Das Personal nicht mitgenommen

Die Spitalleiter Zemp und Hauri haben es verpasst, das Personal des Waidspitals gleichberechtigt in den Veränderungsprozess mitzunehmen.

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Im Grunde hat Andreas Hauri (GLP) die gleiche Strategie wie seine Vorgängerin Claudia Nielsen (SP): Die Stadtspitäler sollen durch Wachstum im Markt bestehen. Doch Hauris Vorgehen ist anders. Er wälzt die Probleme nicht, er packt sie an. Er analysiert, priorisiert, setzt Massnahmen um. Die Spitäler aus den roten Zahlen zu bringen, war ihm wichtiger, als deren Rechtsform zu ­ändern. Die Ausgliederung aus der Verwaltung kommt später.

Bis jetzt ist Hauri erfolgreich. Ob die Strategie aber auch langfristig aufgeht, ist ungewiss. Denn neben den Stadt­spitälern setzen auch alle anderen Spitäler im Raum Zürich – und das sind viele – auf Wachstum. Das stationäre Geschäft, das Gewinn einbringt, wächst aber kaum noch, weil immer mehr Operationen ambulant möglich sind. Gewinnen werden schliesslich jene Spitäler, welche die Patientinnen und Patienten am besten behandeln. Dafür brauchen sie überdurchschnittlich gute Ärztinnen und Ärzte, ein ­kompetentes Pflegeteam und ein gutes Betriebsklima.

Niemand ausserhalb der Spitalleitung wusste, wie es in den einzelnen Häusern nun weitergehen soll.

Leider haben es Spitalleiter Zemp und Hauri verpasst, das Personal des Waidspitals gleichberechtigt in den Veränderungsprozess mitzunehmen. Die neue Spitalleitung für beide Häuser besteht grossmehrheitlich aus Triemli-Leuten. Im Waid empfindet man dies als Affront. Zudem ist das Personal in beiden Spitälern verunsichert. Es wurde vergangenen Donnerstag erst nach den Medien informiert. Niemand ausserhalb der Spitalleitung wusste, wie es in den einzelnen Häusern nun weitergehen soll.

Die Folge: Die Leute fangen an, sich nach Alternativen umzu­sehen. Dabei sind es meist die Besten, die zuerst gehen. ­Bereits hat ein Kaderarzt des Waidspitals den Schritt gemacht: Der Schulterspezialist wechselt zur direkten Konkurrenz ins Spital Limmattal. Viele Patienten werden ihm folgen.

Erstellt: 07.03.2019, 23:35 Uhr

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