins werden, Membrane zwischen diesen Sphären für Durchlässigkeit sorgen. Wenn einer im Sphères ein Bier trinken ging, fiel sein Blick zufällig auf ein interessantes Buch, oder er wurde von einem Bühnen­auftritt überrascht. Erst planten sie, die Lokalität auszubauen, aber das erwies sich wegen der benachbarten Künstlerateliers als unmöglich.

Im Alltag des Kosmos ging es sehr rasch nicht mehr um die grossen Utopien, sondern um die kleinen Streitereien.

Hier kommt der zweite Utopist ins Spiel: Steff Fischer, auch er Aktivist in den bewegten Achtzigerjahren. Der Erzähler kennt ihn von einer Hausbesetzung am Stauffacher, zugleich ein kulturelles Happening mit viel Spass. Steff gehörte zur Spontifraktion, er war ein rotes Tuch für Dogmatiker aller Art. Nachdem das besetzte Haus geräumt worden war, kettete er sich zum Protest in der Schalterhalle eines Reisebüros an, dessen Pensionskasse am Neubau beteiligt war. Als er wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht hätte erscheinen müssen, spielte er in einem improvisierten Gegentribunal die Rolle des Spekulanten. So überzeugend, dass sich niemand wunderte, als er ein paar Jahre später selber zum Immobilienverwalter wurde.

Dies ist seine Utopie: In seinen Häusern soll nicht bürgerlich, sondern gemeinschaftlich gelebt werden. Er begann mit einer Überbauung des elterlichen Grundstücks in Fällanden, später kam «ZürichParis» dazu, wo die WOZ und das Sphères einquartiert sind (dort lernt er Bruno kennen). Er gründete den Grosshaushalt Karthago mit und sollte nun für Brunos Projekt «Geld und Geist» ein geeignetes Objekt finden.

Die SBB werden gewonnen

Nun traf sich, dass die SBB mit ihrer Überbauung an der Europaallee in der Kritik standen, weil in diesem Projekt lange nur das Geld vertreten war und nicht der Geist. Und rund um die von aussen abweisenden Neubauten Leblosigkeit drohte. Steff ist ein Bauchmensch, er brauchte keine Fachliteratur, um zu begreifen, dass die Erdgeschosse öffentlich zugänglich sein mussten: «Kaum jemand ist grösser als zwei Meter, aber bis zu dieser Höhe wollen alle in die Häuser reinsehen und reingehen können», sagt er, «sonst wird das ein toter Ort.» Und natürlich sollen diese Läden mehr als bloss dem Kommerz dienen: keine Labels, keine Modeläden, keine grossen Ketten, stattdessen ein Marktplatz für innovative Produkte und Ideen.

Die SBB-Verantwortlichen liessen sich überzeugen und gaben ihm die Untergeschosse an der Lagerstrasse auf Seite der Europaallee zur Verwaltung. Im Baufeld H, an ihrem Ende gegen die Langstrasse hin, schien der ideale Platz für das Projekt «Geld und Geist». Inzwischen war es eine Nummer grösser geworden, denn zu Bar, Küche, Buch und Bühne waren ein politisches Forum und ein Kinoprojekt gekommen. Bruno schlug den Namen «Kosmos» vor – er sollte für die Einheit dieser Planeten stehen und war einst der Name eines der ersten Zürcher Stummfilmkinos. Die Miete dort beträgt rund die Hälfte im Vergleich zu den bahnhofsnahen Erdgeschossen in der Fussgängerzone und etwa ein Drittel dessen, was ein Grossverteiler hätte zahlen müssen.

«Atmosphären-Clash»

Die Idee eines politischen Forums zusammen mit einem Multiplexkino hatte Samir Jahre zuvor als seine Utopie bei Steff eingebracht. Samir ist eines jener Mitglieder des einstigen Zürcher Videoladens, die zu erfolgreichen Filmemachern wurden. Ausserdem gründete er die Produktionsfirma Dschoint Ventschr mit, die seit 30 Jahren Filme produziert und vielen jungen Autorinnen und Autoren den Einstieg ermöglichte. Eines seiner grossen Themen ist die Konfliktlinie zwischen den Kulturen, die er als Secondo mit einem irakischen Vater und einer Schweizer Mutter persönlich erlebt hat. Samir liebt und sucht die Auseinandersetzung und betreibt sie so leidenschaftlich, dass es für den Gesprächspartner auch mal ­verletzend werden kann. Wer Kränkungen aushält und selber streiten kann, wird am nächsten Tag wieder sein Freund sein.

