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Das langsame Ende einer Badi

Lange war unklar, was mit der veralteten Sportanlage Heuried geschehen soll. Jetzt steht fest: Sie wird abgerissen und bis 2017 für 80 Millionen neu gebaut. Baden und Eislaufen fällt für zwei Jahre aus.

Maroder Bau aus den 60er-Jahren: Die Sportanlage Heuried im Zürcher Kreis 3 muss dringend erneuert werden.
Maroder Bau aus den 60er-Jahren: Die Sportanlage Heuried im Zürcher Kreis 3 muss dringend erneuert werden.
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Morsches Holz und bröckelnde Gebäude: Der Beton der Badeanlage platzt von den Wänden und Decken.
Morsches Holz und bröckelnde Gebäude: Der Beton der Badeanlage platzt von den Wänden und Decken.
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... oder die ZSC Lions Frauen und andere Eishockeyspieler.
... oder die ZSC Lions Frauen und andere Eishockeyspieler.
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Der Beton bröckelt, die Gebäudetechnik ist veraltet, die Leitungen rosten: Die Sportanlage Heuried in Wiedikon kann nicht mehr saniert werden. Es braucht einen Neubau. Das 80-Millionen-Projekt (siehe Box) wurde aber auf Eis gelegt, als das Notbudget der Stadt Zürich in Kraft war. Jetzt steht fest: Am geplanten Ersatzneubau der Sportanlage Heuried wird auch nach den Budgetkürzungen festgehalten. Auch der Umfang des Projekts bleibt gleich.

Mitte 2012 wird das Siegerprojekt vorgestellt

Bereits Mitte 2012 wird der Entscheid zum Architekturwettbewerb und das Siegerprojekt vorgestellt. Im gleichen Jahr wird im Zürcher Gemeinderat über den Projektierungskredit abgestimmt. 2014 entscheidet dann das Stimmvolk über das Bauvorhaben. «Wenn alles gut läuft, kann noch im Herbst 2014 mit dem Rückbau begonnen werden. Der Start für den Neubau der Eishalle und die Instandsetzung des Freibads folgt im Frühling 2015», sagt Marc Huber, Mediensprecher Immobilien-Bewirtschaftung Stadt Zürich, gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Die Bauarbeiten hätten allerdings zur Folge, dass auf der Sportanlage Heuried während mindestens zwei Saisons kein Eislaufen und Baden möglich ist. «Eine Wiedereröffnung wäre frühestens zur Eislaufsaison 2016/17 hin möglich», so Huber.

«Vor bösen Überraschungen ist man nie gefeit»

Bis zum Start der Bauarbeiten werde die Sportanlage aber in der heutigen Form erhalten bleiben. «Wir unterhalten sie mit so viel Aufwand, wie nötig ist, um einen sicheren Bade- und Eislaufbetrieb zu ermöglichen», betont Huber. In der laufenden Badesaison habe es bisher noch keine bösen Überraschungen gegeben. «Wie die Vergangenheit aber gezeigt hat, ist man leider nie gefeit davor.»

Die Anlage sei zwar veraltet und bringe energetisch sicher nicht die besten Voraussetzungen mit, sagt Huber weiter. «Aber wir haben es trotzdem geschafft, die vorhandene Gebäudetechnik ständig zu verbessern. Seit 2007 haben wir im Heuried 26,1 Prozent weniger Energie verbraucht. Am 11. Mai haben wir dafür sogar die Energo-Goldmedaille, eine Auszeichnung für unsere Anstrengungen bei der Optimierung der Gebäudetechnik, erhalten.»

Quartier hat sich an die Makel gewöhnt

Bei der Quartierbevölkerung ist die Sportanlage Heuried trotz ihrer offensichtlichen Makel nach wie vor sehr beliebt. Allein in der vergangenen Badesaison konnten 76'000 Eintritte verzeichnet werden. «Bei uns ist nie etwas Nachteiliges über die Badi eingegangen. Das ist ein Zeichen dafür, dass es dort keine Probleme gibt», sagt Ernst Hänzi, Quartiervereinspräsident von Wiedikon. Es sei auch verständlich, wenn sich niemand über den Zustand der Badi beschwere. «Es ist, wie wenn man 20 Jahre in derselben Wohnung lebt: Man wird mit ihr älter und gewöhnt sich an sie. Da merkt man nicht, in welch desolatem Zustand sie wirklich ist.»

Hänzi hofft, dass die Badi erhalten bleibt. «Dieser Naherholungsraum ist für das Quartier mit seinen rund 45’000 Einwohnern sehr wichtig», betont er. Geschickt wäre seiner Meinung nach eine Etappierung des Neubaus, damit nicht die ganze Anlage geschlossen werden müsste. «Wenn die Badi während zwei Jahren geschlossen bleibt, werden die Leute wohl einen neuen Stammplatz in einem anderen Freibad suchen und vielleicht nicht wieder zurückkommen, wenn das Heuried wieder eröffnet wird.»

Ästhetik ist «nicht berauschend»

Freuen könne man sich erst, wenn man wisse, was anstelle der jetzigen Sportanlage gebaut werden soll. «Wir können im Moment nur hoffen, dass es etwas Schlaues geben wird. Eine Light-Version würde im Quartier sicher nicht goutiert werden», sagt Hänzi.

Ungetrübte Freude über das Bauprojekt herrscht bei Hermann Schumacher, Leiter Abteilung Badeanlagen der Stadt Zürich: «Ich finde es super, dass da jetzt etwas passiert. Wir wollten schon lange etwas machen, im Finanzplan konnte die Investition erst jetzt aufgenommen werden.» Die Ästhetik der Badi Heuried sei «nicht berauschend» und die Anlage nicht einladend. «Ein Neubau ist längst überfällig», so Schumacher.

In den vergangenen acht Jahren wurden insgesamt über 100 Millionen Franken in die Sanierung und Erneuerung der Bäder der Stadt Zürich investiert. Schumacher hofft, dass nun auch mit dem Neubau im Heuried für die nächsten 20 Jahre ein gutes Angebot für die Bevölkerung geschaffen werden kann.

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