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Das spielt den Gegnern in die Hände

Die Anti-Köppel-Aktion des Künstlers Philipp Ruch ist dumm und pervers. Und sie verfehlt ihre Wirkung bei weitem.

Er will schon wieder, dass wir uns mit ihm beschäftigen: Philipp Ruch, der im vergangenen Jahr zum Mord an Roger Köppel aufrief. Nun also soll der Nazihetzer Julius Streicher aus Köppel ausgetrieben werden.

Treffend oder gar originell ist das nicht: Nazivergleiche werden immer dann aufgeboten, wenn Aufmerksamkeit um jeden Preis erregt werden soll – und Argumente keine Rolle mehr spielen dürfen. Mehr als nur problematisch ist zudem, dass Ruch wiederholt in einer solchen Heftigkeit auf den gleichen Mann losgeht. Damit betreibt Ruch eine Personalisierung, die mit der schweizerischen Realität nur wenig zu tun hat. So wichtig ist Köppel nicht. Und von einer «Volksinitiativwut» des Neonationalrats, von der das «Zentrum für Politische Schönheit» spricht, kann schon gar keine Rede sein. Ruch verzerrt die Wirklichkeit und betreibt eine Personalisierung, die immer eine Banalisierung der Politik ist.

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