Samirs Utopie hiess in Anspielung an den Filmklassiker über den Chräis Chäib «7 Gleise» – er träumte von einem flexibel programmierbaren Multiplexkino im Stadtkreis 4, Ort des Studiofilms und des gehobenen Mainstreams für Filmliebhaber, und einem Forum für politische Debatten. Nun bot allerdings das Kino Riffraff an der Neugasse nur wenige Hundert Meter entfernt, seit 1998 Studiofilme im Multiplexkino mit vier Sälen an. Und seine Betreiberin, die Neugass Kino AG, war daran, mit dem Houdini in der Überbauung Kalk­breite fünf weitere kleine Kinosäle zu eröffnen. Sie würden neue Zuschauer ansprechen, beruhigte Samir damals die aufgebrachte Konkurrenz, ausserdem war ihm die Idee des politischen Forums, wie es später in der «Kosmopolitics»-Reihe am Montagabend entstehen würde, genauso wichtig.

Samir. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Steff brachte Bruno und Samir zusammen. An Pfingsten 2011 brüteten sie erstmals genauer über das gemeinsame Projekt, jetzt auch mit Zahlen für einen möglichen Businessplan. Mit dabei war auch Brunos Jugendfreund Silvio. Aber es geigte nicht zwischen Samir und ­Silvio, das waren verschiedene Welten, Bruno spricht von einem «Atmosphären-Clash»: der Filmemacher und -produzent spontan, emotional, viel unterwegs und voller Ideen, der Ingenieur nüchtern, strukturiert, ein Skeptiker. Bruno stand dazwischen. Zeitweilig schien es, als ob Samir und er Freunde werden könnten, vorab dann, wenn sie beim Bier nicht über Zahlen, sondern über Filme und Bücher diskutierten. Wenige Tage vor der Vertragsunterzeichnung mit den SBB zog sich Silvio zurück, weil er das Kosmos-Projekt für ein «Himmelfahrtsprojekt» hielt, das nur im «Best-best-case» funktioniert. Für Bruno ein Schock, denn er verlor zugleich Jugendfreund und Geschäftspartner im Moment, da sie gemeinsam eine Bankgarantie hätten leisten müssen.

Grosse wirtschaftliche Fragen

Zwei Jahre später stiess der Werber Martin Roth dazu, erst als Projektleiter, dann als Geschäftsleiter und Mitglied des Verwaltungsrats. Nun wurde Bruno zum Vermittler zwischen Samir und ihm, die beide ein ähnliches Temperament haben und sich oft fetzten. Die wirtschaftlichen Fragen waren von Anfang an gross genug, in zwei der vier Branchen sind die Umsätze rückläufig (Buchhandel, Kino). Veranstaltungen hingegen boomen. Im Kosmos waren es anfänglich fast zu viele, in den ersten vier Monaten nach der Gründung drohte zeitweilig ein «Veranstaltungsinfarkt». Auch der Buchsalon war rasch beliebt, rentabel ist er nicht, weil viele Besucher sich darin so gemütlich einrichten wie in ihrem Wohnzimmer. Das ist so angedacht, schliesslich geht es um Geist und Atmosphäre, aber man wird die Benutzer künftig rascher fragen, ob sie nicht etwas trinken wollen.

Die grössten Risikofaktoren fürs ­Geschäft sind lange Hitzeperioden (wenn die Gäste wegbleiben) und die schlecht ausgelasteten Kinosäle (weit unter 20 Prozent). Die junge Bereichsleiterin des Kinos konnte von Samirs Erfahrung nicht profitieren. Sie empfand seine Interventionen als Einmischung ins operative Geschäft, womöglich traf ­Samir auch den Ton nicht. Schliesslich forderte er ultimativ ihre Entlassung, was Geschäftsleiter Roth nun seinerseits als unzulässige Einmischung empfand und verweigerte.

