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Los gehts mit dem Züri-Velo

Der städtische Veloverleih startet: Über Preise, Stationen – und den grossen Unterschied zu O-Bike & Co.

Hält das «Züri Velo», was es verspricht? Wir haben es getestet. (Video: Patrice Siegrist, Lorenzo Petrò, David Sarasin)

«Geht das überhaupt noch, ein Veloverleih mit fixen Stationen?» Die wichtigste Frage zum heutigen Start des Stadtzürcher Verloverleihsystems «Züri Velo» stellte Publibike-Geschäftsführer Bruno Roher gleich selber. Zusammen mit Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) stellt er das Verleihsystem am Freitagmorgen als Auftakt des Urban Bike-Festivals auf dem Turbinenplatz den Medien vor. Rohner ist zuversichtlich, die Herzen der Zürcher auch mit dem stationsgebundenes «Züri Velo» zu gewinnen – trotz der inzwischen beachtlichen Konkurrenz an stationslosen Systemen wie Smide oder O-Bike in der Stadt.

Rohners Zuversicht hat auch mit den Vorteilen zu tun, welche die Stadt dem eigenen Verleih gewährt: Die exklusive Nutzung des öffentlichen Raumes für die bis zu 150 geplanten Verleihstationen. «Man muss unsere Velos also nicht aus einem Haufen von Rädern an einem öffentlichen Ständer herausgraben.» Und immerhin müssten die Publibikes nicht wie so oft im Ausland an einen Bügel eingehängt werden, ergänzte Leutenegger. Dank moderner Funktechnologie reiche es, die Räder genug nahe an einer Station abzustellen.

Das «GA» fürs Publibike kostet 400 Franken

Zum Start von «Züri Velo» können an 35 Standorten 350 Fahrräder ausgeliehen werden. Die Zahl der Stationen soll bis im Sommer auf 60 und bis 2019 auf 150 ausgebaut werden - mit 2250 Velos, beginnend im Stadtzentrum. Das Ziel ist es, dass die Zürcher in Gehdistanz eine Station finden. «Das heisst alle 300 bis 400 Meter», so Rohner. Die Hälfte der Züri-Velos verfügen über Elektrounterstützung. Den Unterhalt sowie das Laden der Akkus übernimmt ein Team der Soziale Einrichtungen und Betrieb der Stadt Zürich (SEB).

Das Züri-Velo wird wie bei der Konkurrenz mittels Smartphone-App geortet und freigeschaltet. Alternativ kann auch der Swiss Pass genutzt werden. 30 Minuten Fahrt auf dem gewöhnlichen Fahrrad kosten 3 Franken, mit dem E-Bike werden 4.50 Franken fällig. Mit dem günstigsten Jahresabo (50 Franken) sind die mechanischen Velos inklusive, die E-Bikes kosten 3.50 für die erste halbe Stunde, danach 10 Rappen pro Minute. Für 200 Franken im Jahr reduziert sich der Preis für die ersten 30 Minuten auf 1.50 Franken. Extra für Züri-Velo hat Publibike ein «GA» für den Verleih eingeführt: Für 400 Franken im Jahr ist die Benutzung unlimitiert.

Auch für Wenigfahrer geeignet

Die Velos von Publibike konnten Interessierte diesen Frühling bereits während einiger Wochen an zwei Stationen in der Innenstadt testen. Die Velos mit kleinen Rädern, tiefem Einstieg, breiten Reifen (Tramschienen sind keine Gefahr) und knackigen Scheibenbremsen haben durchwegs gute Kritiken erhalten in Sachen Qualität und Fahrkomfort. Besonders komfortabel und auch für Wenigfahrer attraktiv: die stufenlose Schaltung der mechanischen Räder und die fast magisch anmutende elektrische Tretunterstützung der E-Bikes, ganz ohne Gangwahlschalter.

Für die Konkurrenten aus Asien (O-Bike) und den USA (Limebike), die je mit ein paar hundert weniger komfortablen Rädern in der Stadt um Kunden werben, lohnen sich ihre Investition langfristig nur, wenn die Zürcher im grossen Stil aufs Velo umsatteln – und dabei ihre günstigeren Velos ebenfalls zum Zug kommen.

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