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Das Volk soll übers Kongresszentrum entscheiden

Die Promotoren des von den Linken geblockten Projekts auf dem Zürcher Carparkplatz kommen jetzt per Initiative. Laut Sprecher Robert Gubler ist ein Kompromiss mit Wohnungen möglich.

Spiel mit Transparenz: Nicht nur die Gebäude, auch die Brücke über die Sihl enthält in dieser Visualisierung viel Glas. (Visualisierung: Monoplan)
Spiel mit Transparenz: Nicht nur die Gebäude, auch die Brücke über die Sihl enthält in dieser Visualisierung viel Glas. (Visualisierung: Monoplan)
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Herr Gubler, der Gemeinderat will mit allen Mitteln verhindern, dass ein Kongresszentrum auf dem Areal des Carparkplatzes gebaut wird, und fordert günstige Wohnungen. Was halten Sie davon?

Das ist bedauerlich. Der angenommene Vorstoss ist absolut formuliert und verhindert eine echte Debatte über Alternativen auf dem Carparkplatz. Wir sind sicher nicht gegen mehr Wohnungen, aber dieser prominente Standort bietet mehr Möglichkeiten. Dabei käme ein Kongresszentrum der Diversifikationsstrategie der Stadt Zürich entgegen: Mehr Arbeitsplätze, die nicht mit der Finanzwirtschaft zusammenhängen. Dazu erhielte die Stadt gratis ein Kongresszentrum, weil Private alle Kosten tragen, und dazu erst noch einen anständigen Baurechtszins.

CVP-Gemeinderat Markus Hungerbühler sprach von «links-grüner Verhinderungspolitik». Teilen Sie seine Meinung?

Ich verstehe seinen Ausspruch, da der Vorstoss gezielt einen Kongressbau verhindern will. Interessant dabei finde ich, dass links-grüne Kreise vor ein paar Jahren einen Standort ebenfalls im Kreis 5 befürworteten unter dem Motto «Alles, bloss keine Büros». Und nun gilt das alles nicht mehr.

Sie sprechen vom Geroldareal.

Ja, und dieser Standort wäre eher peripher gewesen. Jetzt hätte man die Gelegenheit, am anderen Zipfel des Kreises ein Zentrum zu schaffen, das perfekt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar wäre und in Gehdistanz zu allen Sehenswürdigkeiten Zürichs liegt. Es wäre ein einmaliger Standort in Europa.

Wie geht es nun weiter?

Jetzt werden wir die Entscheidung dem Volk vorlegen. Dann wissen wir, was die Bevölkerung will, und haben endlich Rechtssicherheit. Für dieses Vorhaben stehen wir in engem Kontakt mit den bürgerlichen Parteien.

Wie soll die Volksinitiative formuliert werden?

Eine Arbeitsgruppe ist an der Arbeit, sie wird bald ihr Resultat liefern.

Wann?

Sehr bald. Nach den Herbstferien sind wir bereit.

Sie sind überzeugt, dass es neben dem Kongresshaus, das gerade umgebaut wird, und diversen Örtlichkeiten am Flughafen und an der Stadtgrenze einen weiteren Standort für Kongresse braucht. Haben Sie noch weitere Areale im Visier?

Nein, der Standort am Sihlquai ist einmalig und der grosse Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Ausland. In diesem Sinne äussern sich auch die ETH und die Universität, welche unser Projekt stark unterstützen.

Wären Sie für einen Kompromiss zu haben: Kongresszentrum plus Wohnungen?

Ja, das haben wir den Gegnern auch signalisiert. Doch es hat nichts genützt, wie man sieht. Der vom Parlament gutgeheissene Vorstoss schliesst einen Kompromiss aus.

Wären gemeinnützige Wohnungen denkbar?

Wenn die Rechnung aufgeht: Ja. Man muss aber sicherstellen, dass das Paket nicht defizitär wird. Ein Kongresszentrum allein kann sich kaum selbst finanzieren. Es ist alles eine Frage des Gestaltungsplans.

Wie hoch soll das Kongresszentrum werden?

Das ist noch nicht abschliessend definiert. Der Bau soll das Gebiet aber nicht überragen, und es soll in der Höhe zwischen dem Marriott-Hotel und dem Landesmuseum liegen.

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