Gespräche mit dem Riffraff

Mehrfach wollte sich Samir vom Verwaltungsrat als Delegierter für den Kinobereich mandatieren lassen, was ihm das Gremium ebenfalls verweigerte. Er war inzwischen zur Überzeugung gelangt, dass man mit den Kinos Riffraff und Houdini kooperieren müsse. Seit vergangenem Herbst trifft man sich nun tatsächlich mit Vertretern der Neugass Kino AG zum vertraulichen Gespräch. Vernünftig wäre eine solche Kooperation im angespannten Kinomarkt tatsächlich, in der Branche ist diese Einsicht schon lange gewachsen.

Und ja, womöglich wird das Kosmos schon dieses Jahr kein Geld mehr verlieren. Im ersten Halbjahr soll der Abschluss positiv sein. Das wäre auch nötig, denn wenn das Kosmos weiterhin Verluste macht, wird demnächst die Hälfte des Eigenkapitals aufgebraucht sein. Man müsste danach den Nominalwert der Aktien herabsetzen, um den Verlustvortrag zu tilgen. Das Steueramt bewertet die Aktie aktuell zum halben Nominalpreis. Aber das Bruno-Lager ist optimistisch: Das Ergebnis habe 2018 315'000 Franken über Budget gelegen – dieser Trend scheint sich im laufenden Jahr zu bestätigen, und die Liquidität ist mit 2 Millionen hoch.

Mit den SBB wurde ein besserer Vertrag ausgehandelt, das Kosmos muss seine hohen Investitionen erst ab 2022 amortisieren. Womöglich wird es dann nochmals neues Geld brauchen. Bisher konnten Geldgeber und Investoren bereitwillig gefunden werden, insbesondere Samir hat in seinem grossen Bekanntenkreis gut akquiriert: den Filmemacher Ruedi Gerber, den Verleger und Schauspieler Patrick Frey und andere, die vom Projekt begeistert waren.

Steff Fischer. Foto: Christian Beutler

Auch Steff Fischer stieg mit eigenem Geld ein, der Immobilienunternehmer hat inzwischen 40 Angestellte und ein privates Vermögen von 10 Millionen Franken. Er ist ein Mann des offenen Wortes, auch über sein Vermögen. Als er eine Million spendete («ein Zehntel, wie es auch die grossen Religionen verlangen»), liess er dies die Öffentlichkeit wissen. «Ich habe in meinen Leben stets den Stein nach vorn geworfen und mit mir selbst gewettet, ob ich so weit komme», sagt er. Er hat viele Wetten gewonnen, aber diese nicht: zwischen Samir und Bruno erfolgreich zu vermitteln. So sass er am Abend der turbulenten Generalversammlung allein zu Hause und schaute die Netflix-Serie «Narcos» über den Aufstieg und Fall des Drogenbosses Pablo Escobar. Er wollte für keine der beiden Seiten Partei ergreifen.

Drei Tage zuvor hatte er eine alte Freundin per Mail angefragt, ob sie bereit wäre, ihn mit seinen Aktienstimmen zu vertreten. «Wäre schatzig.» Man kannte sich aus den bewegten Achtzigerjahren, und von ihr war zu erwarten, dass sie Samirs Lager unterstützt hätte. Als er von ihr nicht unverzüglich etwas hörte, fragte er einen anderen Freund an. Der war als Architekt am Innenausbau des Kosmos beteiligt, hatte dabei schon im einen oder anderen Konflikt vermittelt und sich als der «unparteiischste Mensch» erwiesen, den er kannte. An der Versammlung stimmte er für Brunos Lager, war damit Zünglein an der Waage und kandidierte gleich selbst erfolgreich für den Verwaltungsrat. Samir war draussen, auch der von seiner Frau Stina vorgeschlagene Wirtschaftsanwalt wurde nicht gewählt. Die 45 Prozent Aktienstimmen dieses Lagers sind damit nicht mehr vertreten. Eine Protestpetition unter dem Titel «Reclaim Kosmos» wurde im Netz von tausend Personen unterzeichnet.

Das Gespräch suchen

Bruno sagt: «Die erste Verwaltungsratssitzung danach war wie eine Erlösung: Erstmals ging es wieder um die Sache.» Aber klar, man wird das Gespräch mit dem anderen Lager so rasch wie möglich suchen müssen. Gestern sassen zwei der neuen VR-Mitglieder mit ­Samir zusammen, um die Fortsetzung seines Arbeitsvertrags und eine Annäherung der beiden Lager auszuloten. Offiziell will man erst nach den Sommerferien zusammensitzen.

Der neu gewählte ­Verwaltungsrat versteht sich als Übergangsgremium für ein Jahr. Eine An­näherung setzt den Abbau von Feindbildern auf beiden Seiten voraus: gegenüber Edwin van der Geest, dem Strategen und Kommunikationsspezialisten in Firmenkonflikten, den man als Drahtzieher des rechten Putschs sieht (er selbst spricht vom «Schutz» des bestehenden Konzepts). Gegenüber den «Erb­linken», wie die Filmemacher und Kulturschaffenden mit vermö­gendem Hintergrund neuerdings etikettiert werden.

Bruno Deckert. Foto: Dominique Meienberg

Bruno hat seine Erfahrungen mit dem Kosmos-Projekt in einer zweiten Dissertation niedergeschrieben, diesmal zum Doktor der Organisations­psychologie an der Hochschule St. Gallen. Darin beschreibt er die Schwächen der Beteiligten schonungslos: auch seine eigenen, die Zweifel am Projekt, die zeitweiligen Panikattacken. Sie zeigen, dass es im Alltag des Kosmos sehr rasch nicht mehr um die grossen Utopien ging, sondern um die kleinen Streitereien: um die Beleuchtung und die Sitzbänke im Bistro, um die Frage, ob vier Kinosäle während zehn Tagen vom Zürcher Filmfestival bespielt werden dürfen. Mit Grundsatzkritik, emotionalen Ausrastern und Rückzugsdrohungen – zur Klärung der Sitzecken musste schliesslich gar eine Taskforce eingesetzt werden.

Während Brunos Buchvernissage im vergangenen September zeigte Samir im Untergeschoss eine Filmpremiere aus eigener Produktion. Die Aktionäre müssten sich nun halt zwischen Bruno und ihm entscheiden, schrieb Samir damals an die Aktionäre. Gemeint war das nur für diesen Abend.

Erstellt: 20.07.2019, 12:49 Uhr

Die wichtigsten Stationen

2009 – SBB suchen Alternativprojekte

Die SBB stehen in der Kritik, ihre ehemalige Brache hinter dem Zürcher Hauptbahnhof zu Höchstpreisen zu vergolden, und beauftragen den Immobilienentwickler Steff Fischer, die Untergeschosse in der Lagerstrasse für ein lebendiges Quartier an Klein- und Kulturbetriebe zu vermieten.

2011 – Vertrag mit Kosmos-Initianten

Bruno Deckert und Samir unterzeichnen den Vertrag mit den SBB, die auch eine hohe Kaution für die künftige Miete ­verlangen. Für Brunos kurzfristig ausge­stiegenen Freund steigt Samirs Ehefrau Stina Werenfels ein.

2014 – Das Kosmos wird operativ tätig

Nach Jahren der Planung und der Diskussion stellt das Kosmos mit Martin Roth einen operativ tätigen Geschäftsleiter an. Er kümmert sich um den Bau und die Finanzierung und wird im Hinblick auf die Eröffnung das Team zusammenstellen.

2017 – Glanzvolle Eröffnung

Am 1. September wird das Kosmos mit einem rauschenden Fest eröffnet. Kein Quadratmeter bleibt frei, denn ganz Zürich ist da, um das neue Kulturhaus zu feiern. Das Kosmos-Team lässt symbolisch eine Rakete ins All starten.

2019 – Der Streit

An der Generalversammlung vom 20. Juni kommt es zum offenen Bruch im Lager der Aktionäre, weil die beiden Gründer im Streit sind. Die Wahl ergibt einen knappen Sieg für das Lager um Bruno Deckert, das andere Lager ist nicht mehr im Verwaltungsrat vertreten. (rs)

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